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Feuerwehren fehlt der Nachwuchs

Brandschutz in Niedergörsdorf Feuerwehren fehlt der Nachwuchs

Die Jugendarbeit der Feuerwehren in der Gemeinde Niedergörsdorf kann sich sehen lassen: Mehr als 90 Jungen und Mädchen engagieren sich aktiv in acht Jugendfeuerwehren. Doch was nützt die Ausbildung der jungen Feuerwehrleute, wenn nach der Schule niemand bleibt? Gemeindewehrführer Reinhard Kohl blickt mit Sorge in die Zukunft.

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Bei einem Feuer auf dem alten Schießplatz Jüterbog brannten im Juli 2015 auf 95 Hektar Wald und Heide.

Quelle: Feuerwehr Sperenberg

Niedergörsdorf. Die Chefs der Feuerwehren aus Niedergörsdorf blicken angesichts des fehlenden Nachwuchses in der Gemeinde mit Sorge in die Zukunft: „Technisch sind wir gut ausgestattet. Wir haben 2015 das Nötigste angeschafft, aber langfristig fehlen uns die Leute“, gibt Gemeindewehrführer Reinhard Kohl zu bedenken.

Mit acht Jugendfeuerwehren ist Niedergörsdorf im Grunde gut aufgestellt. Aktuell sind 93 Jungen und Mädchen bei der Feuerwehr aktiv. „Aber das Nachrücken der Jugend bereitet mir Bauchschmerzen“, sagt Kohl. Zwar sorgten regelmäßige Veranstaltungen wie das Zeltlager im Freibad Oehna und die Arbeitsgemeinschaft Brandschutz an der Grundschule in Blönsdorf für Nachwuchs in den Ortswehren, die Jugendarbeit nütze jedoch nichts, wenn die Jugendlichen der Gemeinde nach dem Schulabschluss den Rücken kehren. „Es gibt kaum Arbeit in der Region, also ziehen die jungen Leute weg“, bringt Kohl das Problem auf den Punkt. „Wenn uns wenigstens zwei bis drei Mitglieder pro Jugendfeuerwehr erhalten blieben, wäre es schön. Mehr können wir nicht erwarten“, sagt der Gemeindebrandmeister.

Insgesamt verfügt Niedergörsdorf über 246 Mitglieder von freiwilligen Feuerwehren in 18 Ortsteilen. Das klingt viel. Angesichts des großen Einsatzgebiets ist diese Zahl aber zu relativieren: Die Kameraden müssen mehr als 200 Quadratkilometer Gemeindefläche abdecken, ihr Territorium ist somit größer als das Stadtgebiet von Potsdam. „Wir haben teilweise Fahrzeiten von 40 Minuten“, sagt Kohl. Hinzu kommt, dass am Tage lediglich fünf Ortswehren einsatzbereit sind. Dazu zählen die Feuerwehren in Altes Lager, Niedergörsdorf, Oehna, Zellendorf und Blönsdorf. Alle anderen Ortswehren sind erst am Abend ab 18 Uhr einsatzbereit. Die Feuerwehren der Gemeinde arbeiten ausschließlich ehrenamtlich. Eine Versorgung darüber hinaus sei daher nicht zu stemmen, sagt Kohl.

Trotz der Probleme, mit denen die Feuerwehren in Niedergörsdorf seit Jahren zu kämpfen haben, zieht Gemeindewehrführer Reinhard Kohl für das vergangene Jahr eine positive Bilanz: Insgesamt sind die Ortswehren zu 71 Einsätzen ausgerückt. Davon wurden sie in 36 Fällen zu einem Brand gerufen. Ein wesentlicher Anstieg der Einsätze im Vergleich zu 2014 ist laut Kohl nicht zu verzeichnen. Nur die Flächenbrände hätten 2015 leicht zugenommen. Neunmal gingen im vergangenen Jahr Felder in Niedergörsdorf in Flammen auf. Kohl vermutet die Trockenheit als Grund für den leichten Anstieg.

Zu den größten Einsätzen der Niedergörsdorfer Brandschützer zählten im vergangenen Jahr die zwei Waldbrände auf dem ehemaligen Militärgelände bei Altes Lager im Juli. Insgesamt waren hier 122 Feuerwehrleute aus den Kreisen Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark vor Ort, um das Feuer zu löschen.

Von Josefine Sack

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