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Besucher starten Selbstversuch im Töpfern

Offene Werkstätten in Görzke Besucher starten Selbstversuch im Töpfern

Seit 2006 öffnen Görzker Handwerksmeister einmal im Jahr die Tore zu ihren Töpferei-Werkstätten. Am Wochenende war es erneut so weit. Viele Besucher kamen, schauten den Experten über die Schulter und wagten zuweilen auch einen Selbstversuch an der Töpferscheibe und beim Glasieren. Auf ihre fertigen Produkte müssen sie allerdings noch einige Wochen warten.

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Töpfermeister Peter Ludwig demonstriert Besuchern in Görzke, wie eine Kuchenform entsteht.

Quelle: Silvia Zimmermann

Görzke. Bereits zum 11. Mal öffneten die Görzker Töpfer am Wochenende für Besucher die Türen zu ihren Werkstätten. Zahlreiche Interessierte kamen aus einem Umkreis von bis zu 70 Kilometern nach Görzke. Sie schauten den Töpfermeistern über die Schulter, warfen einen Blick in die Werkstätten und probiert sich selbst aus. „Es kamen viele Stammkunden und sehr viele Besucher, die sich fürs Töpfern und die Bearbeitung des Tons interessierten“, sagt Peter Ludwig. Er ist Geschäftsführer der Landesinnung der Töpfer- und Keramikhandwerkes Berlin-Brandenburg. Am Wochenende beantwortet er viele Fragen der Besucher.

Beim Schautöpfern zeigt er, wie aus einem Stück Ton eine Kuchenform entsteht. Dazu wird eine Hand voll Ton auf einer Drehscheibe mit viel Gefühl für das Material geformt. Aufmerksam beobachtete das Ehepaar Marchwicki das Handwerk. „So direkt zugesehen, wie getöpfert wird, haben wir noch nie“, sagen die Besucher. Sie sind aus Berlin-Rüdersdorf in die Fläming-Region gekommen, machen einen Abstecher nach Görzke und besuchen einige Werkstätten, wie die von Peter Ludwig und Winfried Wagner.

Tellerrohlinge mit individuellem Muster verziert

Bei Wagners wagen die Berliner gar einen Selbstversuch im Töpfern. Auch Kinder machen sich an die Tonwaren. Die Geschwister Phillip (12) und Luna (11) sind mit ihrer Mutter aus Dietersdorf bei Treuenbrietzen nach Görzke gekommen. Die beiden nutzen in der Töpferei Heinitz das Angebot, Tellerrohlinge mit einem Muster in den bekannten blauen, grünen und braunen Farben der Töpferei Heinitz zu gestalten. Luna entscheidet sich für die Schwämmeltechnik. Mit einem Schwamm verziert sie ihren Teller mit blauen und grünen Kreisen. Bruder Phillip schließt sich an.

Töpferin Bärbel Heinitz erklärt Kindern, wie  Kreise und Schlangenlinien auf Teller kommen

Töpferin Bärbel Heinitz erklärt Kindern, wie Kreise und Schlangenlinien auf Teller kommen.

Quelle: Silvia Zimmermann

Bärbel Heinitz erklärt den beiden, wie sie Schwamm und Pinsel halten müssen, um Kreise und Schlangenlinien gekonnt auftragen zu können. Die Geschwister zeigen Kreativität und es entstehen ganz individuelle Muster auf beiden Tellern. Mit der linken Hand wird die Drehscheibe gedreht, auf der sich ein Teller befindet. In der rechten Hand halten sie den Pinsel. „Zum Bemalen verwenden wir Keramikfarben, die wir aus Meißen beziehen“, erzählt Heinitz. „Bereits mein Großvater kaufte die Farben dort“, so die 75-Jährige. Zum Schluss können Phillip und Luna ihre Teller glasieren. Mit einer Zange werden sie dazu in die weiße Glasur getaucht. Nach dem Tauchgang ist vom Muster nichts mehr zu erkennen. „Beim Brennen der Tonwaren kommt das Muster aber wieder zum Vorschein“, beruhigte Bärbel Heinitz die beiden Kinder.

Töpfermarkt zu Ostern

Zu Ostern lädt der Töpferort Görzke am Sonnabend und Sonntag ab 10 Uhr zum 22. Töpfermarkt ein. Mehr als 70 Töpfer aus ganz Deutschland präsentieren ihre Waren. Musik, Unterhaltung sowie Speisen und Getränke werden geboten.

Peter Ludwig (55), ist Geschäftsführer der Töpfer- und Keramikhandwerksinnung Berlin-Brandenburg. Die Innung zählt 26 Mitglieder.

Am bundesdeutschen Tag der offenen Töpfereien nahmen von der Innung in Berlin und Brandenburg 24 Innungsmitglieder teil. Insgesamt öffneten 46 Betriebe ihre Werkstätten. Mehr als 20 gehören nicht der Innung an, dürfen sich aber beteiligen.

Im Handwerkerort Görzke gibt es die höchste Dichte an Töpfereien und Werkstätten. Im Spreewald konzentrieren sich einige kleine Töpferhandwerksbetriebe. In Berlin gibt es viele Keramikwerkstätten und Töpfereien.

Auch in der Töpferei Wagner herrscht ein reger Besucheranstrom. Winfried Wagner freut sich über diese Resonanz. „Wir konnten bereits am Sonnabend 100 Besucher zählen. 2015 kamen 270 Besucher in unsere Werkstatt. Das Interesse für unser Handwerk ist da“, sagte der Töpfermeister. In seiner Werkstatt töpfert Nicole Kuckert den Besuchern Krüge, Kuchenformen und Vasen vor. Die Gäste nutzen die Gelegenheit und töpfern emsig mit. So entstehen 13 kleinere Werke, die zur Weiterverarbeitung zunächst in der Werkstatt verbleiben. „Das Material muss noch trocknen und es muss noch gebrannt werden. Vier Wochen müssen die Akteure schon noch auf ihre Stücke warten“, erklärt Winfried Wagner.

Von Silvia Zimmermann

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