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Mehr Geld für Floristen

Für manchen Ladenbetreiber nicht zu stemmen Mehr Geld für Floristen

Seit jeher arbeiten Floristen unter schweren Bedingungen. Nach der Einführung des Mindestlohns meldete die Floristengewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt nun einen neuen Tarifabschluss – ab November bekommen Angestellte noch einmal 30 Cent mehr. Nicht alle Ladenbesitzer im Havelland können das stemmen.

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Astrid Zimmermann und Tochter Madelaine.

Quelle: Laura Sander

Havelland. In hellen Punkten tanzt die Sonne durch den detailverliebten Verkaufsraum von Astrid Zimmermann. Seit rund einem Jahr betreibt die Floristin das Fachgeschäft Art de Fleur in der Spandauer Straße in Falkensee gemeinsam mit ihrer Tochter Madelaine. Neben dem normalen Tagesgeschäft, also dem Verkauf von Blumen und Dekoration, ist das zweite Standbein des Familienbetriebs die Event-Floristik. „Wir machen viele Hochzeiten, aber auch Beerdigungen und sonstige Veranstaltungen zum Beispiel im Kronprinzen“, so Madelaine Böttcher. „Wir haben auf jeden Fall gut zu tun.“

Zwei Angestellte helfen in dem 220 Quadratmeter großen Laden mit, beraten Kunden, dekorieren und bereiten Events vor. Sie bekommen den Mindestlohn. „Das war zwar lange überfällig, doch viel wichtiger für die Zukunft ist der Schutz unseres Berufes – jeder kann einen Blumenladen eröffnen, ob er das Handwerk nun erlernt hat oder nicht. Das finde ich nicht richtig“, so Zimmermann, die schon jahrelang Mitglied im Fachverband deutscher Floristen Mitglied ist und sich für ihren Berufszweig einsetzt.

Seit jeher arbeiten Floristen unter schweren Bedingungen. Die Arbeit ist hart, sie müssen kreativ werden und gehen trotzdem mit einem Hungerlohn nach Hause. Nach der Einführung des Mindestlohns meldete die Floristengewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt nun einen neuen Tarifabschluss – ab November bekommen Angestellte noch einmal 30 Cent mehr, so dass sie auf 8,80 Euro in der Stunde kommen.

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Für viele Ladenbetreiber ist das nicht zu schaffen. „Discounter, die die Blumen zu unseren Einkaufspreisen verkaufen, machen das Geschäft kaputt. Außerdem gibt es keinen Nachwuchs mehr, der das Handwerk auch wirklich von Grund auf lernt“, so Astrid Zimmermann, die bereits schon einmal 15 Jahre als Floristin in Falkensee selbstständig war und unter anderem ihre Tochter ausgebildet hat. Die bessere Bezahlung der Angestellten macht sich jedoch nicht nur beim Arbeitgebern bemerkbar. „Wir mussten die Preise anpassen. Das den Kunden zu erklären ist ein großer Zeitaufwand“, so Madelaine Böttcher. Hinter dem Preis für eine einzelne Blume stecke vielmehr, als nur das Produkt an sich.

Yvonne Stroschke, die Inhaberin der Landblume Dallgow, ist seit zwei Jahren selbstständig und beschäftigt eine weitere Floristin. „Dass es bald mehr Geld für angestellte Floristen gibt, habe ich bislang nicht mitbekommen.“ Das liegt unter anderem daran, dass Stroschke ihrer Angestellten bereits jetzt 9,50 Euro zahlt. „Ich habe so viele Jahre für sechs oder sieben Euro gearbeitet, das wollte ich anders machen. Der Mindestlohn war in unserer Branche schon lange überfällig“, so Yvonne Storschke. „Mein Geschäft läuft gut und ich habe viele tolle Kunden. Ich weiß aber auch, dass viele Kollegen schon wegen der Einführung des Mindestlohns ganz schön zu knabbern hatten.“

Von Laura Sander

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