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Newtopia „Big Brother ist nicht Newtopia“
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13:42 17.08.2015
Himmel oder Hölle? Das neue Leben im Tv-Geschäft. Die dritte Ausgabe von Promi Big Brother ist gestartet. Quelle: Sat.1
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MAZ: Die dritte Staffel „Promi Big Brother“ ist gestartet. Von „Big Brother“, dem kleinen Bruder und Vorgänger des Formats, gab es elf Staffeln, eine zwölfte wurde für September angekündigt. Wird das nicht irgendwann langweilig?

Marc Rasmus: Überhaupt nicht. Das Format „Big Brother“ ist seit über einem Jahrzehnt weltweit eine erfolgreiche Unterhaltungsshow. Und trotz zahlreicher Staffeln ist „Big Brother“ immer wieder anders. Dafür sorgen schon die unterschiedlichsten Charaktere des jeweiligen Casts. Jeder Bewohner trägt letztlich zur Einzigartigkeit der gesamten Sendung bei. Und inhaltlich lassen wir uns natürlich auch immer wieder neue Dinge einfallen.

Das Format hat Ähnlichkeiten mit „Newtopia“: Personen werden Extremsituationen ausgesetzt und dabei durchgängig gefilmt. „Newtopia“ wurde neulich wegen schlechter Quoten vorzeitig eingestellt. Zeigt das nicht, dass Formate dieser Art ausgedient haben?

Rasmus: „Big Brother“ ist mit „Newtopia“ nicht zu vergleichen. Der Grundgedanke von „Big Brother“ ist, dass sich völlig fremde Menschen in einer WG organisieren und dabei ständig von Kameras beobachtet werden. Es geht aber nicht um den Aufbau einer neuen Gesellschaft. Bei „Big Brother“ gibt es außerdem keinerlei Kontakt zur Außenwelt. In „Newtopia“ konnte Besuch empfangen werden, man hatte einen direkten Draht zu den Zuschauern und konnte nach außen kommunizieren.

Beobachtet vom großen Bruder

Die Sendung startet heute mit ihrer dritten Staffel. Zwölf prominente Kandidaten, darunter Ex-„Deutschland sucht den Superstar“-Kandidat Menowin Fröhlich und Sänger Nino de Angelo, ziehen für zwei Wochen in ein Haus. Das ist unterteilt in den luxuriösen „Himmel“ und den verdreckten Keller, die „Hölle“. Die Kandidaten leben dort, müssen Aufgaben erledigen und werden dabei rund um die Uhr gefilmt. Per Voting entscheiden die Zuschauer, wer das Haus verlässt. Täglich um 22.15 Uhr ist die Sendung zu sehen, kommentiert von Komikerin Cindy aus Marzahn. Freitags um 20.15 Uhr gibt es die Liveshow, die Jochen Schropp moderiert.

Das Besondere an „Promi Big Brother“ sind die berühmten Kandidaten. Lässt sich ohne Prominente in Realityformaten überhaupt noch Aufmerksamkeit generieren?

Rasmus: Mit Prominenten verbindet der Zuschauer sofort etwas. Man glaubt, diese Menschen von Anfang an zu kennen, und ist neugierig darauf, wie sie sich in alltäglichen Situationen verhalten. Mit normalen Kandidaten muss man anfänglich sicher mehr Aufbauarbeit leisten, aber mit einem starken Cast funktionieren Reality-Formate ebenfalls ganz hervorragend.

Die Bewohner absolvieren verschiedene Prüfungen. In der letzten Staffel musste der Schlagersänger Michael Wendler sich im Hähnchenkostüm von den anderen Bewohnern mit Bällen abschießen lassen. Was wollen Sie mit solchen Szenen erreichen?

Rasmus: „Promi Big Brother“ ist eine Unterhaltungssendung, die Spaß machen und Gesprächsstoff liefern soll. Und seien Sie ehrlich: Hätte Herr Wendler nicht im Hühnerkostüm gesteckt, hätten Sie sich nicht mehr an das Spiel erinnert.

Nach welchen Kriterien werden die Kandidaten ausgewählt?

Rasmus: Der Mix muss passen: vom erfahrenen Schauspieler und Sänger über das It-Girl bis hin zum Sportler oder gar Politiker. Am Ende ist das Spannendste zu sehen, wie diese prominenten Menschen, die augenscheinlich in ihrem Leben maximal einen roten Teppich miteinander geteilt haben, zwei Wochen lang rund um die Uhr zusammen unter einem Dach leben und an ihre Grenzen gehen.

Einige der Kandidaten der letzten Staffeln waren auch schon bei „Der Bachelor“ oder „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ zu Gast, Georgina Fleur Bülowius sogar in allen drei Formaten. Sind diese Fernsehsendungen austauschbar?

Rasmus: Nein, allen genannten Sendungen liegen komplett unterschiedliche Konzepte zugrunde. Dass bestimmte Personen mehrfach auftauchen, kennen wir aus dem Bereich der Musik, der Serie, dem Spielfilm oder anderen Entertainment-Shows.

Interview: Maike Brülls

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