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Handwerker ärgern sich über zu viel Bürokratie

Kammerspitze besucht Handwerksbetriebe Handwerker ärgern sich über zu viel Bürokratie

Spitzenvertreter der Handwerkskammer Potsdam bereisten am Donnerstag den Landkreis Teltow-Fläming. In den Mitgliedsbetrieben, die sie aufsuchten, ging es meist um dieselben Probleme: niedrige Preise, wenige Azubis und zu viel Bürokratie bei öffentlichen Ausschreibungen.

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Tilo Jänsch und Michael Graf besuchen den Malerbetrieb von Doreen und Andreas Werlitz (v. l.).

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. Kurz nach 9 Uhr stehen Donnerstagfrüh Michael Graf und Tilo Jänsch im Hof von Andreas Werlitz in Luckenwalde. Der 44-jährige Malermeister empfängt den überraschend angekündigten Besuch des Vorstandsmitglieds und des Geschäftsführers der Handwerkskammer Potsdam in seinem Betrieb. Es ist die erste Station der beiden Herren auf ihrer Tour durch den Kreis Teltow-Fläming. Neben ihnen bereisten auch Handwerkskammerpräsident Jürgen Rose und Vorstandsmitglied Birgit Behr den Kreis und besuchten mehr oder weniger wahllos ausgesuchte Handwerksbetriebe verschiedener Gewerke, um sich ein Bild über ihre Wirtschaftslage, die Geschäftsstrategie und die Fachkräftesituation zu machen.

Über die Handwerkskammer Potsdam

Der Bezirk der Handwerkskammer Potsdam umfasst das westliche Brandenburg mit den Kreisen Teltow-Fläming, Potsdam-Mittelmark, Havelland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz sowie die kreisfreien Städte Potsdam und Brandenburg.

17 534 Betriebe sind Mitglied in der Kammer, darunter 1360 Ausbildungsbetriebe mit 2967 Lehrlingen (Stand: 31. Dezember 2014). Die Kammer selbst hat 110 Mitarbeiter, darunter sechs Azubis.

Andreas Werlitz kann sich über Arbeit nicht beklagen. Der Malermeister führt einen Kleinstbetrieb mit einem Mitarbeiter. Er überlegt, noch einen weiteren Gesellen als Bodenleger einzustellen. Den „Bürokram“ erledigt seine Frau Doreen. Doch oft stößt man auch an seine Grenzen. Für Fortbildung bleibt keine Zeit. Vorstandsmitglied Graf empfiehlt stattdessen, die Beratungsangebote der Kammer wahrzunehmen. „Es ist wichtig, dass Sie uns als Dienstleister betrachten“, sagt er. Schließlich sind die Beratungen kostenlos, ob es sich nun um den Umgang mit Ämtern, um Fördermöglichkeiten, die Unterstützung bei Krediten oder um Rechtsfragen geht. Da horcht Werlitz auf. Hat er doch noch eine Rechnung offen mit einem Betrieb, der gerade in Insolvenz gegangen ist.

Graf und Jänsch raten dem Handwerksmeister und seiner Frau auch dazu, sich mit den anderen Malerbetrieben enger zusammenzuschließen, zum Beispiel um gemeinsam günstiger Material einzukaufen, oder einfach sich gegenseitig helfen statt als Konkurrenz zu begreifen. Da könne auch die Außenstelle in Jüterbog vermittelnd tätig werden.

Das leuchtet dem Ehepaar Werlitz ein. Bisher hat es immer brav seine Beiträge gezahlt, die Unterstützung der Kammer aber viel zu selten in Anspruch genommen.

Handwerkskammerpräsident Jürgen Rose und die Vorstandsmitglieder Birgit Behr und Michael Graf (v

Handwerkskammerpräsident Jürgen Rose und die Vorstandsmitglieder Birgit Behr und Michael Graf (v. l.).

Quelle: Martina Burghardt

Zu einem Resümee traf sich die Kammerspitze am Nachmittag bei der Kreishandwerkerschaft in Jüterbog. Die Auftragslage ist gut, am Rande der Hauptstadt sogar sehr gut, die Preise sind es eher nicht, Auszubildende und zum Teil auch Fachkräfte sind schwer zu finden. In fast allen Unternehmen, die sie am Donnerstag besuchten, bekamen die Vorstandsmitglieder dies zu hören. Darüber hinaus lautete eine deutliche Botschaft, dass sich Unternehmen der Region kaum oder gar nicht mehr an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen: Zu groß sei der bürokratische Aufwand und zu gering die Chance, die niedrigen Preise auswärtiger Konkurrenten zu unterbieten.

Aktuell sind 600 Lehrstellen im Handwerkskammerbezirk nicht besetzt, berichtete Hauptgeschäftsführer Ralf Bührig. Der Wille, Ausländer beziehungsweise Flüchtlinge zu beschäftigen, sei da, sagte Präsident Rose: „Dafür muss die Politik aber die Voraussetzungen schaffen. Unsere Betriebe sind da offen.“

Außerdem beschäftigt die Betriebe, dass bei der geplanten Kommunalreform kaum gefragt werde, „was die Wirtschaft an Zuordnung braucht“, sagte Bührig. In der bisherigen Struktur seien sie gut aufgehoben. Kreishandwerksmeister Jörg Peschke mahnte darüber hinaus an, die Verwaltung umzustrukturieren. Im TF-Kreis gebe es immer wieder große Probleme mit Baugenehmigungen.

Von Hartmut F. Reck

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