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Initiative gegen Ausbildungsabbrüche

Beratung für Azubis Initiative gegen Ausbildungsabbrüche

In Teltow-Fläming brechen jedes Jahr rund 25 Prozent der Jugendlichen ihre Ausbildung ab, im Landkreis Dahme-Spreewald sind es rund 20 Prozent. Die Initiative Vera, ein Projekt der deutschlandweit tätigen Senior- Experten, vermittelt jungen Menschen, die Hilfe bei der Entscheidung brauchen, Ruheständler. Diese beraten die Auszubildenden.

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Bringt Auszubildende und Senior-Berater zusammen: Detlef Wedel, Regionalkoordinator bei Vera.

Quelle: Anne-Kathrin Fischer

Dahmeland-Fläming. Paul (Name geändert) wollte immer KFZ-Mechatroniker werden. Als der 18 Jahre alte Luckenwalder nach der Schule seinen Traumausbildungsplatz in einer mittelgroßen Werkstatt fand, schien alles perfekt. Nach einem Jahr, als die ersten Prüfungsergebnisse miserabel ausfielen, bekam Paul erste Zweifel. War die Ausbildung die richtige Wahl? Sollte er sich vielleicht eine andere suchen? Mit seinen Eltern konnte er über die Schwierigkeiten nicht reden, für sie waren seine Probleme zu fachspezifisch.

Paul entschloss sich, Hilfe bei der Initiative „Vera“ (Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen) zu suchen. Das Angebot ist ein Projekt des Senior-Experten-Service, eine der größten Ehrenamtsorganisationen für Fach- und Führungskräfte in Deutschland. Das Prinzip ist einfach: Jugendliche, die Hilfe brauchen, werden von Ruheständlern beraten.

„Wir versuchen immer, die Jugendlichen dazu zu bringen, die Ausbildung abzuschließen“, sagt Detlef Wedel. Als Regionalkoordinator kümmert er sich um die Vermittlung zwischen Beratern und Jugendlichen in Nordwestbrandenburg, dazu zählt auch der Kreis Teltow-Fläming. „Es hilft, wenn die Jugendlichen mit jemandem sprechen können, der über eine gewisse Lebenserfahrung verfügt“, sagt Wedel.

Der Berater und der Auszubildende treffen sich im Schnitt zwei Mal im Monat. Die Anliegen der jungen Menschen sind unterschiedlich: Von Prüfungsangst über Probleme mit dem Ausbilder bis hin zu Schwierigkeiten, die gar nichts mit dem Beruf zu tun haben. Der Senior-Berater hat für alles ein offenes Ohr und versucht, gemeinsam eine Lösung zu finden.

Auch wenn die Zahl der Ausbildungsabbrüche in der Dahmeland-Fläming-Region seit Jahren konstant ist, ist Brandenburg immer noch eines der Bundesländer mit der höchsten Abbrecher-Quote. In Teltow-Fläming werden zwar keine exakten Zahlen erhoben, laut Wolfgang Spieß, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung bei der IHK Potsdam, wurden jedoch in den vergangenen Jahren immer gut 25 Prozent der Ausbildungsplätze gewechselt. „12 bis 15 Prozent davon sind reale Abbrüche“, sagt er. In anderen Fällen kann es durchaus sein, dass sich der Bewerber für eine andere Lehre entschieden oder nachträglich einen Studienplatz erhalten hat. „Pro- blematisch wird es dann, wenn Berufsorientierung und persönliche Vorstellungen nicht deckungsgleich sind“, sagt Spieß.

Besonders oft kommt es vor, dass junge Menschen im Dienstleistungsgewerbe nicht ihren Traumberuf finden. „Spitzenreiter ist das Hotel- und Gastronomiegewerbe“, sagt der IHK-Bildungsexperte. Häufig unterschätzten die Betroffenen, dass oft frühmorgens oder am Wochenende gearbeitet werden muss. Unternehmungen mit Freunden werden dann schwierig. Auch im Handel sowie im Lager- und Logistikbereich treten vermehrt Abbrüche auf, weniger hingegen im Banken-, Indus-trie- und Bürobereich.

Im Bereich der IHK Cottbus, zu dem auch der Landkreis Dahme-Spreewald gehört, wurden 2014 fast 20 Prozent der Ausbildungsverträge gelöst, gut 62 Prozent davon noch während der Probezeit. „Abbrüche während der Probezeit sind ja etwas anderes als nach der Probezeit“, betont IHK-Ausbildungsberater Lothar Probst. „Wir wissen, dass 50 Prozent der Betroffenen – wenn nicht sogar mehr – eine neue Lehre oder ein Studium beginnen. Die wenigsten versanden.“ Auch in Dahme-Spreewald werden die meisten Ausbildungen im Hotel- und Gastronomiegewerbe vorzeitig beendet.

Ohne das ehrenamtliche Engagement der Vera-Berater wäre die Abbrecherquote vermutlich noch höher. „Unser Ansporn ist die Erfolgsquote“, sagt Wedel. Diese liegt bei 80 Prozent, das heißt, die Auszubildenden setzen ihre Lehre fort, meist werden sie sogar bis zum erfolgreichen Abschluss begleitet. So war es auch bei Paul: Er fand einen Senior-Berater, der einst in der selben Branche arbeitete und ihn unterstützte – bei fachlichen Fragen, aber auch moralisch. Jetzt hat er seine Lehre erfolgreich beendet und ist, was er immer werden wollte: Kfz-Mechatroniker.

Von Anne-Kathrin Fischer

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