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Frust bei der Lehrlingssuche

Gastronomen buhlen um Nachwuchs Frust bei der Lehrlingssuche

Schulabgänger haben es so leicht wie nie in der Region eine Lehrstelle zu finden. Gute Noten müssen sie aber nach wie vor etwa für technische Berufe mitbringen. Gastronomen hingegen verkneifen es sich oftmals schon, so wählerisch zu sein. „Wir haben einem Bewerber 19 Mal auf die Mailbox gesprochen, dass er sich wieder meldet“, sagt ein Belziger Gastronom.

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Bistro im Brandenburger Marienbad: Ausbilder und Kuechenleiter Mathias Schostack und Annik Rauh.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Mittelmark/ Brandenburg an der Havel. Sie suchen keinen Professor für Kernphysik oder Topmanager für ein Weltunternehmen, sondern Lehrlinge. Die Suche aber könnte nicht schwieriger sein. Viele Unternehmen in der Region zwischen Bad Belzig, Brandenburg und Rathenow, insbesondere in der Gastronomie, werben händeringend um Lehrlinge. Für Schulabgänger gab es wohl keine leichtere Zeit, einen Ausbildungsplatz zu finden. Allein in einem Umkreis von 20 Kilometern rund um Lehnin sind laut Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammer Potsdam mehr als 100 Ausbildungsplätze frei.

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Dringend etwa sucht das Hotel- und Restaurant Markgraf in Lehnin zwei Azubis als Restaurantfachkraft und als Koch. Gleich fünf Lehrlingsstellen, drei für künftige Köche und zwei für Fachkräfte im Gastronomischen Bereich bietet die Rauh & Rauh GmbH an, die das Marienbad-Bistro in Brandenburg und das Fonte im Fontane-Klub mit 40 Mitarbeitern betreibt. „Ich bin gelernte Hotelkauffrau und Köchin und habe einen Ausbilderschein“, sagt Annik Rauh. „Wir bieten den Auszubildenden an, beide Betriebe kennenzulernen.“ Als Bonus winken den Lehrlingen zudem Praktika in Gourmet-Restaurants.

Im Gastrobereich wird dringend gesucht

Auch die Springbach-Mühle Belzig OHG sucht künftige Köche. Eine Hand voll Bewerbungen erhielt der Betrieb mit 40 Mitarbeitern. „Ein Bewerber ruft an, er komme vorbei und meldet sich nie wieder. Einem anderen haben wir 19 Mal auf die Mailbox gesprochen.“ Der Frust ist groß. Schon im vorigen Jahr konnte der Betrieb keine neuen Lehrlinge anstellen. „Dabei bilden wir gerne aus. Besorgen Wohnungen, finanzieren die ganze Lehre durch Nachhilfeunterricht, damit der Lehrling die Prüfungen schafft, stellen Wunschdienstpläne zusammen.“ Seit drei Jahren sei es schwierig, junge Leute zu finden. „Die Schulabgänger haben ja schon alles, Smartphone, Auto von Opa, kriegen sie noch Lehrgeld, kürzen ihnen die Eltern das Taschengeld. Eine Ausbildung macht dann für die gar keinen Sinn. So ist das heute.“

Nur noch halb so viel Schulabgänger

Im Havelland sind nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Potsdam 130 Ausbildungsverträge unterzeichnet, 134 sind dort noch offen. In Potsdam-Mittelmark 154 beginnen in diesem Jahr 154 neue Lehrlinge eine Ausbildung, 208 Ausbildungsplätze sind noch frei. In der Stadt Brandenburg stehen 105 besetzte 73 offene Lehrstellen gegenüber.

Im Havelland bilden 81 Betriebe aus, in Potsdam-Mittelmark sind es 103 und allein in der Stadt Brandenburg 61.

Im Jahr 2000 gab es im IHK-Bereich Potsdam, er entspricht dem westlichen Landesteil, 37.000 Schulabgänger. Heute sind es weniger als die Hälfte.

Die Zahl der offenen Lehrstellen deckt sich fast mit der zu besetzenden. Mit Stand von 1. Juli waren im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) 1302 Ausbildungsverträge unterzeichnet. Das gab Wolfgang Spieß, der dortige Leiter des Geschäftsbereichs Bildung, bekannt. Zeitgleich blieben bis zu diesem Stichtag noch 1368 Ausbildungsplätze frei. Davon 134 im Havelland, 208 in Potsdam-Mittelmark und 73 in Brandenburg an der Havel. Die meisten davon sind es immer noch.

In allen Bereichen wird gesucht

Während Gastronomen oftmals das Nachsehen haben bei der Suche nach guten Auszubildenden, könnten sich Ausbilder bei der Edis AG mit seinen 2500 Mitarbeitern zurücklehnen. Sie tun es aber nicht, sondern touren laut Pressesprecher Danilo Fox über Ausbildungsmessen und zu Schulen, um für die Lehre bei dem Energiedienstleister zu werben.

Im Bildungszentrum Brandenburg an der Havel lernen nach Anben von Fox derzeit 100 Männer und Frauen. Im Bereich Elektroniker für Betriebstechnik waren in diesem Jahr 14 Ausbildungsstellen frei und sind allesamt besetzt. Fünf Stellen gab es für ein duales Studium der Elektrotechnik. Alle fünf sind Fox zufolge besetzt. Voraussetzungen sind gute Noten in Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Aber auch bei Edis bewegt sich nicht im luftleeren Raum und bekommt die schwachen Geburtenjahrgänge zu spüren: „Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Bewerberzahl rückläufig.“ Daher die Werbetouren. „Das ist wichtig, um auch weiterhin qualifizierte Bewerber zu haben“, so Fox. „Schließlich bilden wir für den eigenen Bedarf und darüber hinaus aus.“

Laut Lehrstellenbörse der IHK sucht auch die MAP Maschinen- & Apparatebau Produktions GmbH in Rathenow noch sechs Lehrlinge als künftige Zerspanungsmechaniker, Konstruktionsmechaniker und Kaufmann-/-frau für Büromanagement. Wie Mitarbeiterin Melitta Standke aber der MAZ sagte, sind vier dieser Stellen schon besetzt. Was noch fehlt, sind ausreichend qualifizierte Bewerber im Bereich Zerspanungsmechaniker. „Mathe 5 und sechs, kann man in Metallberufen nicht gebrauchen. Man muss in dem Beruf rechnen.“

 

Von Marion von Imhoff

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