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Die Erfinder-Werkstatt

Ausbildung bei der Nordbahn GmbH Die Erfinder-Werkstatt

Zwei Azubis haben ihre Ausbildung als Industriemechaniker bei der Nordbahn gGmbH gerade abgeschlossen. Eine junge Frau stieg zum Monatsbeginn in die Ausbildung ein. Sie gehören zum siebenköpfigen Erfinderteam der Behindertenwerkstatt.

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Hendrik Massierer, Nadine Hellermann und Stefan Fehling (v. l.) an einer neuen halbautomatischen Fertigungslinie zum Gewindeschneiden.

Quelle: Foto: Robert Roeske

Schönfließ. Stefan Fehling tüftelt gerade an einer halbautomatischen Fertigungslinie, mit der Gewinde in Bauteile geschnitten werden. Es handelt sich um ein neues Projekt, das die Werkstätten der gemeinnützigen Nordbahn GmbH bereichern soll. Der 24-Jährige ist in der sieben Mitarbeiter zählenden Abteilung des Sondermaschinenbaus tätig. Hier werden jene Geräte entworfen und gebaut, die den gehandicapten Mitarbeitern ein sicheres und präzises Arbeiten erlauben.

Genau hier hatte Stefan Fehling seine Lehre als Industriemechaniker begonnen. Jetzt ist er damit fertig. Eine Urkunde bescheinigt ihm, dass er zu den zehn Besten seines Jahrgangs gehört. Nordbahn-Geschäftsführer Micha Schaub gratulierte am Freitag. Fehling und Mit-Azubi Hendrik Massierer (19), die beide ihre Lehre vorzeitig abschließen konnten, haben zunächst einen auf ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag erhalten.

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Geschäftsführer Schaub begrüßte zugleich mit einem großen Blumenstrauß einen neuen Indus­triemechaniker-Azubi, erstmals einen weiblichen in einer Männerdomäne: Nadine Hellermann. Die 33-Jährige hatte Architektur studiert, ist zwischenzeitlich Mama geworden und fand in der Nordbahn einen neuen beruflichen Anlauf. Vom Ausbildungszentrum der Firma ABB in Pankow war sie nach Schönfließ vermittelt worden. Nach dem einwöchigen Praktikum stand für sie fest, dass die Nordbahn genau das Richtige für sie ist. Das Handwerkliche liegt ihr, auch das Konstruieren. Sie schätze die vielfältige Arbeit, sagt Nadine Hellermann. Auch könne sie das technische Zeichnen einbringen.

Der Sondermaschinenbau sei Teamarbeit, sagt Bereichsleiter Matthias Blümel: „Wir sind Erfinder.“ Zwar werde auf vorgefertigte Baugruppen und Komponenten zurückgegriffen, aber daraus etwas Neues zu konstruieren sei eine sehr kreative Arbeit. Das bestätigt auch Ausbilder Klaus Müller-Schönknecht, der in absehbarer Zeit in Rente geht.

Derzeit bereitet sich das Maschinenbauer-Team auf eine Messe Mitte Oktober vor (Fakuma). Am Gemeinschaftsstand mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Brandenburg würden wertvolle Kontakte geknüpft, aus denen ein Großteil der neuen Aufträge erwächst, sagt Micha Schaub. An den Ausstellungsexponaten wird gerade gewerkelt. In einem Glaskasten wird zum Beispiel die Oberfläche von BMW-Plastikteilen mit einer Lichtbogen-Plasmaflamme aufgeraut, damit diese verklebt werden können. Hightech a la Nordbahn.

Von Helge Treichel

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