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Postbotin aus Leidenschaft

Brieselangerin feiert am Weltposttag ihren Geburtstag Postbotin aus Leidenschaft

Seit 27 Jahren arbeitet Bettina Bluschke als Postzustellerin. Sie liebt ihren Beruf und die täglichen Herausforderungen. Menschen im Bademantel und bellende Hunde sind für die Brieselangerin keine Seltenheit. Am Weltposttag feiert sie ihren 50. Geburtstag mit der ganzen Familie.

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Bettina Bluschke hat keine Angst vor bellenden Hunden oder Menschen im Bademantel.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Schönwalde-Glien. Kalter Wind und Nieselregen fegen über die Pausiner Chaussee in Perwenitz. Mit einem leisen „Plopp“ fallen Eicheln zu Boden. Es ist Herbst geworden und die Laune mit dem Gedanken an den nahenden Winter bei vielen schon jetzt im Keller. Nicht so bei Bettina Bluschke: Mit einem Lächeln biegt die 49-Jährige in ihrem gelben Postauto um die Ecke. „Ich finde es toll an der frischen Luft zu arbeiten“, sagt sie fröhlich und holt mit gekonnten Handgriffen drei Pakete gleichzeitig aus dem Auto. „Hallo, die Post ist da!“

Seit 27 Jahren arbeitet Bluschke als Postzustellerin. „Die ersten 12 Jahre habe ich im Nauener Raum gearbeitet, bis ich dann als Springer in verschiedenen Gebieten unterwegs war“, so die gelernte Facharbeiterin für Textiltechnik. Seit acht Jahren hat die 49-Jährige wieder ein eigenes Stammgebiet, das Paaren im Glien, Grünefeld und Teile von Perwenitz umfasst. „Ich fahre täglich rund 70 Kilometer. Natürlich gibt es auch kompaktere Gebiete, aber ich finde das gut so.“

Ein ganz normaler Arbeitstag beginnt für die Brieselangerin gegen 7.40 Uhr in Falkensee. Hier hat die Deutsche Post AG einen Zustellstützpunkt. Die Briefe kommen aus dem Verteilzentrum in Stansdorf und sind bereits vorsortiert. Die Pakete werden aus dem Paketzentrum in Börnicke nach Falkensee gebracht. „Die Pakete sortieren wir selber ins Auto. Eine gute Organisation ist das A und O“, so Bluschke. Neben ihrem gelben Gefährt ist der Handkarren das wichtigste Arbeitsmittel für die 49-Jährige. „Pakete dürfen bis 31,5 Kilo wiegen, erst danach ist es Sperrgut. Und es gibt heute nichts mehr, was man nicht bestellen kann“, lacht die Brieselangerin und zeigt auf sauber eingeschweißte Autoreifen, die ganz unten im Auto liegen.

Die Kunden kennen die emsige Frau in ihrer blau-gelben Arbeitskleidung und grüßen freundlich. Nicht selten ist das Vertrauen zur Postbotin so groß, dass auch mal im Bademantel die Tür geöffnet wird. „Das habe ich schon öfter erlebt. Auch in Geburtstagsfeiern bin ich schon reingeplatzt und wurde glatt eingeladen mitzufeiern.“

Vor allem ältere Leute freuen sich über ein kurzes Gespräch am Gartenzaun und über die kleine Postfiliale auf Rädern. Denn Bettina Bluschke liefert nicht nur Briefe und Pakete aus, sie nimmt sie auch an. „Die Leute können direkt an der Haustür beim mir Briefmarken kaufen und Pakete abgeben. 20 Pakete am Tag kommen so schon mal zusammen.“ Vor allem in den ländlicheren Gebieten, in denen die Postfiliale nicht mal eben um die Ecke ist, wird dieser Service häufig in Anspruch genommen. Ihren eigenen Postboten kennt die 49-Jährige natürlich persönlich. „Wir sehen uns aber eigentlich nie bei mir Zuhause, sondern immer nur auf der Arbeit.“

Der Weltposttag

Der Weltposttag , auch „Tag des Weltpostvereins“, wird seit 1969 jährlich am 9. Oktober gefeiert.

Das Datum geht auf den Gründungstag des Weltpostvereins (Universal Postal Union) 1874 in Bern zurück.

Die Postverwaltungen in vielen Ländern nutzen diesen Tag, um neue Postprodukte einzuführen oder laden zu einem „Tag der offenen Tür“ in die Postämter ein.

In den meisten Ländern werden während dieser Zeit Sonderstempel und -briefmarken zum Anlass ausgegeben.

Dem nächsten Grundstück nähert sich Bettina Bluschke mit Bedacht. „Vorsicht bissiger Hund“ steht auf einem Schild am Gartenzaun. Und tatsächlich – noch nicht einmal den Klingelknopf gedrückt, stürmt ein ziemlich großer Vierbeiner unter lautem Gebell an den Zaun. „Einmal wurde ich sogar schon gebissen. Die Geschichten von Hunden und Postboten sind leider nicht nur ein Klischee.“ Deswegen bietet die Post AG auch regelmäßig spezielle Hundetrainings für ihre Zusteller an.

Service

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In einem anderen Beruf sieht sich die Brieselangerin, die ihre Freizeit am liebsten mit Handarbeit verbringt, trotzdem nicht. „Jeder Tag ist anders und immer wieder gilt es neue Herausforderungen zu meistern. Genau das ist es, was meine Arbeit ausmacht“, sagt die Postbotin mit strahlenden Augen. Am Freitag feiert Bluschke, die vor kurzem das erste Mal Oma geworden ist, ihren 50. Geburtstag mit der ganzen Familie – und das am Weltposttag.

Von Laura Sander

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