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4 von 5 Ostdeutschen leiden unter Stress im Job

Verdi-Umfrage 4 von 5 Ostdeutschen leiden unter Stress im Job

Laut Verdi sind in Ostdeutschland 79 Prozent der Arbeitnehmer hohen Belastungen ausgesetzt. Dieser Stress hat Konsequenzen, die Zahl der psychischen Erkrankungen steigt. Doch mit Entlastungen für Arbeitnehmer sieht es gerade in Brandenburg schlecht aus.

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Stress wächst vielen Beschäftigten über den Kopf.

Quelle: dpa-tmn

Potsdam. Die Pausen durcharbeiten, nach Feierabend die Mails checken und den Urlaub mangels Vertretung immer wieder hinauszögern: Die Ostdeutschen sind im Arbeitsalltag einer besonders hohen Belastung ausgesetzt. Das hat eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest im Auftrag der Gewerkschaft Verdi ergeben. Demnach fühlen sich 79 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten voll beziehungsweise eher von hoher Arbeitsbelastung betroffen. Auch die Westdeutschen klagen über Stress im Job. Der Wert ist mit 68 Prozent aber geringer.

Das bedeutet Stress bei der Arbeit

Stress am Arbeitsplatz steigert Forschern zufolge das Krankheitsrisiko besonders dann, wenn andere ungünstige Umstände hinzukommen – wie Mangel an Anerkennung, missgünstige Kollegen und unklare Zukunftsperspektiven.

Gewerkschaften fordern eine Anti-Stress-Verordnung. Eine solche Regelung war bereits im politischen Gespräch. Die Umsetzung ist vorerst aber nicht abzusehen. Dass Arbeitnehmer etwa nicht ständig erreichbar sein müssen, wird zunehmend in Betriebsvereinbarungen geregelt.

Nach Wahrnehmung der Befragten hat die Arbeitsbelastung in den vergangenen Jahren zugenommen. 51 Prozent der Ostdeutschen bejahten diese Aussage, unter den Westdeutschen waren es 40 Prozent. Fast jeder zweite Beschäftigte fühlt sich im Osten dadurch gestresst, auch außerhalb der regulären Arbeitszeit per Telefon oder Mail für den Chef erreichbar zu sein (47 Prozent, Westdeutsche: 41). Größte Stresstreiber sind im Osten Zeitdruck (35 Prozent), Arbeitsvolumen (23 ) und körperliche Belastung (17). Im Westen liegen Arbeitsvolumen (35 Prozent) und Zeitdruck (27) vor dem Druck durch Vorgesetzte (12).

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Für viele Firmen in Brandenburg gilt kein Kündigungsschutz

Die große Mehrheit der Beschäftigten (bundesweit 77 Prozent) wünschen sich deshalb betriebliche Regelungen zum Umgang mit Stress und Arbeitsbelastung. Diese sind besonders in Brandenburg eher eine Seltenheit, sagt Nina Lepsisus vom DGB-Bezirksverband Berlin-Brandenburg. Grund sei der mit 39 Prozent überdurchschnittlich hohe Anteil sogenannter atypischer Beschäftigungsverhältnisse. „Darunter fallen Teilzeit, Befristung, Leiharbeit, Werkverträge und Minijobs“, sagt Lepsius. Zudem gibt es in Brandenburg mehr Firmen mit weniger als zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, für die kein Kündigungsschutz gilt. „Das sind strukturelle Unsicherheitsfaktoren, die Stress begünstigen“, sagt Lepsius.

Immer mehr psychisch Kranke scheiden aus dem Job aus

Psychische Erkrankungen sind laut den Krankenkassen zunehmend häufiger Ursache für Fehlzeiten. Immer mehr psychisch Kranke scheiden auch aus dem Job aus. Inwiefern Berufsstress krank macht, ist umstritten. In der Vorwoche legte die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft eine Studie vor, nach der Arbeit keinen besonderen Risikofaktor darstellt – Depressionen hätten überwiegend personenbezogene, biografische Ursachen.

Von Bastian Pauly

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