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Mein Verein - MAZ-Serie Pritzwalker Spagat zwischen Fußball und Hockey
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02:15 11.03.2017
Die Hockey-Männer des Pritzwalker FHV. Quelle: Foto: verein
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Pritzwalk

Der Pritzwalker Fußball- und Hockeyverein besteht zwar erst seit 2003, aber die Mitglieder des Vereins sind teilweise schon über 60 Jahre aktiv – so wie Gerhard Hackert. Er war im Sommer 1956 drittes Vereinsmitglied der Abteilung Hockey bei Lokomotive Pritzwalk. Der damals 13-Jährige kennt die bescheidenen Anfänge, als es noch purer Luxus war, überhaupt einen Hockeyschläger in der Hand zu halten. „Den mussten wir nach dem Spiel immer abgeben, der Schläger war Vereinseigentum“, erzählt Gerhard Hackert, mittlerweile 73 Jahre alt und noch immer jagt er dem kleinen Ball mit dem Krummstab bei den Senioren-Turnieren hinterher.

Der Hockey-Nachwuchs wird beim FHV in Pritzwalk gehegt und gepflegt. Quelle: Klaus-Peter Krienke

Die Pritzwalker spielten in der DDR-Liga, waren vor allem im Nachwuchs erfolgreich und hatten sogar Juniorennationalspieler hervorgebracht. Gerhard Hackert begeisterte auch seine Brüder Georg (inzwischen 77) und Michael (61) vom Hockeysport. Und der Schläger wurde in der Familie quasi wie ein Staffelstab weitergereicht. Georgs Söhne Hartmut und Torsten spielten und spielen Hockey. Torstens Sohn Mark gehört aktuell zur ersten Männer-Mannschaft. Auch bei Michael Hackert griff Sohn Christian zum Hockeyschläger. Tochter Nicole begleitet aktuell ihren Sohn Eric (11) zu Training und Spielen, agiert selbst in der neu aufgestellten Gruppe der Hockeymuttis.

Traditionsturnier mit internationalen Gästen

Gerhard Hackert, dessen Kinder und Enkel sich sportlich anderweitig betätigen, verweist auf das Traditionsturnier der Hockey-Senioren, das alljährlich im November ausgetragen wird und zu dem seit Jahrzehnten auch internationale Gäste aus Polen, der damaligen CSSR oder Ungarn eingeladen werden. „Das begann schon in den 1960er und 1970er Jahren“, erinnert sich der Senior. Selbst ins damalige Jugoslawien habe es Kontakte gegeben. Weil die Pritzwalker in der DDR nicht nach Jugoslawien zum

Hockey-Urgestein in Pritzwalk: Gerhard Hackert. Quelle: verein

Gegenbesuch reisen konnten, habe sich die internationale Hockey-Gemeinschaft im ungarischen Szeged nahe der Grenze getroffen. „Wenn die internationalen Gäste bei uns waren, haben wir als Gastgeber immer für kostenfreie Unterkunft und Verpflegung gesorgt. Umgekehrt genauso“, erzählt Hackert. „Da wir ja als Verein kaum Geld hatten, haben wir Arbeitseinsätze bei der Bahn durchgeführt, dazu Geld gespendet. Aber es hat immer funktioniert.“ Die Kontakte blieben bis heute. Hackert freut sich schon auf den nächsten Ausflug zu Pfingsten nach Poznan.

Viele Trainer kümmern sich um den Nachwuchs

Aktuell erlebt der Hockey-Nachwuchs bei den Grün-Weißen dank solch ehrenamtlich engagierter Trainer wie Klaus-Peter Krienke wieder einen Aufschwung. „Wir bieten viele Schnupperkurse an Schulen und in Kitas an“, berichtet Jürgen Gutsche (57). Der 2. Vorsitzende des Vereins und langjährige Hockey-Abteilungsleiter verweist auf ein gut funktionierendes Übungsleitersystem dank ehemaliger oder noch aktiver Spieler. Die erste Männer-Mannschaft ist in der Oberliga von Mecklenburg-Vorpommern aktiv, genauso wie der Nachwuchs. „Das ist aufgrund der geografischen Lage so entstanden“, sagt Gutsche, der auch im Vereinsvorstand für die Belange des Hockeysports eintritt. Denn Hockey und Fußball – das Mitgliederverhältnis liegt bei 80 zu 260 – unter einen Hut zu bekommen, sei manchmal schon ein Spagat. Aber beim FHV ist man trotzdem überzeugt davon, dass es richtig war, sich im Jahr 2003 aus dem Pritzwalker SV als Mehrspartenverein herauszulösen und einen eigenen Verein zu gründen.

Fußballer kämpfen um den Klassenerhalt

Die Fußballer, die im Vorjahr die Meisterschaft in der Landesklasse West feierten, kämpfen aktuell um den Klassenerhalt in der Landesliga Nord. Sie schöpfen nach dem 3:2-Sieg gegen Michendorf wieder Hoffnung. Auch der Nachwuchs macht von sich reden.

Die B-Junioren kicken in der Brandenburgliga. Quelle: verein

Die B-Junioren spielen in der Brandenburg-Liga und wurden Landesmeister in der Halle. Das sind Erfolge, die für die Zukunft des Pritzwalker FHV sprechen. Zudem hofft Gutsche darauf, dass ein langjähriges Vorhaben in die Tat umgesetzt wird und die Hockeyspieler einen großen Kunstrasenplatz bekommen. Die Fördermittel sind bewilligt, die Ausschreibung wird noch diesen Monat öffentlich. „In den Schulferien soll gebaut werden“, sagt Gutsche. Zur Einweihung würde wohl selbst Oldie Gerhard Hackert noch mal den Hockeyschläger in die Hand nehmen.

Von Peter Stein

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