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Tourismus & Reisen Die Müllerin in Luckenwalde
Thema Specials Tourismus & Reisen Die Müllerin in Luckenwalde
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09:59 09.03.2016
Müllermeisterin Karin Steinmeyer. Quelle: Frank Gaudlitz
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Luckenwalde

Eine zierliche Frau, eine feuerrote Haarsträhne, auffälliges Tuch im Haar. Sieht so ein Müllermeister aus? Unbedingt! Karin Steinmeyer betreibt am Rande der Stadt Luckenwalde im Fläming eine Mühle. Weiße Latzhosen habe sie auch mal getragen, aber das sei lange her, erzählt die 45-Jährige und lacht herzhaft über vergangene Modesünden. „Ich sehe vielleicht ein bisschen anders aus als andere Müller“, meint sie. „Aber Handwerk ist doch nicht das, was ich anhabe, sondern das Mehl in der Tüte.“

Karin Steinmeyer führt die Mühle als Familienbetrieb in der dritten Generation. Ihre Großeltern hatten den Betrieb 1932 gekauft. „Ich habe mich nie gescheut, zuzupacken und den Mehlsäcken meine Kraft entgegenzustellen“, erzählt die Luckenwalderin.

Brandenburger Innovationspreis für Brotmischung

Sie ist eine der vielen märkischen Handwerker, die dem aktuellen Themenjahr von Kulturland Brandenburg Gesicht und Herz geben. „Handwerk – zwischen gestern & übermorgen“ lautet das Motto, unter dem kulturelle und regionale Vielfalt sowie das historische Erbe Brandenburgs vermittelt werden sollen. Traditionelles Handwerk und dessen Innovationskraft werden mit vielen Aktionen und Veranstaltungen präsentiert (siehe Tipps & Termine). Dabei geht es auch um die Frage nach der Zukunft des Handwerks. „Es soll deutlich werden, dass handwerkliche Berufe für Jugendliche auch heute noch eine Perspektive darstellen können“, erklärt Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin von Kulturland Brandenburg.

„Es ist gut, dass das Handwerk solche Aufmerksamkeit erfährt“, meint Karin Steinmeyer. Schließlich sei diese Branche „ganz nah dran an den Leuten in der Region – egal, ob das nun ein Müller oder ein Tischler ist“. Die ganze Familie Steinmeyer lebt die Tradition und die Moderne. Das Handwerkliche, die Arbeit – das ist das Traditionelle. Und das Moderne steht im Edeka-Regal der Heimatstadt Luckenwalde. Eine Kreation der Müllermeisterin – eine Brotmischung aus Dinkel- und Roggenmehl, japanischen Shiitake-Pilzen und zehn Biokräutern – sahnte 2014 den Brandenburger Innovationspreis in der Ernährungswirtschaft ab. Das war auch der Türöffner für die Edeka-Listung. Demnächst ist die Mühle Steinmeyer mit mehreren Produkten in diesen Märkten zwischen Werder an der Havel, Potsdam und Berlin vertreten. Steinmeyers Anspruch: Getreide von Brandenburger Bauern wird zu hochwertigen Mehlen und Backmischungen verarbeitet. Sie werden zusammen mit einem großen Sortiment an Dinkelconfiserie im Mühlenladen und direkt an Abnehmer in der Region verkauft. Rund 1000 Tonnen Mehl produziert die Müllerin pro Jahr mit ihrem Team aus zwei fest Angestellten und zwei Springern.

Handwerk ist das Bewusstsein für Verantwortung

Handwerk – das ist für die Müllermeisterin „die Liebe zum Detail“, das Bewusstsein für Verantwortung und auch die Gabe, für ein Ziel, für den Erfolg zu kämpfen. Es präge auch immer das Miteinander der Menschen, sagt sie. Vor 30 Jahren hatte sie ihre Müllerlehre begonnen, 1997 in Stuttgart den Meister gemacht – und im Oktober 2013 den Familienbetrieb übernommen.

Die Geräusche des Mahlwerks in der Mühle mögen für den Besucher ohrenbetäubender Lärm sein. Für die Müllerin sind sie „wie ein Konzert“. Und sie kann die Leistung jedes einzelnen Musikers, jedes Maschinenteils heraushören. „Wenn einer nicht richtig fidelt, dann hört man es und man sieht es auch am Endprodukt“, sagt die selbstbewusste Müllerin.

Von Ute Sommer

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