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Rechts, links – aber kein Dazwischen

Medienprojektwoche am Wittstocker Gymnasium Rechts, links – aber kein Dazwischen

Wittstocker Gymnasiasten sind der Frage nachgegangen, wie junge Menschen ihre Orientierung nach rechts oder links nehmen und ob es auch Gründe für einen Frontenwechsel gibt. Bei der Medienprojektwoche haben sie die Gesinnung erforscht und festgestellt, dass Rechtsgerichtete Interviews und Kamera scheuen.

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Das Wittstocker Projektteam mit den Zehn- bis Zwölftklässlern und Mediencoach Gerhard Richter (2.v.l.).

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Wittstock. Warum sich junge Menschen oft überraschend politisch nach rechts oder links orientieren oder in den beiden Facetten sogar radikalisieren und welche Gründe mitunter für einen Seitenwechsel sorgen, diesen Fragen gehen sechs Wittstocker Gymnasiasten nach. Die Schüler aus den Klassenstufen 10 bis 12 beschäftigen sich mit dem Thema bei der Medienprojektwoche. Ihre Gruppe nennt sich Tatfunk.

Laura und Chris, Stefanie und Tobias, Marvin und Jonas wollen mit journalistischen Mitteln herausfinden, zu welchem Zeitpunkt und Anlass eine Polarisierung junger Menschen stattfindet. Das wollen sie auch hörbar machen. Deshalb braucht die Gruppe klare An- und Aussagen am Mikrofon, also authentische Begegnungen mit den Personen und ihre eigene Sprache. Bei dem gewählten Thema sind die Schüler gleich auf die oft beschriebene „Wand des Schweigens“ gestoßen. Ablehnungen und Absagen sogar von Experten auf ihre Interviewanfragen haben sie bekommen. Ob Verfassungsschutz oder Fachdezernate – die Angesprochenen scheuen sich offenbar, klare Worte am Mikrofon zu sprechen, die das Projektteam aufzeichnen wollte.

Die Demo der Rechten und Linken analysiert

Eher landen sie bei bekennenden, jungen und noch nicht organisierten Linken – sogar bei Autonomen – mit ihren Interviewwünschen. Auf die Mauer von Ablehnung stieß die Gruppe mit ihren Kontakt- und Interviewwünschen bei augenscheinlichen Rechten, bestätigt der Projektbetreuer und langjährige Mediencoach Gerhard Richter. Daher blieb den Schülern nur die symbolträchtige Geräuscheverarbeitung von der jüngsten Rechten- und Gegendemo in Wittstock.

Mit zwei Mikrofonen wurde Stereo sowohl der rechte Kanal mit dem Gebrüll der Parolen und der linke Kanal mit den wütenden Entgegnungen aufgezeichnet. Bei ihrer Geräuschanalyse haben die Schüler festgestellt, dass es in solchen Situationen nicht um einen Meinungs- und Argumente-Austausch geht, ein Dialog gänzlich ausgeschlossen ist. Es würden nur einstudierte Parolen gebrüllt – je lauter, desto besser.

Verschiedene Projekte für alle Klassenstufen

Für jede Klassenstufe gibt es passende, maßgeschneiderte Aktionen bei der Medienprojektwoche am Wittstocker Gymnasium.

Eine Gruppe befasst sich mit dem Tatfunk-Medienprojekt: Radikalisierung und Polarisierung junger Menschen.

Musikvideos werden von drei Projektgruppen entwickelt und produziert. Eine Gruppe erarbeitet lesbare QR-Codes für Smartphones über Ausstellungen in der Wittstocker Kirche.

Ein weiteres Projekt ist freier Wlan-Zugang auf dem Wittstocker Marktplatz. Weitere sind Dokumentationen zur Bombodrom-Geschichte und zur Medienwoche am Gymnasium.

Siebentklässler entwerfen neue Plakate zur Wittstocker Filmwoche. Eine Gruppe druckt Kunstpostkarten.

Interessant war eine Begegnung mit einem, der eng in der rechten Szene verwurzelt war und sich inzwischen linksautonom positioniert hat. Der gab Antwort, was den Sinneswandel verursacht hat: Der Umgang mit anderen interessanten Menschen und ihrem Denken sorgten dafür. Die Schüler wundern sich, dass Gleichaltrige meist zu einer oder der anderen Seite tendieren, ohne eine eigene Position zu beziehen. „Ein Dazwischen scheint es für junge Menschen nicht zu geben“, hat auch Gerhard Richter aus diesem Projekt erfahren.

Am Montag wurde mit Richters Unterstützung das Cover für die neue CD entwickelt. Nun müssen sich alle mit der Fertigstellung sputen. In zehnfacher Ausfertigung muss das Ergebnis der Projektwoche nächste Woche bei der Jury vorliegen – sie entscheidet über die Platzierung im Bundeswettbewerb. Den hatte das Gymnasium im Vorjahr gewonnen.

Von Gerd-Peter Diederich

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