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Deutsch-französisches Abi in Potsdam

Voltaire-Gesamtschule bietet Rarität in Brandenburg an Deutsch-französisches Abi in Potsdam

Nur eine einzige Schule in Brandenburg bietet bisher das Abibac – das deutsch-französische Abitur – an. Im September werden es zwei sein. Dann bricht an der Potsdamer Voltaire-Gesamtschule der erste Jahrgang gen Doppeldiplom auf. Mädchen und Jungen der künftigen fünften Klasse können sich jetzt mit dem Halbjahreszeugnis dafür bewerben.

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Das Ziel vieler Schüler: das Abitur.

Quelle: dpa

Potsdam. Oh, là, là! Die Potsdamer Voltaireschule wird eine Abibac-Schule. Das heißt, die Schüler können dort gleichzeitig das deutsche und das französische Abitur ablegen. Das gibt es im Land Brandenburg bisher nur an einer einzigen Schule. Dabei ist das Doppeldiplom längst ein bewährtes Bildungsangebot. Seit 21 Jahren gibt es das Abibac diesseits und jenseits des Rheins. Doch während es in frankophilen Bundesländern wie Baden-Württemberg oder dem Saarland recht verbreitet ist, taucht es im Osten Deutschlands nur selten im Portfolio auf. Brandenburg erreichte das Abibac gar erst 2010, als das Gymnasium in Rüdersdorf (Märkisch-Oderland) dem bilingualen Club beitrat.

Dem guten Namen und der Potsdamer Historie verpflichtet

Jetzt zieht die Voltaire-Gesamtschule nach. Allein der Name verpflichtet. Ebenso die Potsdamer Historie: Hatte nicht der Große Kurfürst 1695 im Edikt von Potsdam den aus Frankreich vertriebenen Hugenotten eine neue Heimat in Preußen angeboten? Vom französisch sprechenden – und philosophierenden – Preußenkönig und Voltairefreund Friedrich II. ganz zu schweigen... Natürlich ist man nicht nur diesem Erbe verpflichtet, sagt Lena Boesing. Die 31-Jährige unterrichtet Französisch und Politik an der Voltaireschule und ist als Abi-Bac-Koordinatorin dafür verantwortlich, das neue Bildungsangebot auf den rechten Weg zu bringen. Die Schule, die mit Englisch, Französisch, Spanisch und Latein vier Fremdsprachen offeriert, will mit dem Abibac vor allem ihr Sprachenprofil schärfen, so Lena Boesing. „Für einen Lehrer ist es natürlich toll, wenn sein Fach so eine Bedeutung erfährt“, sagt sie – die Vorfreude, auf das, was nach den Sommerferien beginnt, ist ihr anzusehen. Es braucht wohl diese Vorfreude und Leidenschaft, ein so aufwendiges Projekt so schnell an den Start zu bringen. „Der erste Gedanke daran, das deutsch-französische Abitur anzubieten, kam vor zwei Jahren auf“, sagt Lena Boesing. „Vor einem Jahr haben wir das Konzept geschrieben, im Sommer haben wir’s eingereicht. Jetzt stecken wir mitten im Genehmigungsverfahren.“

Das Abibac

Seit 21 Jahren gibt es das deutsch-französische Abibac. Schüler können so gleichzeitig das deutsche Abitur und das französische Baccalauréat ablegen.

Der Abschluss wird in beiden Ländern als Hochschulreife vollwertig anerkannt, ohne dass eine Gleichwertigkeit erst noch beantragt werden muss.

Das Abibac ist vor allem in den westdeutschen Bundesländern vertreten. Aber Ostdeutschland zieht nach. Derzeit bieten das Abibac zwei Gymnasien in Thüringen (Weimar, Erfurt), zwei in Sachsen (Dresden, Leipzig), zwei in Sachsen-Anhalt (Halle, Barleben), ein Gymnasium in Mecklenburg-Vorpommern (Rostock) und ein Gymnasium in Brandenburg (Rüdersdorf) an. In Berlin sind insgesamt sechs Schulen beim Abibac dabei.

Insgesamt legen pro Jahrgang bis zu 2000 Schüler das Abibac in Deutschland und Frankreich ab.

Los geht’s nach den Sommerferien. Am 5. September startet mit der neuen 5. Klasse auch der erste Voltaire-Abibac-Jahrgang. Dafür können sich Mädchen und Jungen in diesen Tagen mit dem Halbjahreszeugnis bewerben. Zunächst ist das Doppeldiplom an die Leistungs- und Begabtenklasse gekoppelt. An einer Lösung für spätere Quereinsteiger bastelt man aber bereits – zu viele Siebtklässler zogen am Tag der offenen Tür mit einem Flunsch enttäuscht ab. „Das Interesse am Abibac ist exorbitant groß“, sagt Lena Boesing.

Sechs statt drei Stunden Französisch in der Woche

Uns so funktioniert’s an der Voltaireschule: Die Abibac-Schüler haben ab Klasse 5 verstärkt Französisch-Unterricht – pro Woche sechs statt der üblichen drei Stunden. Ab Klasse 7 werden die Mädchen und Jungen in Geschichte und ab Klasse 8 auch in Politischer Bildung auf Französisch unterrichtet – ansonsten richtet sich der Unterricht nach dem in Brandenburg geltenden Lehrplan. Günstig für die Abibac-Klassen: Die Voltaireschule pflegt Kontakt zu Partnerschulen in Paris und der französisch-sprechenden Schweiz. Außerdem wird man mit einer weiteren Schule in Frankreich kooperieren – mit einer Schule, die auch bei Abibac mitmacht und das deutsche Abitur anbietet.

„Ziel ist es, dass die Schüler eine muttersprachenähnliche Kompetenz erlangen“, sagt Lena Boesing. „Sie sollen der Sprache in ihrer ganzen Breite und in verschiedenen Kontexten begegnen – nicht nur beim Bestellen im Café.“ Krönung nach den gängigen, ebenfalls bilingual durchgeführten Abiturprüfungen ist eine mündliche Französischprüfung, die – bien sûr – ein Muttersprachler abnimmt.

Von Nadine Fabian

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