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Studium & Wissenschaft Einmaliges Relikt in Brandenburg
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15:46 07.01.2016
Ein Gedenkstein erinnert an die Salzförderung in Salzbrunn. Quelle: Stadt Beelitz
Salzbrunn

Es war vielleicht nicht das durchschlagendste Unternehmen in der Landesgeschichte – aber ein durchaus beachtlicher Versuch, dem märkischen Boden auch seltene Schätze abzuringen. Im 16. Jahrhundert wurde unweit des heutigen Beelitzer Ortsteils Salzbrunn die namensgebende Saline betrieben – und damit kostbares Salz aus unterirdischen Quellen zutage gefördert. Deren Überreste sind jetzt als Bodendenkmal unter Schutz gestellt worden. Aus diesem Status ergibt sich einerseits die Verpflichtung, das Objekt zu erhalten, andererseits aber auch die Chance, es touristisch noch besser zu nutzen, so die Beelitzer Stadtverwaltung.

Der Tümpel ist schon jetzt Touristenattraktion

Schon jetzt ist der noch erhaltene Tümpel, unter dem sich einst salzhaltiges Grundwasser befand, in den Wiesen zwischen Nieplitz und Neuem Graben ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer. Ein Stein weist auf die Geschichte des Ortes hin, die mit ersten Vorbereitungen für die Salzgewinnung 1542 begann. Eine Infotafel und ein Unterstand zum Schutz vor Wind und Wetter laden zur Rast.

„Das Salinenwesen in der Mark Brandenburg war nie sehr ausgeprägt, die größte Bedeutung erlangte noch Salzbrunn bei Beelitz“, erläutert Silke Schwarzländer vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege mit Sitz in Wünsdorf. Der Anlage komme vor allem im Zusammenhang mit archäologischen Funden, die sich mit schriftlichen Quellen gut vereinbaren ließen, eine besondere Rolle zu.

Studenten der Humboldt-Uni gruben Teile der Saline aus

2007 konnten im Rahmen einer partiellen Grabung durch die Humboldt-Universität zu Berlin Teile des früheren Brunnenschachtes sowie Hölzer und Teile wegführender Rohre dokumentiert werden. An der Ostseite wurde eine Fachwerkkonstruktion erfasst und im Umfeld ebenfalls geborgene Keramikscherben ließen durch ihre Konzentration vermuten, dass sich hier auch Gebäude für die Unterbringung von Salinenarbeitern befanden.

Alten Urkunden zufolge blieb der Ertrag aus der Salzquelle zunächst hinter den Erwartungen zurück, es fiel schwer, die Sole vom Wasser zu trennen. Erst 1579 wurden durch starken personellen Aufwand und mit einer neuen Anlage nennenswerte Mengen gefördert. Gebaut wurde die „Anlage auf dem Tyr“ unter der Leitung des aus Florenz stammenden Baumeisters Rochus von Lynar, der von Kurfürst Johann Georg ins Land geholt worden war. Der hatte zuvor in Sachsen unter anderem das Dresdener Zeughaus und das Albertinum errichtete und später in Brandenburg die Zitadelle Spandau sowie mehrere Befestigungsanlagen. Sein Agieren zeigt schon die Bedeutung, welche der Saline beigemessen wurde.

Der 30-jährige Krieg machte der Produktion den Garaus

Die Spuren der weiteren Nutzung verlieren sich allerdings in den folgenden Jahrzehnten, vermutlich wurde die Anlage im 30-jährigen Krieg zerstört. Im 19. Jahrhundert hatte es noch einmal Probebohrungen gegeben, allerdings wurde der Salzgehalt des Grundwassers als zu gering erachtet, um es wirtschaftlich verarbeiten zu können.

Dass es schon immer Salzquellen in Brandenburg gegeben hatte, darüber berichtete das damalige Brandenburgische Landesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe in einer Mitteilung bereits vor zwanzig Jahren. „Es wird im Allgemeinen als selbstverständlich angesehen, dass unter dem Grundwasserspiegel im hiesigen Raum grundsätzlich Süßwasser befinde“, so der Autor Walter Schirrmeister. Tatsächlich seien aber an die hundert Stellen gefunden worden, an denen Salzwasser an die Erdoberfläche austritt oder kurz darunter gefunden wurde.

Die Salzbrunner Saline ist einer der wenigen Orte, wo das Salzwasser auch gefördert und verarbeitet wurde – und sie ist der einzige, der nun auch unter Denkmalschutz steht.

Von MAZ online

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