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Made in Brandenburg: Heymische Braukunst

Craft Beer in der Havelstadt Made in Brandenburg: Heymische Braukunst

Leona und Frank Heymann wollen die Bierlandschaft in der Stadt Brandenburg auf den Kopf stellen. Dafür haben sie bereits ihre eigene Marke entwickelt. Die beiden sehen eine Nische, denn in und um die Havelstadt gibt es kein einheimisches Bier, das außer Haus vermarktet wird.

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Die Brauneulinge Frank und Leona Heymann.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. Leona und Frank Heymann wollen die Bierlandschaft in der Havelstadt auf den Kopf stellen und haben bereits ihre eigene Marke entwickelt. Sie sehen die Nische, dass es hier kein einheimisches Bier gibt, das außer Haus vermarktet wird.

„Für uns steht Genuss an erster Stelle, es geht um den Geschmack. Ich würde es mit einem Wein vergleichen“, erklärt Frank Heymann das Konzept. Die Nachfrage nach individuellem Bier jenseits der Masse sei vorhanden. Angefangen hatte alles vor etwa einem Jahr: Die typischen Standard-Pilzsorten schmeckten für das Paar alle gleich und auch das Radler wurde ihnen irgendwann zu süß.

„Wir haben uns gefragt: Gibt es nicht etwas anderes?“, ergänzt seine Frau. So verfolgten sie ihre Idee weiter, ließen sich inspirieren in einer Gasthausbrauerei in Rostock und fingen an, in kleinen Stückzahlen für Familie und Freunde zu brauen. Frank Heymann belegte sogar Kurse in der Brauhausmanufaktur in Potsdam und Berlin. „Inzwischen ist es ein Selbstläufer geworden“, sagt er.

„Gibt es nicht noch was anderes?“

Bisher haben sie drei Produkte im Sortiment: Das „Fräulein Heymann“-Ale mit 2,5 Prozent, die vornehmliche Zielgruppe sind Frauen. Kooperationspartner ist die Mosterei Ketzür, die ihren Holunderblütensirup zur Verfügung stellt. Mit dem Holunder haben sie so lange herumexperimentiert, bis das Ale nicht zu süß wurde. Das würzige Ale „Herr Heymann“ mit obergäriger Hefe wird nach deutschem Reinheitsgebot gebraut. „Das Ale hat jedoch auch pragmatische Gründe, es vergärt bei Zimmertemperatur und ist einfach zu brauen“, erklärt Frank Heymann. Im Sortiment ist zudem auch das Weißbier „Onkel Rüdiger“, das sie nach dem Plüschtier ihres Sohnes benannt haben. Gekühlt sind die Ales und Biere etwa einen Monat haltbar.

Alles ist bei den Heymanns Handarbeit: Nicht nur das Brauen, sondern auch Etiketten kleben, Desinfizieren, Auswaschen und Befüllen der Flaschen, die einzeln per Hand verschlossen werden, ohne Automatisierung. Im Oktober jedoch mussten sie aus ihrer alten Halle ausziehen und suchen nun händeringend nach einem Raum, wo sie ihre neue Brauanlage aufstellen können. Etwa 50 Quadratmeter brauchen sie, Fliesen, fließend Wasser und ein separater Lagerraum sollten vorhanden sein. Die St.-Annen-Höfe besichtigten sie bereits, weiterhin sind sie mit der Wirtschaftsförderung der Stadt im Gespräch.

Mit der neuen Anlage sollen in sechs Stunden etwa 8 bis 10 Kästen gebraut werden, davor waren es nur halb so viel. Inzwischen hat das Ehepaar schon kleinere Events ausgestattet, beispielsweise das 10-jährige Firmenjubiläum von Edeka. Auch die „Neue Mühle“ ist bereits Kunde. Zudem möchten sie Events und Privatfeiern beliefern, und schließen auch den Einzelhandel nicht aus.

„Neue Mühle“ ist bereits Kunde

Doch brauen im großen Stil wollen sie bisher nicht: Die beiden gehen bescheiden an die Sache heran, wollen unverkrampft sein. Beide arbeiten noch in ihren Berufen. Frank ist Bauingenieur, seine Frau arbeitet im Lotsendienst für Existenzgründung. Bei ihrem Bier-Projekt wollen die beiden alles zusammen entscheiden. Während Frank Heymann die Aufgabe des Brauens übernimmt, kümmert sich seine Frau um das Marketing sowie Kontakt- und Kundenpflege.

„Wir wollen eine feste Biergröße in guten Restaurants und in der lokalen Gastronomie der Stadt werden“, sagen sie. „Wir hoffen, dass wir mit unserem Bier wahrgenommen werden.“ Die Idealzielgruppe des Ehepaars sind Menschen mit Regionalbewusstsein und der Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren.

Von Melanie Höhn

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