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Mein Verein - MAZ-Serie Schwimmer von Delphin Wittenberge sind erfolgreich
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00:19 14.10.2017
Die Schwimmer von Delphin Wittenberge besuchen regelmäßig Wettbewerbe oder veranstalten selbst welche. Quelle: Foto: Rabea Golz
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Wittenberge

Delphine sind schnelle Schwimmer und sehr sozial eingestellt. Sie schließen sich gern zur gemeinsamen Jagd in Schulen zusammen. Was für die Meeressäuger gilt, kann auch gut auf den Schwimmclub Wittenberge übertragen werden, der in seinem Namen den Zusatz Delphin trägt. Das hat im Landkreis Tradition, dass Schwimmer sich zusammenschließen und ihren Gemeinschaften Namen aus ozeanischen Quellen verleihen: Vor dem zweiten Weltkrieg gab es in Wittenberge die Vereine Delphin, Neptun oder in Perleberg den Club Poseidon. Zu DDR-Zeiten nahmen unterschiedliche Betriebssportgruppen wie der ESV Wittenberge oder Lok Perleberg die Schwimmer unter ihre Fittiche.

Nach der Wende fanden sich die Nachwuchsschwimmer vom SV Blau-Weiß Perleberg (ehemals Lok) und ESV Wittenberge unter dem Dach des SV Freizeitpark zusammen und erlebten einen starken Aufschwung. Der Schwimmclub Delphin Wittenberge wurde dann am 10. Dezember 2009 von 20 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben.

Die Kapazitätsgrenze ist erreicht

„Wir hatten damals mit 100 Mitgliedern eine Größe erreicht, die zu groß für eine Abteilung im Sportverein war, der eigentlich keiner ist“, sagt Steffen Schmolke, seit 2013 Vorsitzender der Delphine. Beim Freizeitpark drehe sich das Vereinsleben mehr um kommerzielle Geschichten in Zusammenarbeit mit der Bäder-GmbH, wie zum Beispiel die Organisation von Ferienfreizeiten für Kinder.

Der damalige Vorsitzende der neugegründeten Gemeinschaft, Knut Tonagel, und all die anderen Gründer waren einhellig der Meinung: „Wir können das auch alleine machen.“ Der Verein konnte von da an für sich allein wirtschaften, ohne dass dem Vorstand jemand reinredete. Die Entscheidungen könnten einfach schneller getroffen werden, so Schmolke.

Aktuell sind es rund 130 Mitglieder, die sich in der einzigen Schwimmhalle im Prignitz-Kreis viermal wöchentlich zum Training einfinden, darunter 80 Kinder in sechs Gruppen. 15 Senioren treffen sich regelmäßig in einer Gymnastikgruppe an Land.

Luc Nadolny an der Sportschule

„Wir können die Mitgliederzahlen nicht mehr großartig steigern“, sagt Steffen Schmolke, „wir belegen so schon viele Wasserzeiten. Vier Tage in der Woche nimmt der Verein zwei von fünf Bahnen in der Zeit zwischen 15 und 20 Uhr ein. „Wir brauchen die Zeit, um professionell und schneller zum Erfolg zu kommen.“ Immerhin sind die Wittenberger seit 2009 Landesstützpunkt Schwimmen in der Kategorie B. Es wird daran gearbeitet, aussichtsreiche Talente in die Potsdamer Sportschule zu entsenden. 2013 gelang das zuletzt, als Luc Nadolny in Potsdam aufgenommen wurde. Der holte in diesem Jahr gleich drei Titel bei den offenen Landesmeisterschaften in Brandenburg in seiner Altersklasse für die Delphine. Denn für seinen Verein, in der er das Schwimmen lernte, startet der Sportschüler, Jahrgang 2001, immer noch. Aussichtsreiche Kandidaten gab es in den vergangenen Jahren einige, die den Weg zum Stützpunkt der Landeshauptstadt hätten gehen können, „aber die haben gesagt, nee das wollen wir nicht“.

Der lange Weg bis nach Potsdam

Erstens seien die Jugendlichen einen halben Tag lang von Wittenberge oder Lenzen aus unterwegs, „und es kostet eine Menge Geld. Die Eltern müssten schon wohlhabend sein“, so Schmolke, der die jährlichen Kosten auf 10 000 Euro schätzt. Natürlich wollen nicht alle Kinder in den Leistungsbereich. Hier bietet der Verein auch Breitensportgruppen an, die weniger Aufwand betreiben.

Aber alles in allem kämen die Delphine auf über 1000 Übungsleiterstunden jährlich, darunter die von den B-Lizenz-Trainern Mareike Gleinicker und Ricardo Golz, die für das Leistungsschwimmen verantwortlich sind. „Die eine oder andere Medaille“, so Schmolke, „springt schon heraus.“ Der Vereinsschef liebäugelt mit einer goldenen Medaille, wenn sich die Wittenberger Masters-Schwimmer Schmolke, Birgit Dierke und Cornelia Grube Anfang Dezember bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften der Konkurrenz stellen.

Nachwuchs startet bei Kurzbahn-Landesmeisterschaften

Am kommenden Wochenende steht das erste Highlight der zweiten Jahreshälfte für die Kinder an. Mit zehn Nachwuchsschwimmern und drei Betreuern reist die Gruppe nach Schwedt zu den offenen Kurzbahn-Landesmeisterschaften. Bereits im Mai hatten die Wittenberger bei den Landesmeisterschaften auf der Langbahn eine „sehr zufriedenstellende Bilanz“ erschwommen. „Teilweise haben sich unsere Schwimmer gegen Sportschüler behauptet. Ein Riesenerfolg für uns.“

Als Höhepunkte in eigener Halle zählen für Schmolke Veranstaltungen wie der Tag der Delphine, Jugendschwimmpokal, der Sparkassenpokal, der im kommenden Jahr 10-jähriges Jubiläum feiert. Eine Besonderheit ist das Elbstromschwimmen, das sich wachsender Beliebtheit erfreut. „In diesem Jahr hatten wir Teilnehmerrekord mit 83 Schwimmern.“

Für den Vereinsvorsitzenden ist der Andrang nicht weiter verwunderlich. Ein Wettkampf in fließendem Gewässer ist eher selten in Deutschland und deshalb beliebt, wenn das Wetter stimmt.

Von Dirk Becker

Beim Verein Hansa Wittstock zählt nicht nur der Sport – das Miteinander, spartenübergreifend, wird im Verein groß geschrieben. Jede einzelne Bereich von Hansa trägt zum großen Gesamtbild des Vereins bei. Ideen für neue Sparten sind dabei immer gern gesehen.

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