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Wendezeit Brandenburger Dom ist die Wiege der Mark
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13:25 24.09.2015
Der Brandenburger Dom. Quelle: Foto: Detlev Scheerbarth
Brandenburg/Havel

Ihn zieren viele schmückende Beinamen und Superlative: Mutter aller märkischen Kirchen, das erste Bauwerk der Mark, das vollständig aus unverblendetem Backstein besteht, und vor allen Dingen auch „die Wiege der Mark Brandenburg“. Hier, im Dom Sankt Peter und Paul zu Brandenburg an der Havel, fing alles an. Vor genau 850 Jahren wurde mit dem Bau des Brandenburger Doms begonnen. Die Grundsteinlegung erfolgte am 11. Oktober 1165.

Wenige Jahre zuvor hatte Albrecht der Bär die Brandenburg endgültig erobert. Das Bistum Brandenburg wurde neu gegründet und sollte seine Kathedrale bekommen – den Dom. Schwere Findlinge wurden für die Fundamente auf die Havelinsel gekarrt. Ziegeleien nahmen ihre Arbeit für diesen ganz besonderen Backsteinbau auf.

Standesgemäß sollte die Kathedralkirche zwei Türme bekommen. Der nördliche Turm ragt auch wie geheißen in den Himmel. Doch der Südturm ist nie mehr als ein Stumpf geworden. Heutige Besucher, die den Burghof betreten, mögen ob der „offensichtlich unfertigen“ Westfassade ernüchtert sein, schrieb Hartmut Dorgerloh, Mitglied des Domkapitels, in einem Beitrag für die MAZ zum großen Jubiläum. Doch der „altehrwürdige Dom“, so der Experte, zieht den Betrachter schon noch in seinen Bann. Und Dorgerloh, der auch Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ist, gerät ins Schwärmen: „Im Inneren aber kommt man unausweichlich ins Staunen: Wir schauen in eine imposante dreischiffige Basilika mit Hochchor. Trotz der gotischen Einwölbung ist die ursprüngliche romanische Anlage deutlich erkennbar. Die Krypta unter dem Chor ist mit Sandsteinkapitellen ausgestattet, die es in vergleichbarer Qualität nirgends sonst im Land Brandenburg gibt.“ Das abschließende Urteil des Fachmanns ist eindeutig: „Kurzum, der Dom ist einer der frühesten Backstein- und zugleich einer der bedeutendsten Kirchenbauten Nordostdeutschlands.“

Dabei ist es fast ein Wunder, dass der kolossale Bau die Jahrhunderte überhaupt überstanden hat. Der Baugrund auf der Havel­insel ist sumpfig-sandig. Die Fundamente des Doms sind zum Teil auf zugeschütteten Burggräben gelegt und sind nicht tief genug. Die Folge waren statische Probleme. Es gab immer wieder Phasen, in denen das prächtige Bauwerk fast eingestürzt wäre. In der Zeit von 1834 bis 1836 wurde daher noch einmal kräftig am Dom gebaut und nachgebessert. Es gab einige Umbauarbeiten, vor allem aber auch Sanierungsarbeiten an den Fundamenten.

Der Retter der „Wiege Brandenburgs“ in jenen Jahren war übrigens Karl Friedrich Schinkel. Der berühmte preußische Baumeister, von dem beispielsweise der Pomonatempel auf dem Pfingstberg in Potsdam stammt, fungierte in Sachen Dom als Berater. Jüngste Restaurierungsarbeiten wurden erst im Jahr 2014 abgeschlossen. Die Bauelemente aus Romanik und Gotik wurden vor allem durch die farbliche Gestaltung des Innenraums wieder neu zur Geltung gebracht.

So ist die „Wiege der Mark“ perfekt herausgeputzt zum großen Jubiläum. Noch bis Ende Oktober können Besucher ein umfangreiches Festprogramm genießen.

Internet:www.dom-brandenburg.de

Von Karim Saab und Ute Sommer

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