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Jobs für Eltern sind Einstellungssache

Messe: Familienfreundliche Arbeitsplätze Jobs für Eltern sind Einstellungssache

„Wir wollen Unternehmen wach rütteln“, sagt Gabriele Bischoff vom Jobcenter Brandenburg an der Havel. Dort sind die Arbeitsplätze schon recht familienfreundlich. In einer Messe am 1. September geht es darum, arbeitswillige Eltern und aufgeschlossene Firmen zusammenzubringen.

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Rechtsanwältin Anja Becker hat sich für die Maraike Vales entschieden, die neben der Berufstätigkeit ihre zehnjährige Tochter erzieht.

Quelle: Jacqueline Steiner

Brandenburg an der Havel. Anja Becker hatte die Wahl. Die Brandenburger Rechtsanwältin hätte für ihre Kanzlei Frauen einstellen können, die keine familiären Verpflichtungen haben. Sie entschied sich gleichwohl für eine Bewerberin, die für eine minderjährige Tochter Verantwortung trägt und eine gewisse Flexibilität benötigt, um Beruf und Erziehung unter einen Hut zu bringen.

Ein Jahr später bereut Anja Becker ihre Einstellungsentscheidung zugunsten von Maraike Vales absolut nicht. Im Gegenteil. Die Chemie stimmt zwischen Chefin und Angestellter, beide haben Familie, gemeinsam organisieren sie die Arbeit so, dass nichts liegen bleibt. „Ich kann mir keinen besseren Arbeitsplatz vorstellen“, versichert Maraike Vales.

Weil das Jobcenter Brandenburg den Wiedereinstieg der Rechtsanwaltsfachangestellten unterstützte und 14 Tage Probearbeiten förderte, hatten beide Seiten Gelegenheit festzustellen, ob es passt oder nicht. Es passte.

Arbeit gesucht für fast 500 Alleinerziehende

Gabriele Bischoff möchte noch mehr passende Arbeitsverhältnisse mit familienfreundlicher Ausrichtung stiften. Denn von den 3740 Brandenburgern, die das Jobcenter in Arbeit vermitteln will, sind 469 Alleinerziehende, von denen wiederum 415 Mütter sind.

Deshalb veranstaltet die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter Brandenburg eine Messe unter der Überschrift „Einstellungssache! Jobs für Eltern“ (s. Infokasten). Mitveranstalterin ist am 1.September von 11 bis 16 Uhr im Brandenburger Rathaus die Gleichstellungsbeauftragte der Stadtverwaltung Kornelia Köppe. „Wir wollen Unternehmen wach rütteln“, sagt Gabriele Bischoff.

1. September: Messe mit Job-Speed-Dating

Brandenburgs Stadtverwaltung und Jobcenter wollen Eltern dabei helfen, Beruf, Kindererziehung, Kinderbetreuung und Hausarbeit zu organisieren und zu vereinbaren. Dabei helfen soll die Messe „Einstellungssache! Jobs für Eltern. Familie und Job – wie geht das?“

Die Messe findet statt am Dienstag, den 1. September von 11 bis 16 Uhr im Rolandsaal des Brandenburger Rathauses. Dort ist jeder willkommen,.

Arbeitgeber der Region werden sich auf der Messe mit ihren familienfreundlichen Arbeits- und Ausbildungsplätzen präsentieren und zu einem Job-Speed-Dating einladen, also zu Blitz-Bewerbungsgesprächen.

Bildungsträger wollen über Möglichkeiten für einen qualifizierten Wiedereinstieg in den Beruf informieren.

Vereine und Verbände bieten Unterstützung zu Bewerbung, Kinderbetreuung, Familienberatung und finanziellen Hilfen.

Die Gleichstellungsbeauftragten, die die Messe organisieren, suchen kompetente Ansprechpartner zu Fragen rund um Bewerbung, Beruf, Arbeitsmarkt, Weiterbildung, Familie, Erziehung, Lebensberatung, Kinderbetreuung.

Information: Interessierte Arbeitgeber, Bildungsträger, Verein und Verbände können sich möglichst bis zum 21. August melden bei: Kornelia Köppe, Telefon 03381/58 16 00, E-Mail: kornelia.koeppe@stadt-brandenburg.de oder bei Gabriele Bischoff, E-Mail: Gabriele.Bischoff@jobcenter-ge.de

Familie und Job – wie geht das? Auf diese Frage hat Norbert Fröhndrich bereits viele Antworten gefunden Der Geschäftsführer der beiden Brandenburger Seniorenzentren Martha Piter und Clara Zetkin trägt Verantwortung für rund 250 überwiegend weibliche Beschäftigte. Aber ebenso für die gute Versorgung der Bewohner.

Daher verbreitet der Arbeitgeber nicht Friede, Freude, Eierkuchen, sondern sagt ganz klar: An erster Stelle steht die gewissenhafte Arbeit. Senioren, Mitarbeiter und Kinder versteht der Geschäftsführer ganzheitlich. Er stellt bei fachlicher Eignung gern Mütter – und Väter – mit drei Kindern ein. „Wer für andere Sorge trägt, kennt Verantwortung und ist oft reifer“, sagt Fröhndrich.

In den Seniorenzentren auf dem Görden und in Höhenstücken sind sieben Tage lang 24 Stunden abzudecken. Insofern können einzelne Beschäftigte sich nicht mit Rücksicht auf ihre Familie an Wochenenden einfach ausklinken. Denn das ginge zu Lasten der Kolleginnen. Der Chef setzt daher auf Regelungen im jeweiligen Team.

Seniorenzentrum schuf sich eine eigene Betriebskita

Die Beschäftigten haben seit inzwischen sechs Jahren die Möglichkeit, die Betriebskita in Hohenstücken zu nutzen, deren Platzzahl in der Zeit von 35 auf 45 gestiegen ist. Auch andere Angebote hält Fröhndrich bereit, er spricht von „Familienwohlbefinden“. So erhalten Schwestern und Pfleger Gutscheine für gesundheitsbewusstes Verhalten, etwa Besuche im Marienbad, in der Physiotherapie oder der Salzgrotte.

Das erwähnte Jobcenter will möglichst familienfreundlich vermitteln, bietet seinen Angestellten aber auch selbst etwas in dieser Richtung, wie Gabriele Bischoff berichtet. So gibt es in der Behörde Jobsharing (geteilte Arbeitsplätze), Gleitarbeitszeit von 6 bis 22 Uhr, Telearbeit und eine „Notfallversorgung“.

Letzteres hat nichts mit Sanitätern zu tun, sondern meint den Elternservice der Awo Deutschland, der kurzfristig einspringt, damit eine Mutter oder ein Vater zur Arbeit gehen können und das Kind dennoch versorgt ist. Dafür schließen Behörden, Unternehmen oder Firmenverbünde entsprechende Rahmenverträge ab.

Kornelia Köppe: Noch Reserven in der Stadtverwaltung

Wie weit ist die Familienfreundlichkeit innerhalb der Stadtverwaltung entwickelt? „Wir haben noch Reserven“, gesteht die Gleichstellungsbeauftragte Kornelia Köppe. Sie wünscht sich flexiblere Gleitarbeitszeiten und Telearbeit. Die Vereinbarkeit mit dem Beruf beziehe sich nicht allein auf die Kindererziehung, sondern auch auf die Pflege bedürftiger Angehöriger.

Von Jürgen Lauterbach

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