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Mein Verein - MAZ-Serie Wenn die Kampfzwerge zu Talenten werden
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17:03 19.10.2016
Lukas Möller (l.) kämpft in der U15 des Judoclubs Bad Belzig. Quelle: Verein
Bad Belzig

In der Albert-Baur-Halle Bad Belzig ist ein Gewusel wie beim Oktoberfest in München. Wenn der Judoclub Bad Belzig zu einem Turnier lädt, platzt die Arena schon mal fast aus den Nähten. So wie kürzlich, als der JCBB an einem Samstag das Stadtwerketurnier und einen Tag später die Brandenburger Landeseinzelmeisterschaft der Männer und Frauen ausrichtete. Insgesamt gingen mehr als 450 Judoka auf die Matten.

Zwei Wochen Vorbereitung

„Der Organisationsaufwand ist ziemlich groß“, sagt Diana Grund vom JCBB-Vorstand. „Wir treffen uns schon freitagabends. Es dauert rund zwei Stunden, bis die Matten liegen.“ Doch damit ist es noch längst nicht getan. Die Matten müssen desinfiziert werden. Außerdem müssen Fahnen aufgehängt, Tische bereitgestellt sowie Waage und Küche vorbereitet werden. Schließlich müssen die Sportler zunächst gewogen und dann auch verköstigt werden. „In den zwei Wochen vor einem Turnier müssen außerdem die Starterlisten erstellt werden.“ 30 bis 40 Helfer seien nötig, um so eine Veranstaltung zu stemmen. „Die Leute sind stolz, wenn so ein Turnier funktioniert“, sagt Diana Grund. Anwesenheit in der Halle ist nicht einmal zwingend. „Es hilft schon, wenn eine Mutter einen Kuchen backt.“

Gröber trainiert die Kampfzwerge

Das Training findet nicht in der Albert-Baur-Halle, sondern in der kleineren Puschkinhalle statt. Aber auch die ist manchmal recht voll. Selbst Vierjährige versuchen sich schon in der japanischen Kampfsportart. Die „Kampfzwerge“ werden von Dirk Gröber trainiert. Der 44-Jährige ist eine Art Urgestein beim JCBB, auch wenn er nicht zu den Gründungsmitgliedern gehört, sondern von Dynamo Schmerwitz kam. „Die Kampfzwerge machen mehr allgemeinen Sport als Judo, sie sollen langsam herangeführt werden“, erzählt Gröber, der pro Woche drei Trainingseinheiten in verschiedenen Altersklassen leitet. Das Nachwuchskonzept des JCBB scheint zu funktionieren. Drei Talente – Lucas Zwank, Julia Mandel und Larius Naruhn – besuchen mittlerweile die Sportschule in Potsdam. „Der ganze Verein ist stolz, wenn sie erfolgreich sind“, sagt Diana Grund.

Michael Traus holt WM-Bronze

Das meiste Aufsehen erregte aber Michael Traus, der 2015 Dritter bei der Veteranen-Weltmeisterschaft (Altersklasse M7/-60kg) in Amsterdam wurde. Diana Grund: „Er ist so etwas wie das Aushängeschild.“ Traus war erst durch seine Kinder zum Judo gekommen.

Die Männer des Vereins treten mit Dynamo Jüterbog in der Mannschafts-Landesliga an. Das Team nennt sich Kampfgemeinschaft Fläming. In der Saison 2016 blieb allerdings nur der neunte Platz von neun Mannschaften.

Der JCBB organisiert jährlich zwei Trainingslager für den Nachwuchs. Eines findet auf Rügen statt und eines in Bad Belzig. Der Spaß kommt dabei nicht zu kurz. Meist ist vormittags Training und nachmittags steht ein Ausflug oder Baden auf dem Programm.

Im Dezember findet wieder eine Kyu-Prüfung statt. 50 Sportler haben sich bereits angemeldet. Anschließend steigt die Weihnachtsfeier des Vereins. Wer in dieser Zeit Geburtstag hat, sollte die Ohren spitzen. Schatzmeisterin Kristin Naruhn hat eine literarische Ader. Sie dichtet Geburtstagsständchen oder schreibt bekannte Lieder auf das Geburtstagskind um.

Von Ronny Müller

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