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Beim Mahlower SV kommen alle zum Zuge

MAZ-Serie: Mein Verein Beim Mahlower SV kommen alle zum Zuge

Alles außer Fußball. So könnte das Motto beim Mahlower SV lauten. Der Verein ist mit über 600 Mitgliedern der größte in Teltow-Fläming und hat acht Abteilungen.

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Nachwuchsförderung wird beim Mahlower SV sehr intensiv betrieben. 68 Prozent der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche

Quelle: Fotos: privat

Mahlow. In diesem Verein findet jeder etwas zum Bewegen. Beim Mahlower SV bereiben über 600 Mitglieder in acht Abteilungen zwölf verschiedene Sportarten. „Wir sind ein richtiger Breitensportverein“, sagt Gerald Richter, Vorstandsvorsitzender. Und nennt gleich eine der Besonderheiten seiner Sportgemeinschaft: „Wir verzichten vollkommen auf Fußball.“ Einerseits sei das gewachsen in der Region, mit eigenem Fußballverein. Andererseits sieht Richter Schwierigkeiten, in entsprechenden Gremien, für den Mahlower SV als Landesstützpunkt Leichtathletik mit 160 kleinen und großen Sportlern um finanzielle Unterstützung zu werben, wenn Fußball eine Konkurrenz im eigenen Stall wäre. „Ich denke, beim Fußball ist das Gemeinschaftsgefühl nicht mehr gegeben“, so Richter, „weil selbst in den kleinsten Ligen zu viel Geld fließt.“

Fördern und fordern ist die Vereinsdevise. Was besonders im Fall von Conrad Kieselberger Früchte trug. Der 400- und 800-Meter-Läufer entspringt der 2005 gegründeten Leichtathletik-Abteilung des Mahlower SV und wurde im November 2015 in den Nachwuchsbundeskader berufen und zählt somit zum Juniorennationalteam.

Spiel, Sport und Spaß ab drei Jahre

Jugendförderung ist und war immer ein großes Thema für die Verantwortlichen im Verein, der 1977 als SG Mahlow mit der Abteilung Turnen beim Amtsgericht Zossen eingetragen wurde. Der erste Trainingsbetrieb begann mit drei Übungsleitern und einer Turnerin. Heute macht den Verein zu 68 Prozent sein Nachwuchs aus. Rund 180 Mitglieder ab drei Jahren haben Spiel, Sport und Spaß in der gleichnamigen Gruppe von Vera Hellberg, die 1999 gebildet wurde und die stärkste Abteilung des MSV darstellt mit sechs Kinderturngruppen.

„Wir spielen auch ohne Fußball auf Landestopniveau“, wiederholt sich der Vorsitzende gern. Aus der 2008 gebildeten Basketballabteilung gingen bis heute mehrere Talente hervor, die in der brandenburgischen Auswahl spielen. Die männliche U16-Mannschaft wurde zwei Jahre nach der Gründung bereits Landesligameister und holte damit den ersten Titel einer Mahlower Basketballmannschaft.

Indiaca als besonderes Angebot

Landesweit bekannt ist ebenfalls der jüngste Zweig des Vereins, gegründet 2007. Trainerin Claudia Schmid bietet zwei Mal pro Woche Rhythmische Sportgymnastik für Kinder und Jugendliche an und ist auch für den Landeskader zuständig. „Nicht etwa eine Sportschule, sondern unser Verein ist für den Nachwuchs in Brandenburg verantwortlich.“ Ein wenig Stolz schwingt in Richters Stimme mit.

Exotisch geht es in der Abteilung zu, deren Mitglieder Indiaca zu ihrer Leidenschaft zählen, ein Spiel, das einer Mischung aus Feder- und Volleyball gleicht. Nur zwei Brandenburger Vereine bieten diese Sportart aus Südamerika an. Der Mahlower SV ist seit 2000 Sitz des Indiaca-Weltverbandes. Zur Gründung kamen Vertreter der Landesverbände aus Japan, Brasilien, Estland, der Slowakei, Schweiz und Deutschland. „Diese Beispiele zeigen, wie vielfältig unser Verein aufgestellt ist“, so Richter.

40-jähriges Bestehen

40 Jahre wurde der Verein in diesem Jahr alt. Ein Grund groß zu feiern? Eigentlich schon, der Sportlerball war schon vorbereitet, musste allerdings wegen organisatorischer Schwierigkeiten kurzfristig abgesagt werden. „Wir haben uns dann im Vorstand abgestimmt, im kleineren Rahmen den Gründungstag zu begehen.“ Aber wie immer beim Mahlower SV, musste es schon etwas Besonderes sein. Es wurde der ehrenamtlich Tätigen im Verein gedankt, ohne deren Arbeit kein Verein existieren könnte. „Dazu haben wir die Gründungsmitglieder sowie engagierte Eltern eingeladen“, sagt der 1. Vorsitzende. So kamen letztlich 60 Personen zur Feier zusammen.

„Alle Übungsleiter und Helfer, Frauen wie Männer, machen hervorragende Arbeit und engagieren sich für das Vereinsleben mit Organisation von Festen und Veranstaltungen. Es ist ein Familienverein, da man für jeden eine sportliche Betätigung finden und zusätzlich gemeinsam schöne Stunden verleben kann“, erläutert Richter die Vereinsphilosophie.

Hallenzeiten fehlen

Viele Veranstaltungen können nur so stattfinden, da die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen dem Mahlower Sportverein 1977 e.V. und der sportbegeisterten Gemeinde Blankenfelde-Mahlow so gut funktioniert. Auch die vielen kleinen und großen Sponsoren sind immer wieder wichtig für die Weiterentwicklung des Vereins. „Ein großes Dankeschön an alle Unterstützer. Ohne sie wäre der Verein nicht dort, wo er heute ist“, so Richter.

Größer könnte er werden, der Sportverein aus Mahlow, wenn, und hier drückt der berühmte Schuh, wenn es mehr Hallenzeiten gäbe. Die Sportstätten im Einzugsbereich haben eine sehr gute Qualität, nur gibt es zu wenig, und „das hemmt die weitere Entwicklung“.

Das zweite Problem, was der Vorsitzende Gerald Richter anspricht, ist, dass es nicht genug Ehrenamtler gibt, die zum Beispiel als Übungsleiter eingesetzt werden könnten. „Zum einen bieten wir Sportarten an, die nicht alltäglich sind, und damit ist es schwer, Trainer zu finden. Und es gibt zu wenig Erwachsene, die sich zeitlich engagieren könnten.“

Von Dirk Becker

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