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Augenfutter und gute Laune

Stadt für eine Nacht 2011 Augenfutter und gute Laune

Ein Mammutprogramm mit Lesungen, Tanz, Film, Live-Musik und Theateraufführungen erwartete die Besucher der "Stadt für eine Nacht". Bei schönem Sommerwetter verbanden sich Kultur, Kommerz und Kulinarisches bei der 2. Auflage des Festivals aufs Angenehmste.

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Schrecksekunde vor "SFEN"-Start

Theater für die kleinen mit dem "Tapferen Schneiderlein".

Quelle: MAZ-Archiv

Potsdam. Es geht also doch! Schön, wie lebendig die fast schon totgesagte Schiffbauergasse am Wochenende wirkte. Zum zweiten Mal nach 2010 entfaltete sich das Kulturviertel als „Stadt für eine Nacht“. Wer am Samstagnachmittag dorthin aufbrach, den packte recht bald das mediterrane Flair. Nicht nur den Blick auf den Tiefen See gerichtet, gab es ringsum reichlich Augenfutter und gute Laune, für die Mitteleuropäer sonst wohl drei Südsee-Reisen hätten buchen müssen. Und wer weiß schon, bei welcher Gelegenheit auch der letzte Nörgler seinen inneren Widerstand aufgab und mit Cocktailglas in den Liegestuhl plumpste.

Bei schönstem Sonnenschein hatte sich die Generation Laufgitter bis Rollerfahrer frühzeitig ihrer Windeln entledigt und tobte in den auf dem Schirrhof verteilten Planschbecken. Die Kleinsten glucksten glückselig, während Jugendliche die Wiesen bevölkerten und Knutschen oder Gitarrenakkorde übten. Manches musizierende Grüppchen machte sogar professionellen Acts wie dem in der dunklen Waschhaus-Arena aufspielenden Liedermacher-Duo „Simon & Jan“ Konkurrenz.

Man ließ sich treiben und wurde immer wieder von Geschehnissen gefesselt, weil plötzlich geheimnisvolle Graue-Anzug-Herren in einer unergründlichen Choreografie ihre Aktenkoffer ausführten. Es war das Straßentheater „Timebank“, das die Beziehungen des Publikums zur Zeit erforschen wollte. Die Zeit, sie verging jedenfalls schnell angesichts der Fülle von Reizen. So hatte die künstlerische Besinnlichkeit manchen Fan von Veloursteppichcollagen in den Container der „Temporary Art Zone III“ verschlagen. Andere lockte das rote Dach des Hans-Otto-Theaters, unter dem sich Hälse reckten, um einen Blick auf die in der Ferne agierenden Mimen zu erhaschen. Glücklich, wer einen der Sitzplätze im Glasfoyer ergatterte. Wer nicht, lauschte im Stehen dem von Schauspielstudenten der Babelsberger Filmhochschule vorgetragenen Liederprogramm oder szenischen Lesungen.

Dass nicht nur junge Menschen ins Waschhaus gehen, zeigte sich bei einer der Führungen durch das Veranstaltungshaus. Rund 20 Damen und Herren mittleren Alters erkundeten Saal, Klub und Arena. Dabei wurde auch Julius Ruges Ausstellung „Machineheads“ in Augenschein genommen. Besonders interessiert waren die Besucher an der bewegten Historie des Hauses, die Lisa Ritscher vom Waschhaus erklärte.
Mit der nahenden Nacht enterten vor allem junge Tanzwütige das Areal. Überall, wo Musik spielte, schwang man die Hüften oder wippte zumindest mit den Füßen im Takt. Bis zum frühen Morgen wurde gefeiert. Glücklicherweise erwies sich die WM-Pleite der deutschen Fußballfrauen nicht als Stimmungskiller. Vielleicht die Niederlage ahnend, hatten die Veranstalter der „Stadt für eine Nacht“ kein Public Viewing organisiert. Sportlich ging es allein auf dem Beach-Volleyball-Feld und an der Tischtennisplatte zu. Zur Stärkung gab es allerlei kulinarische Genüsse abseits der üblichen Bratwurst und andere körperliche Genüsse wie Yoga und Massagen. An den zahlreichen Ständen präsentierten Designer Accessoires, wissenschaftliche Einrichtungen ihre Lehrangebote.

Sonntagvormittag übernahmen die Jüngsten das Kommando. Kinderschminken, Theater, Tanzen, Märchen, Kuscheltierbasteln standen in den letzten Stunden nochmal auf dem Programm.

Am Sonnabend hatte sich die Sozialbeigeordnete Elona Müller-Preinesberger mehr „Aufenthaltsqualität“ im Kulturviertel gewünscht. Ziel erreicht, zumindest während des 24-stündigen Veranstaltungsmarathons.

Von Ricarda Nowak, Friederike Steemann und Lothar Krone

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