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Junger Meister mit Heimatbindung

25-jähriger Handwerker Junger Meister mit Heimatbindung

Mit nur 25 Jahren ist Christopher Zerbe aus Gömnigk (Potsdam-Mittelmark) schon Handwerksmeister. Doch obwohl der junge Mann mit seinem Abschluss überall arbeiten könnte, denkt der Straßenbauer gar nicht daran, den Hohen Fläming zu verlassen. Vielmehr wird später einmal wohl das familieneigene Unternehmen in seine Hände gelegt.

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Christopher Zerbe zeigt stolz sen

Quelle: saskia popp

Gömnigk. Das Meisterstück: Eine Ornamentpflasterung aus hellen und dunklen Kleinpflastersteinen, eingefasst von größeren Steinen. „Schon ein wenig extravagant“, kommentiert Christopher Zerbe schmunzelnd, „aber mir gefällt es.“ Damit ist Zerbe augenscheinlich nicht allein, mit der Pflasterung schloss er als Bester seines Gewerkes den Meisterlehrgang ab. Mit nur 25 Jahren darf sich der Gömnigker nun Straßenbaumeister nennen.

Zweieinhalb Jahre und etwa 8000 Euro hat Christopher Zerbe dafür investiert. „Ich habe den Meister nebenbei gemacht“, sagt Zerbe. Nebenbei – das bedeutet, einige Monate lang jeden Tag Kurse in Buchhaltung, Recht und Marketing zu besuchen. Dazu kommen über zwei Jahre verteilt Schulungen an den Wochenenden. „Ja, es war viel Aufwand", räumt Christopher Zerbe ein, „aber es lohnt sich.“ Tatsächlich darf der Straßenbaumeister nun Nachwuchskräfte ausbilden. Der Abschluss befähigt ihn zudem, das Familienunternehmen eines Tages zu leiten.

Als Chef eines Handwerksunternehmens muss man Ingenieur oder Handwerksmeister sein. Hundertprozentig zufrieden ist der künftige Ausbilder mit seiner Leistung dennoch nicht: „Mich ärgert, dass ich knapp an der 1,0 vorbeigeschrammt bin“, sagt Christopher Zerbe.

Die neue Meistergründungsprämie

Im Land Brandenburg gibt es seit neuestem finanzielle Unterstützung für junge Meister: Die Meistergründungsprämie richtet sich an Handwerksmeister, die erstmalig ein Unternehmen gründen oder einen Betrieb übernehmen.

Die Handwerksmeister erhalten bis zu 8700 Euro für nachgewiesene Ausgaben. Wird ein Arbeits- oder Ausbildungsplatz geschaffen, kommen noch einmal bis zu 3300 Euro hinzu.

„Die Meistergründungsprämie ist ein wichtiges, längst überfälliges Signal, um die Zukunft der Betriebe und deren Mitarbeiter zu sichern“, sagt Jürgen Rose, Präsident der Handwerkskammer Potsdam.

Allein in Brandenburg stehen mittelfristig rund 1.000 Handwerksunternehmen pro Jahr zur Übergabe an.

Momentan liegt die Zerbe Tiefbau GmbH mit ihren rund 40 Angestellten in den Händen des Vaters, gegründet hat Christophers Großvater das Unternehmen. „Ende der achtziger Jahre ging es los“, sagt Christopher Zerbe, „mein Opa hat angefangen, mein Vater hat die Firma dann zu dem gemacht, was sie heute ist.“ Neben Christopher und seinem Vater Guido Zerbe arbeitet auch die Mutter im Familienunternehmen, im Brücker Büro kümmert sie sich um die Buchhaltung. „Ich wurde aber nie gedrängt, diesen Beruf zu lernen oder unbedingt hier zu arbeiten“, betont Christopher Zerbe. „Ich bin auch kein Juniorchef, sondern ganz normaler Angestellter.“

In Potsdam-Mittelmark kommt an Zerbes niemand vorbei. Bahnhofsvorplätze, Schmutzwasserentsorgung, Straßenbeleuchtung, Parkplätze – im ganzen Kreis ist die umtriebige Firma auf diversen Baustellen aktiv.

Viel Freizeit bleibt weder Geschäftsführer Guido Zerbe noch seinem Sohn Christopher. „Wir fahren meist gegen sechs Uhr morgens los und kommen erst abends wieder nach Hause“, so der 25-Jährige. Mit seiner langjährigen Freundin lebt er auf dem Grundstück der Eltern in Gömnigk. „Meine Eltern und ich haben ein gutes Verhältnis zueinander“, sagt Christopher Zerbe, „ansonsten würde das alles ja auch nicht funktionieren.“ An den Wochenenden fährt er gern nach Berlin, geht essen oder ins Kino.

Dennoch kam es für Christopher Zerbe nie in Frage, seine Heimat zu verlassen. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt Zerbe, „und ich sehe bei vielen Freunden, die einst weggingen, dass sie mittelfristig wieder her kommen.“ Natürlich fahre er im Jahresurlaub gern mal zwei Wochen in den Süden, sagt Christopher Zerbe. „Aber ich komme auch gern wieder nach Hause.“

Von Saskia Popp

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