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750 Bahn-Beschäftigte bangen um ihre Jobs

Entlassungen bei DB Schenker Rail 750 Bahn-Beschäftigte bangen um ihre Jobs

Bahnchef Rüdiger Grube hat angesichts anhaltender Verluste bei DB Schenker Rail einen Stellenabbau in der Gütersparte angekündigt. Die Entlassungen dürften vor allem die Standorte mit geringen Umschlagmengen treffen, befürchtet die GDL.Die Gewerkschaft wirft dem Bahnvorstand Verlogenheit vor – und befürchtet den Ausverkauf der Sparte.

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Eine Sparte vor dem Ausverkauf? Die Deutsche-Bahn-Tochter Schenker Rail hat Entlassungen angekündigt.

Quelle: Fotolia

Potsdam. Sparen und trotzdem so weitermachen wie bisher? Für Gewerkschafter Frank Nachtigall geht diese Rechnung nicht auf. Unter Hunderten Kollegen in Brandenburg herrscht Unruhe, seitdem Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube öffentlich angekündigt hat, dass der avisierte Umbau der Güterverkehr-Tochter DB Schenker Rail nicht ohne Arbeitsplatzabbau zu bewerkstelligen ist.

Gewerkschafter befürchten bis zu 5.000 Entlassungen

Gewerkschafter Frank Nachtigall, Bezirksvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) für Berlin, Brandenburg und Sachsen

Gewerkschafter Frank Nachtigall, Bezirksvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) für Berlin, Brandenburg und Sachsen.

Quelle: GDL

Bis zu 5.000 der deutschlandweit 31.000 Beschäftigten haben um ihre Jobs zu fürchten, heißt es aus Arbeitnehmerkreisen. Betroffen sind auch die brandenburgischen Standorte, darunter die wichtigsten in Seddin (Potsdam-Mittelmark) und Frankfurt (Oder), mit laut DB Schenker Rail insgesamt rund 750 Beschäftigten. „Wenn man sich die Unternehmenspolitik der vergangenen Jahre ansieht, gibt es Schlimmes zu befürchten“, sagt Frank Nachtigall, der Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) für Berlin, Brandenburg und Sachsen. Mehr und mehr seien Güterverkehrsleistungen an Drittfirmen vergeben worden. „Die Bahn will sich aus dem zeitaufwendigen und arbeitsintensiven Tagesgeschäft zurückziehen“, befürchtet der GDL-Bezirkschef und geißelt die Unternehmenspolitik als „verlogen“.

DB Schenker Rail fährt nicht das Ergebnis ein, was sich die Konzernführung um Vorstandschef Grube erhofft. Die Beschäftigten sind verunsichert, die Kunden unzufrieden. Im vergangenen Jahr erreichten lediglich 68 Prozent der Güterzüge ihr Ziel pünktlich – weshalb der Führungsebene Missmanagement nachgesagt wird.

Unprofitable Güterumschlagplätze

Die Details der Jahresbilanz werden in Brandenburg mit Sorge vernommen, denn zum jährlichen Umsatz von 4,9 Milliarden Euro tragen längst nicht alle Güterbahnhöfe gleichermaßen bei. Grube sagte im Interview mit der „Welt am Sonntag“, dass 20 Prozent der Verladestationen nur ein Prozent des Umsatzes erwirtschafteten. GDL-Mann Nachtigall weiß, dass die märkischen Standorte nicht mit den großen Güterverkehrszentren, etwa in Hamburg, Mannheim oder München und Nürnberg, mithalten können. „Wir haben die Vermutung, dass sich der Konzern künftig auf die Verkehre mit großen Massen und großen Gewinnen konzentrieren will.“

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Bei der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hofft man, dass in Brandenburg keine Stellen gestrichen werden. Schließlich gelten die Standorte als gut ausgelastet – auch der lange Tarifstreit und die Streiks hätten daran nichts geändert, sagt EVG-Landesgeschäftsstellenleiter Bernd Fröhlich. Grube hatte erklärt, dadurch acht bis zehn Prozent der Kunden verloren zu haben.

Personalmangel, Wartungsstau, fehlende Investitionen

GDL-Vertreter Nachtigall hält dagegen, die Kundschaft sei keineswegs auf die Straße, sondern an Drittdienstleister auf der Schiene abgewandert. Laut GDL wie EVG sind es die internen Probleme, die überwiegen: eng gestrickte Schichtpläne, die schon bei der geringsten Unwägbarkeit den Fahrplan durchkreuzen, zu wenig Personal, Wartungsstau an den Fahrzeugen und ausbleibende Investitionen in neue Züge. Stattdessen also sparen – und damit zurück zur Rechnung des GDLers Nachtigall. „Bei den Lokführern, Rangierern und Zugfertigstellern können nicht noch mehr Arbeitsplätze abgebaut werden. Es sei denn, DB Schenker Rail stellt den Güterverkehr in Brandenburg ganz ein.“

Von Bastian Pauly

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