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Rektor wird Schulrat

Von Teltow nach Brandenburg Rektor wird Schulrat

Christof Kürschner ist von der Teltower Mühlendorf-Oberschule jetzt zur Schulaufsicht in die Stadt Brandenburg gewechselt. Er ist nun dort für die sieben weiterführenden Schulen an der Havel zuständig und betreut den Themenschwerpunkt Migration/Berufsorientierung für den Schulamtsbezirk.

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Christof Kürschner beim Abschied 2008 in Brieselang.

Quelle: Radon

Teltow. Wieder steht ein Schulabschied bevor: Christof Kürschner, seit fünf Jahren Rektor der Teltower Mühlendorf-Oberschule, ist seit dem 1. April Schulrat für die sieben weiterführenden Schulen in der Stadt Brandenburg. Bis zum Schuljahresende werde er die Teltower Kollegen noch begleiten und sich dann verabschieden. Ein großes Abschiedsfest ist nicht sein Ding. „Am Schönsten ist es, wenn man geht und gar nicht vermisst wird“, sagte er am Mittwoch der MAZ. Und: „Es ist keine Flucht aus der Schule.“

Überraschend kommt der Weggang für die Kollegen nicht, „nur, dass es jetzt so schnell gegangen ist“. Am Montag hat er die Lehrerkonferenz informiert. Seit dem 1. November 2015 fährt der Rektor zweigleisig. Auf Anfrage des Staatlichen Schulamtes unterstützte er mit seiner Pädagogik „als Hinzuziehung“ bereits zehn Stunden pro Woche die Schulaufsichtsbehörde. Als die Schulratsstelle ausgeschrieben wurde, bewarb er sich. „Ich finde es gar nicht so schlecht, wenn es nach gewisser Zeit einen Wechsel gibt“, so Kürschner.

Der heute 54-Jährige ist Diplom-Lehrer für Mathematik/Physik und gilt als leidenschaftlicher Pädagoge, der Erfahrungen beim Unterrichten in nahezu allen Altersstufen gesammelt hat. Kürschner, der aus Sachsen stammt und in Potsdam wohnt, war zum Beispiel stellvertretender Leiter einer Grundschule in der Landeshauptstadt und hat 12 Jahre in Brieselang (Landkreis Havelland) eine Oberschule geführt. Von dort war er 2008 nach Teltow versetzt worden, weil der Vorgänger in Pension ging. Das Schulamt hatte das damals mit den zu niedrigen Schülerzahlen begründet. Vor dem emotionalen Abschied aus der dortigen Schule hatten Eltern und Lokalpolitiker in Brieselang gegen die Versetzung des beliebten Schulleiters protestiert.

In Teltow verschaffte der Vater von zwei erwachsenen Kindern dann der Mühlendorf-Oberschule „ein Gesicht“, wie er selbst sagt. Gegen die Widerstände aus dem politischen Raum, die im Brandenburgischen eher Gesamtschule und Gymnasium als weiterführende Schulen favorisieren, steht Kürschner weiter für die Oberschule ein. „Der kleinere Rahmen bietet für Schüler mit Förderbedarf aber gute Möglichkeiten zur Entwicklung“, findet Kürschner. Die Oberschule lehrt mit starker Berufsorientierung und setzt auf die praktischen Fähigkeiten der Schüler. Die Oberschule arbeitet mit bis zu 30 Kooperationspartnern zusammen, darunter Betriebe in der Region, die Praktikumsplätze für die Schüler bereitstellen, der Ausbildungsverbund und das Industriemuseum Teltow, die Industrie- und Handelskammer Potsdam sowie das Zentrum für Gewerbeförderung in Götz. Immerhin gut ein Drittel der Mühlendorf-Zehntklässler seien zum Abitur weitergegangen – ans Gymnasium oder eine Gesamtschule. Und aktuell gebe es mit 40 Erstanmeldungen für das kommende Schuljahr „so viele wie noch nie“, sagt der Ex-Rektor nicht ohne Stolz. Sonst waren es zwischen 19 und 25. Momentan gehen 253 Jugendliche an die Mühlendorf-Oberschule.

Als einzige Schule in Brandenburg haben die Teltower das Fach „Fußball, Lernen, Global“ eingerichtet. Über den Straßenfußball fanden sie zu Lernpatenschaften in Santiago de Chile. Individuelle Freundschaften entwickelten sich bei gegenseitigen Besuchen und die Deutschen lernten, sich als Ausländer zu bewegen. Als erste Oberschule hat die Mühlendorf zwei Willkommensklassen für ältere Flüchtlinge eröffnet, die aus Platzmangel am Oberstufenzentrum unterrichtet werden. Teltows Schulfachbereichsleiter Michael Belkner lobt die Oberschule: „Herr Kürschner hat eine tolle Arbeit geleistet. Das gute Klima ist spürbar. Man trifft dort intelligente, aufgeweckte junge Menschen.“ Den bevorstehenden Standortwechsel der Mühlendorf-Schule sieht Kürschner gelassen „Hauptsache, die Schulform bleibt erhalten.“

Natürlich verlasse er Teltow auch mit einem weinenden Auge, „aber es sind Grundsteine gelegt und die Kollegen arbeiten gut selbstständig“. Amtierende Rektorin ist jetzt die bisherige Stellvertreterin Susanne Pust. Die öffentliche Ausschreibung für die Schulleiterstelle wird derzeit vorbereitet. Da Christof Kürschner auch für Migration/Berufsorientierung im Schulamtsbezirk zuständig ist, bleibt er mit Teltow verbunden.

Von Claudia Krause

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