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Prignitzer Firma will Jobs in Eberswalde retten

MAZ-Exklusiv zum Bahnwerk Eberswalde Prignitzer Firma will Jobs in Eberswalde retten

Das Bahnwerk in Eberswalde ist akut von der Schließung bedroht. Das Land präsentiert jetzt einen möglichen Investor: eine Firma aus der Prignitz mit viel Erfahrung im Schienenfahrzeugbau. Die hat große Pläne – und möchte auch viele der gut 360 Jobs retten.

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Das Bahnwerk in Eberswalde steht vor dem Aus. Doch nun gibt es einen möglichen Interessenten.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Für das vor der Schließung stehende Bahnaufarbeitungswerk in Eberswalde (Barnim) besteht vielleicht doch noch Hoffnung. Die Deutsche Eisenbahn Service AG (Desag) aus Putlitz (Prignitz) hat Interesse an der Übernahme des Werks in Eberswalde angemeldet. Das Vorstandsmitglied für Finanzen der Desag, Tino Hahn, sagte der MAZ: „Wir haben großen Bedarf.“ Das Unternehmen vermietet und wartet Schienenfahrzeuge und Waggons. Eine Tochterfirma unterhält ein Eisenbahnaufarbeitungswerk in Wittenberge, das dringend erweitert werden soll. „Wenn wir das Werk in Eberswalde nicht übernehmen, müssen wir in Wittenberge bauen.“ Nach Aussage von Hahn würde die Firma auch Personal aus Eberwalde übernehmen. Wie viele der 350 Mitarbeiter im Fall eines Kaufs weiter beschäftigt werden können, ließ er offen.

Der Vorstandschef von Desag, Thomas Becken

Der Vorstandschef von Desag, Thomas Becken.

Quelle: Bihler

Verkauf bisher keine Option

Ein Kauf hängt an der Deutschen Bahn AG. Bahnchef Rüdiger Grube hatte vorige Woche das endgültige Aus für das Werk Ende 2016 verkündet. Als Grund wurde der Rückgang von Instandhaltungsleistungen für Güterwaggons genannt. Verkaufen will Grube aber offensichtlich auch nicht. Alle Verkaufskonzepte, die die Rettung für das Werk bedeuten sollten, seien weder wirtschaftlich noch konzeptionell tragfähig, hieß es zur Begründung. Dies sorgte bei Land, Kommune, Betriebsrat und möglichen Investoren für Unverständnis. Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) will am Dienstag die Firma Gesag als potenziellen Investor präsentieren und Perspektiven für den Standort Eberswalde aufzeigen.

Die Desag-Eisenbahner sind im Eisenbahngeschäft alte Hasen. Vorstandsvorsitzender Thomas Becken war Gründer der Prignitzer Eisenbahn und Manager bei Arriva, einer britischen Tochter der Deutschen Bahn. Die Desag ist auch im Cargogeschäft unter anderem für deutsche Automobil-Hersteller vertreten. In Wittenberge werden unter anderem 350 Waggons der Spedition Zippel/IGS betreut. Große Auftraggeber loben die kurzen Reaktionszeiten und die hohe Flexibilität der Desag-Fachleute.

Woidke schreibt Brandbrief an Merkel

Am 11. Dezember ist ein Treffen von Bahnchef Grube mit den Betriebsräten geplant. Ministerpräsident Dietmar ­Woidke (SPD) schrieb derweil einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Deutsche Bahn trage als bundeseigenes Unternehmen eine strukturpolitische Verantwortung. Merkel solle daher ihren Einfluss geltend machen, appellierte Woidke in dem Schreiben, das der MAZ vorliegt. Woidke vermutete, dass es der Bahn mehr um eine „Marktbereinigung“ als um die Zukunft des Werkes gehe.

Von Igor Göldner und Claudia Bihler

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