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Kraft für einen neuen Boom

Gründer- und Unternehmertage Kraft für einen neuen Boom

Immer wieder neue Rekorde bei den Selbstständigen-Zahlen in Brandenburg gehören der Vergangenheit an. Dennoch gibt es Anzeichen für einen erneuten Boom, mit denen sich auch die Gründer- und Unternehmertage (Degut) in Berlin beschäftigen werden.

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Tipps auch für Zuwanderer: Degut.

Quelle: Degut,

Berlin. Die Zahlen neu aus der Taufe gehobener Firmen in der Mark gehen zurück. Seit 2004 um weit mehr als ein Drittel. 2014 wurden 18 015 Gewerbeanmeldungen verzeichnet, mehr als 300 weniger als noch im Vorjahr. Besonders die anhaltend positive Tendenz auf dem Arbeitsmarkt hat nach Ansicht von Wirtschaftsexperten zuletzt den Mut, selbst ins unternehmerische Risiko zu gehen, deutschlandweit schwinden lassen. Die Anzahl der Gründungsgespräche der IHK hat wohl hauptsächlich aus diesem Grund bereits im vergangenen Jahr einen weiteren Negativrekord erfahren.

Dennoch bauen Kammern, Unternehmensverbände und das Wirtschaftsministerium in Brandenburg auf eine Gründergeneration mit neuem Elan. Hoffnung auf einen erneuten Boom der Selbstständigkeit keimt auch angesichts des Zuzugs künftiger Märker aus dem Ausland und deren Engagement für eigene Betriebe.

Sieht neue Gründer-Persönlichkeiten

Sieht neue Gründer-Persönlichkeiten: Barbara Nitsche

Quelle: IHKl

„Es gibt da viele neue Impulse, die sich abzeichnen“, sagt die Leiterin des Fachbereichs Existenzgründungen bei der Potsdamer Industrie- und Handelskammer (IHK) Barbara Nitsche. Die neue Gründergeneration trete viel selbstbewusster und dynamischer auf als vorherige, weiß die Kammer-Expertin. Selbstständigkeit werde populärer. Das zeige allein schon die Zunahme an Fernsehsendungen, die Start-ups in den Fokus stellen. „Selbstständigkeit gilt als cool, das steigert die Attraktivität“, freut sich Nitsche.

Auch das Erscheinungsbild vieler junger Gründer fördert demnach deren Beliebtheit gerade bei der jüngeren Generation. Bedingt auch durch neue Branchen, wie Apps und deren Boom – also kleine Softwareprogramme für Dienstleistungen über das Smartphone – ist die Kleiderordnung ungebundener und lässiger geworden. „Das ist nicht mehr der Unternehmer im grauen Anzug“, so Nitsche.

Hinzu kommt, dass mittlerweile auch eine eventuelle Bauchlandung salonfähig ist. „Scheitern gehört dazu, das wird akzeptiert“, erläutert Nitsche. Das zeigt auch das Programm der diesjährigen Degut. Auf der Agenda der Gründermesse stehen in diesem Jahr nicht nur die Erfolgsgeschichten sondern auch Niederlagen und was aktuelle sowie künftige Gründer daraus lernen können.

„Im Scheitern liegt die Chance, das Konzept zu überdenken“, heißt es bei den Organisatoren. Sogenannte „FuckUp“-Veranstaltungen, bei denen gestrandete Selbstständige über ihre gescheiterten Ideen sprechen, sind mittlerweile zu einer globalen Bewegung geworden. Am Sonnabend ist nun im Hangar 7 des ehemaligen Flughafens Tempelhof im Rahmen der Degut ein „FuckUp-Noon“ vorgesehen.

Warnt vor zu hoch gesteckten Zielen

Warnt vor zu hoch gesteckten Zielen: Robert Uhlich.

Quelle: Privat

Unter anderem wird hier der Mitgründer des mittlerweile baden gegangenen Potsdamer Unternehmens Padel und heutige Manager, Robert Uhlich, über Strategien sprechen, wie ein entsprechendes Schicksal vermieden werden kann. Die von insgesamt vier Gründern ins Leben gerufene Firma rund um eine Fahrrad-App, die unter anderem Rabatte bei Krankenkassen bringen sollte, war im vergangenen Jahr gestrandet. „Wir brauchen ein Klima der Anerkennung, das die Furcht vor dem Scheitern nimmt“, sagt Uhlich. An potenzielle Gründer richtet er den Rat, sich nicht gleich zuviel vorzunehmen. Ziele könnten sich auch als zu hoch gesteckt herausstellen. Dennoch würde der derzeit als Manager tätige Ex-Gründer noch einmal den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Uhlich: „Ich möchte soweit es geht frei agieren können.“

Auf Informationen über erfolgversprechende Strategien dürfen bei der Degut auch potenzielle Gründer mit Migrations-Hintergrund bauen. Die IHK sieht hier ein gewaltiges Potenzial. Bald ein Fünftel aller Gründungsberatungen der Industrie- und Handelskammern richteten sich mittlerweile schon an Menschen, die aus dem Ausland kommen oder aber entsprechende Wurzeln haben, sagt Nitsche. Wirtschaftskreise erwarten, dass Gründer mit Migrationshintergrund im laufenden Jahr bis zu 50 000 Arbeitsplätze deutschlandweit schaffen werden. Die Gründungs-Spezialistin sieht hier enorme Chancen schlummern, „neue Firmen auf den Markt zu bringen“. Darauf baut auch der brandenburgische Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD): „Ich kann mir gut vorstellen, dass gerade die oftmals jungen Leute, die in unser Land kommen, sich hier auch mit Unternehmensgründungen eine berufliche Existenz aufbauen.“

Von Gerald Dietz

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