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Tiere am Arbeitsplatz – ein Pro und Contra

MAZ-Spezial Tiere am Arbeitsplatz – ein Pro und Contra

Die einen sagen, dass Tiere am Arbeitsplatz den Stress lindern und sogar gesund. Kritiker wiederum werfen ein, dass nicht alle Kollegen über Bürotiere begeistert sind. Die MAZ hat zwei Experten zu diesem emotionalen Thema befragt und in einem Pro-und-Contra-Beitrag ziemlich unterschiedliche Meinungen bekommen.

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Viele Arbeitnehmer wünschen sich tierische Unterstützung am Arbeitsplatz.

Quelle: dpa

Potsdam. Renate Seidel ist Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Brandenburg. Sie ist dafür, dass Arbeitnehmer ihre Tiere mit ins Büro nehmen dürfen. Hier sagt sie, warum und welche sich eignen und welche nicht:

Der Deutsche Tierschutzbund hat den Aktionstag „Kollege Hund“ ins Leben gerufen, der in diesem Jahr bereits zum achten Mal stattfand. An diesem Tag soll ein mögliches Miteinander von Mensch und Hund am Arbeitsplatz ausgetestet werden, der tierische Schnuppertag soll zu größerer Akzeptanz des Hundes am Arbeitsplatz führen. Für viele Hundehalter könnte es dann in Zukunft möglich sein, ihr Tier täglich mit zur Arbeit zu nehmen. Der Hund ist ein Rudeltier und fühlt sich in seinem Rudel wohl. Sein Rudel ist die Familie seines Halters und es könnten auch die Mitarbeiter im Betrieb dazu gehören.

Hunde motivieren und schaffen am Arbeitsplatz kurze Auszeiten

Laut wissenschaftlicher Studien senkt der Umgang mit Tieren den Stresslevel beim Menschen und kann in Ausnahmesituationen blutdrucksenkend wirken. Hunde motivieren und schaffen am Arbeitsplatz kurze Auszeiten von der täglichen Belastung. Sie wirken hier ebenso entspannend und motivationsfördernd wie im häuslichen Bereich. Wissenschaftlich bewiesen ist auch, dass der Umgang mit Tieren einen vorteilhaften Effekt auf die Psyche des Menschen hat, negative Lebenseinstellungen werden positiv beeinflusst.

Chef und Kollegen sollten zustimmen

Der gemeinsame Umgang mit dem Hund am Arbeitsplatz fördert auch hier die Kommunikation der Kollegen untereinander, stärkt die sozialen Aspekte, fördert Kontakte. Wenn zum Beispiel ein Kollege kurz innehält, um mit dem Hund zu spielen oder auch beim Gassi gehen einspringt, hebt das die allgemeine Stimmung. Kollegen ohne Hund können ihre Liebe zum Vierbeiner entdecken und Berührungsängste abbauen.

Die Zustimmung des Chefs und der direkten Mitarbeiter ist Voraussetzung dafür, dass Hunde generell am Arbeitsplatz erlaubt sind. Der Hund muss gesund, geimpft und versichert sein. Ebenso ist eine gute Sozialisierung des Tieres eine Grundvoraussetzung. Durch das frei laufende Tier dürfen keine Sicherheitsgefahren entstehen. Bestimmte Räume, je nach Unternehmensform sollten tabu sein. Für die Sauberkeit ist der Hundehalter verantwortlich. Tätigkeitsausfälle durch Gassi gehen, werden nachgearbeitet. Aber auch die Bedürfnisse des Hundes müssen vor Ort erfüllt werden. Er soll eine Rückzugsmöglichkeit und einen Platz mit seiner Decke, seinem Napf und seinem Spielzeug haben.

Nicht alle Tiere sind fürs Büro geeignet

Stellt sich die Frage, warum speziell die Möglichkeit vorhanden sein sollte, Hunde mit zur Arbeit zu nehmen. Katzen lieben ihr gewohntes Umfeld und kommen mit einem täglichen Wechsel, auch wenn er zur Routine wird, nicht so gut zurecht. Kleine Heimtiere sind sehr schreckhaft und der tägliche Transport mit Ortsveränderung stellt für sie eine größere Belastung dar.

Selbstverständlich ist nicht jeder Arbeitsplatz für die Anwesenheit eines Hundes geeignet. Sicherheit für Mensch und Hund sind eine Grundvoraussetzung ebenso wie Akzeptanz durch Mensch und Hund.

Die Contra-Argumente

Stefan Heidrich ist Vorsitzender des IHK-Fachbeirates KompetenzCentrum Freizeitwirtschaft Mensch & Tier und Fachtierarzt für öffentliches Veterinärwesen. Er steht Bürotieren eher skeptisch gegenüber. Warum, schreibt er hier:

Ein Hund jeder Rasse kann theoretisch ein „Bürohund“ sein. Es sind eher individuelle „hündische“ Eigenarten und Eigenschaften, die über „ja“ oder „nein“ entscheiden.

Vorab: Die Stressentlastung von uns Menschen und die damit verbundenen Vorteile des Unternehmens dürfen nicht auf Kosten des Hundes erfolgen. Weiterhin muss neben möglichen gesundheitlichen Problemen (Allergien) der Mitarbeiter auch berücksichtigt werden, dass Menschen schlicht und einfach Angst vor Hunden haben können. Es müssen dann pragmatische Wege gesucht werden, wie alle Beteiligten zu ihrem Recht kommen können.

Es gibt klare Ausschlusskriterien für Bürohunde

Natürlich ist auch an das Wohlbefinden des Hundes zu denken. Der Hund sollte gut an Menschen sozialisiert sein und grundsätzlich die Nähe von Menschen entspannt tolerieren. Eine Überforderung mit unbekannten Eindrücken muss unbedingt vermieden werden. Eine mangelhafte Sozialisation an Menschen, die zu chronischen Angst- und Stresszuständen führt, ist ein klares Ausschlusskriterium für einen Bürohund. Ich rate daher, vorher einen fachlichen Rat einzuholen. Hier helfen zum Beispiel gerne die Absolventen des IHK-Zertifikatslehrganges „Hundeerzieher und Verhaltensberater“, die Mitglieder des Berufsverbands der Hundetrainer und Verhaltensberater und der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und Therapie bei einer ersten Einschätzung, ob ein individueller Hund als Bürohund geeignet ist oder ob er nicht vielleicht zu Hause glücklicher wäre. Und sie unterstützen auch bei Trainingsmaßnahmen, um eine Angst- und Stressproblematik zu beseitigen.

Fachkundige Beratung ist unbedingt notwendig

Ein gut an Menschen sozialisierter Hund dient auch der Gefahrenabwehr. Gemeint ist, es werden Beißvorfälle vermieden. Je entspannter ein Hund im Menschenkontakt ist, je weniger Angst und Stress ein Hund bei Menschenkontakt empfindet, desto geringer ist das Risiko einer Gefährdung Dritter. Auch hier gibt eine fachkundige Beratung Hinweise zum Umgang mit dem Hund: Worauf ist beim Ausdrucksverhalten zu achten? Wann und wie zeigen Hunde Angst und Stress? Was ist zu tun, wenn der Hund Angst und Stress hat? Wie sollte man generell in Kontakt mit einem Hund treten? Und wie viel Ruhe braucht der Hund? Mit etwas „Training für das Büroleben“ kann man Klippen umschiffen und das Leben für alle entspannt gestalten. Kurze Übungseinheiten als Vorbereitung auf einen langen Bürotag sind sinnvoll. Auch ist zu klären: Wie werden das Gassi und die Beschäftigung für den Hund im Tagesablauf gestaltet?

Apropos Katze: Es kann sich um ein Privattier handeln, welches jeden Tag mitgebracht wird. Man kann Katzen tatsächlich gut an solche Transporte und Ortswechsel gewöhnen. Spezielles Training ist aber nötig. Dann gibt es noch die Möglichkeit einer Bürokatze, die Abends im Büro bleibt. Zwei zueinander passende Bürokatzen wären dann natürlich noch besser.

Von MAZonline

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