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Stadt für eine Nacht Megasause in der Schiffbauergasse
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13:27 24.06.2013
Quelle: MAZ-Archiv
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Potsdam

Es war die erwartete Megasause des Jahres an der Schiffbauergasse: Das Kulturareal brummte während der am Sonnabendnachmittag gestarteten 24-Stunden-Kulturparty. Wie viele Besucher zur vierten Auflage der „Stadt für eine Nacht“ strömten, konnte Kulturfachbereichsleiterin Birgit-Katharine Seemann zunächst noch nicht beziffern, nur so viel: „Auf keinen Fall war’s weniger Publikum als im vergangenen Jahr.“ 2012 tummelten sich rund 25 000 Besucher zwischen Hans-Otto-Theater, Waschhaus und Kunstraum – damaliger Rekord trotz Platzregens zur Eröffnung. Mit dem Wetter mussten Veranstalter, etwa 100 Akteure und Gäste bei der diesjährigen Auflage nicht hadern: Die Sonne brannte und wich irgendwann einer wunderbar lauen Nacht. Schönste Plätze zum Tanzen, Verweilen, Genießen waren der Schirrhof, die Seebühne – auf der um sieben Uhr morgens noch eine einsame Gestalt tanzte – und ohnehin gefühlt alle Plätze mit Blick auf den Tiefen See.

Denn nach dem Kiebitzen bei Straßentheater, Mikrodramen, Kampfkunstdarbietungen, Konzerten, Ausstellungen, Lesungen, Tanztheater und Strickworkshops musste irgendwann auch mal ausgespannt werden. Interessant: Während sich bei anderen Festen die Schlangen erfahrungsgemäß an Alkoholausschänken bilden, schienen „Stadt-für-eine-Nacht“-Gänger vor allem hungrig zu sein. Auch in den Nachtstunden waren Pasta-, Pizza-, Asia-Angebote bestens frequentiert. Vereinzelt wurden „zu wenig Bratwurststände“ moniert. Das Catering aufzustocken, sei jedoch nicht geplant, so Birgit-Katharine Seemann. Zum Ziel für Familien entwickeln sich immer mehr die letzten Stunden der „Stadt für eine Nacht“, die nochmal zum kreativen Mitmachen, zu Theater, Tanz und Musik einluden.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der Anwohnerbeschwerden halbiert: Zwei Anwohner befanden, die Party sei zu laut. Gleich um 22.30 Uhr ging der erste Beschwerdeanruf ein, gegen ein Uhr folgte der zweite. „Zwischen ein und sechs Uhr haben wir regelmäßig Lautstärkemessungen vorgenommen, den Bass entsprechend reguliert“, so Henning Krüger vom Kulturamt. Laut Birgit-Katharine Seeman steckte die Stadt 100.000 Euro in die Riesenparty. Aufgrund dieser Summe werde es bei einer einmaligen Veranstaltung pro Jahr bleiben, auch wenn sich viele Gäste eine öfter stattfindende „Stadt für eine Nacht“ wünschten. „Das Format ist exklusiv, man könnte allenfalls ein neues Angebot kreieren“, sagte die Fachbereichsleiterin.

Wem während der Nacht das Geld ausging, konnte – anders als in den Vorjahren – in der Schiffbauergasse nichts Bares ziehen: Die mobilen Geldautomaten wurden in den Flutgebieten gebraucht.

Von Ricarda Nowak

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