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Mein Verein - MAZ-Serie Nationalspieler geht in Wildaus Geschichte ein
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18:02 25.01.2017
Phönix Wildau spielt in der Landesliga Süd. Quelle: Oliver Schwandt
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Wildau

Jeder Spieler von Borussia Dortmund erhielt pro Tag fünf Ost-Mark Taschengeld sowie für drei Tage freie Unterkunft und Verpflegung. Das waren die Bedingungen, die der Verein 1955 für ein Freundschaftsspiel in Wildau (Dahme-Spreewald) stellte. Im Rahmen des deutsch-deutschen Sportaustausches kickten die Gelb-Schwarzen im Otto-Franke-Stadion und gewannen mit 10:1. Alfred Kelbassa, WM-Teilnehmer 1958 , erzielte fünf Tore. Diese Partie gehört zu den Höhepunkten der Vereinsgeschichte von Phönix Wildau.

Zum 100-jährigen Jubiläum 2010 hatte Phönix versucht, Borussia Dortmund noch einmal zu einem Testspiel nach Wildau zu lotsen. Ohne Erfolg. Stattdessen kam die Allstar-Mannschaft des 1. FC Magdeburg.

Sechs Mal gegen den 1. FC Magdeburg

Dieses Spiel erinnerte an eine Tradition. Der 1. FC Magdeburg war sechs Mal zu Gast bei Motor Wildau, so der Name in der DDR. Motors Trägerbetrieb war der VEB Schwermaschinenbau „Heinrich Rau“, der dem Magdeburger „Sponsor“ Schwermaschinenbau-Kombinat Ernst Thälmann angeschlossen war. „Es gab enge Beziehungen. Magdeburg kam immer mit der ersten Garnitur“, erzählt Manfred Stöpper. „Es war toll, gegen die Europapokalsieger und Nationalspieler anzutreten.“ Der 67-Jährige erinnert sich gerne an FCM-Stars wie Wolfgang Seguin, Jürgen Pommerenke, Achim Streich oder Dirk Stahmann. In allen sechs Spielen war Stöpper dabei. Mit 17 hatte er für Wildau sein Debüt gegeben, erst mit 42 war Schluss. „Ich habe 864 Spiele für die erste Mannschaft absolviert“, sagt Stöpper nicht ohne Stolz. Klar, dass er auch beim sensationellen 2:0-Sieg im Freundschaftsspiel gegen Union Berlin 1977 dabei war.

864 Spiele für die erste Mannschaft

Maschinenbauingenieur Stöpper erlebte die Ära von Werner Heine mit, der Wildau von 1974 bis 1984 trainierte. „Ich habe persönlich viel von Heine gelernt, ein toller Mensch und Trainer“, sagt Stöpper, der heute Vize-Präsident ist, Nachwuchsmannschaften trainiert und seit 58 Jahren im Verein ist.

Der Berliner Heine hatte für Dynamo Berlin und Union Berlin gespielt, absolvierte sogar 29 Länderspiele für die DDR. Am 2. Juni 1963 führte er die Auswahl vor 90 000 Zuschauern in Leipzig bei der 1:2-Niederlage gegen England aufs Feld. Als Trainer betreute Heine Union Berlins Nachwuchs, Wismut Aue, Stahl Hennigsdorf und die Wildauer, die zwischenzeitlich in den Berliner Spielbetrieb integriert waren.

Tribüne in Eigenleistung

Heute spielt die erste Mannschaft in der Landesliga Süd und steht auf dem 12. Tabellenplatz. „Wir wollen die Landesliga auf alle Fälle halten und verstärken uns für die Rückrunde“, sagt Uwe Gladrow (58), seit vier Jahren Präsident. Der Aufstieg in die Landesliga 2014 war einer der größten Erfolge der jüngeren Vereinsgeschichte. Im gleichen Jahr empfing Wildau in der ersten Runde des Landespokals den Regionalligisten Babelsberg 03. Auch wenn das Spiel mit 1:3 verloren ging, ist es immer mal wieder Thema im Otto-Franke-Stadion. Politiker Otto Franke (1877 – 1953) war ein enger Mitarbeiter Karl Liebknechts.

Vor zehn Jahren haben die Wildauer eine Tribüne in Eigenleistung geplant und gebaut. Gladrow: „Der ganze Verein ist stolz darauf.“ Vor drei Jahren bekam Phönix aussortierte Sitzschalen aus dem Stadion An der Alten Försterei des 1. FC Union Berlin. Der Rasen wird seit 2016 per Beregnungsanlage gewässert. Derzeit laufen Planungen für einen Kunstrasenplatz.

Mehr als 40 Trainer und Übungsleiter sind für Phönix aktiv, erzählt Gladrow, der auf Lizenzen und regelmäßige Qualifikationen Wert legt. Im vergangenen Jahr wurde die B-Jugend Vize-Landespokalsieger. Mit diesen Talenten kann sich Phönix auf eine gute Zukunft freuen.

Von Ronny Müller

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