Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Mein Verein - MAZ-Serie Gelände von Union Neuruppin platzt aus allen Nähten
Thema Specials M Mein Verein - MAZ-Serie Gelände von Union Neuruppin platzt aus allen Nähten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:06 11.01.2017
Die Kinder sind auch im Winter am Ball. Quelle: Dirk Becker
Anzeige
Neuruppin

Ein Gespräch mit Vereinschef Markus Fetter wird häufig von der Hymne der Eisernen von Union Berlin unterbrochen, sein Klingelton auf dem Handy für Vereinsgeschäfte des SV Union Neuruppin. Und dieser Tage klingelt es häufig. Ein Filmteam der ARD-Sportschau besuchte am Wochenende das Vereinsgelände in Gildenhall, um einen kleinen Imagefilm zu drehen. Die Unioner sind noch im Rennen um den Publikumspreis der Aktion „Sterne des Sports“ des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Sie hatten sich mit ihren zahlreichen Kinder-Sport-Camps beworben. Der Film wird unter anderem im Internet gezeigt. Sollten sie gewinnen, übergibt Bundespräsident Joachim Gauck den Preis.

Markus Fetter ist seit elf Jahren Vereinsvorsitzender

Seit nunmehr elf Jahren führt Markus Fetter den SV Union, der zu DDR-Zeiten Lok Neuruppin hieß und zu Wendezeiten umbenannt wurde. In den nächsten 15 Jahren blieb der Verein in Gildenhall wie er war: nicht ganz klein mit 190 Mitgliedern, und das große Gelände am Ruppiner See forderte den Unionern alles ab, manchmal zuviel. Fußball wurde gespielt, Tischtennis, Volleyball. Der Umbruch folgte mit den Neuwahlen 2006, als der damals erst 35-jährige Fetter zum Vorsitzenden gekürt wurde. „Eigentlich wollte ich nicht, aber vielleicht musste es so sein.“ Er gab Gas, um die Schulden abzubauen. „Ich habe zwei Jahre lang Sponsoren gesucht, das ist das Wichtigste.“ 15 haben sie inzwischen. „Wir sind solide aufgestellt.“

Der Vereinsvorsitzende Markus Fetter. Quelle: Dirk Becker

Fußballer bilden die Mehrzahl im Verein

Für die wenigen Jugendmannschaften und den Männerbereich reichte der vorhandene Großfeldplatz bis dahin aus. Ausrangierte Straßenlaternen warfen bei Bedarf Licht aufs Training. Als sich allerdings herumsprach, das neue Besen in Gildenhall gut kehren, begann ein Aufschwung in der Jugendabteilung, der bis zum heutigen Tage anhält. 508 Mitglieder sind in den Mitgliedslisten der einzelnen Abteilungen eingetragen. Dabei sind die Fußballer in der Mehrzahl mit über 330 Spielern von Bambini bis Altherren in 14 Mannschaften. 100 hat die Handballabteilung, die zwischenzeitlich gegründet wurde. „Die ist super aufgestellt, da bin ich sehr zufrieden.“ Nicht nur die Handballer kommen im Sommer in den Genuss eines Beachplatzes, der im Zuge des Baus eines Kunstrasenplatzes entstand.

Einen Kunstrasenplatz geschaffen

Weil der Rasen auf dem einzigen Platz immer mehr unter den Füßen der Kicker zu leiden hatte, kam Fetter, der von Hause aus Planer mit eigenem Büro ist, auf die Idee, einen Teil des Geländes zu vermessen. Der große Platz wurde im Rahmen der Regeln kleiner gemacht, ein 60 Meter Kunstrasenplatz konnte entstehen. Nach einigem Hin und Her, gab die Stadt als Inhaber grünes Licht in Form von Fördermitteln in Höhe von 100 000 Euro. Der Kämmerer wollte zunächst nicht, aber Fetter fand die überzeugenden Argumente. Überhaupt ist es das, was seinen Erfolg ausmacht: „Ich quatsche die voll.“ Nach dem Bau der neuen Fläche ließ es sich leichter trainieren und „das hat uns extrem nach vorn gebracht“.

Das Vereinsgebäude auf Vordermann gebracht

Draußen war Luft geschaffen, aber drinnen herrschte noch das Chaos, an Heimspieltagen wurde es eng. Also wurde umgebaut, vier Kabinen entstanden im Vereinsgebäude, eine fünfte im Keller. „Es reicht immer noch nicht“, sagt Markus Fetter, „eigentlich brauchst du acht Kabinen. Das würde ich gern noch machen“. Die Toilettenanlage wurde vom 60er-Jahre-DDR-Charme befreit, die ehemalige Gaststätte aus Loks Zeiten in einen Versammlungsraum verwandelt. „Ende des Jahres haben alle Jugendmannschaften ihre Weihnachtsfeier dort durchführen können“, sagt Fetter, der nebenbei noch als Trainer fungiert. Wenn Not am Mann ist, „bin ich Springer“. Allein in der C-Jugend sind über 20 Kinder, darunter etliche Flüchtlinge, da stoße der einzelne Übungsleiter schon an seine Grenzen. Und wenn dann bei den Fußball- und Handballcamps, die Fetter seit Beginn seiner Amtszeit jedes Jahr begleitet, im Sommer stattfinden, wird jede Hand gebraucht. Jeder, der für den Verein tätig ist, macht dann und auch im übrigen Vereinsleben das, was er am besten kann.

Der etwas andere Verein wie der FC St. Pauli

Fetter und seine Mitstreiter sehen sich gern als Neuruppiner Pendant zum FC St. Pauli, einem etwas anderen Verein. „Wir spielen freizeitmäßig“, so Fetter, für den das Bezahlen von Spielern nicht in Frage kommt. Deswegen wäre nur noch ein Aufstieg in die Landesliga möglich. „Dann ist aber Schluss. Brandenburgliga könnten wir uns gar nicht leisten.“

Auch Tischtennis gehört zum Verein, an die 60 Aktive trainieren in der angrenzenden Gildenhaller Schul-Turnhalle. Abteilungsleiter ist Detlef Wiese. Das stetige Wachsen und Erneuern im Verein und am Vereinsgelände sowie die Kinder-Sport-Camps waren das Thema, mit dem Union Neuruppin beim DOSB-Wettbewerb „Sterne des Sports“ in die letzte Runde kam.

Die Abstimmung und den Film finden Sie unter sterne-des-sports.de

Von Dirk Becker

In der MAZ-Serie „Mein Verein“ stellen wir diesmal den VSV Havel Oranienburg vor. Der Volleyballsportverein vereint alle Altersgruppen. Nun gibt es sogar eine eigene Hymne.

04.01.2017

Der kleine Verein Germania Berge hat sich in den vergangenen

vier Jahren aufgerappelt und spielt erstmals in der Fußball-Kreisliga

21.12.2016

In der Schützengilde zu Potsdam 1465 gehen über 170 Mitglieder dem Sport

an Luftgewehr sowie Luftpistole nach und haben mit Vorurteilen zu kämpfen.

Nicht selten werden Sportschützen gleich als potenzielle Amokläufer oder Ballermänner angesehen. Ehrenpräsident Michael Becker will sich mit solchen Pauschalurteilen gar nicht lange aufhalten.

14.12.2016
Anzeige