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Schülerrat wettert gegen ungerechte Noten

Sport, Musik und Kunst an Schulen Schülerrat wettert gegen ungerechte Noten

Wer schnell läuft, schön malt oder umwerfend singt, bekommt in Sport, Musik und Kunst gute Zensuren – so einfach ist das. Der Landesschülerrat Brandenburg findet das ungerecht. Er fordert: Schüler mit weniger guten Leistungen sollen nicht zwingend schlechtere Noten erhalten.

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Sportliche Leistungen hängen stark von der Veranlagung ab.

Quelle: Foto: dpa

Potsdam. Der Brandenburger Landesschülerrat will neue Bewertungskriterien für die Fächer Musik, Kunst und Sport an den Schulen im Land. „Das Problem ist, dass besonders in diesen Fächern die Leistung sehr von der Begabung eines Schülers abhängt“, sagt Paul Wiesenberg, stellvertretender Sprecher der landesweiten Schülervertretung. „In Kunst, Musik und Sport ist es besonders schwer, diese Nachteile auszugleichen.“

Das Bildungsministerium hält dagegen: „Die individuelle Situation wird bei der Notengebung längst berücksichtigt“, so Ministeriumssprecher Florian Engels. „Es werde beispielsweise im Sport der jeweilige Entwicklungsstand der Schüler ebenso wie der Leistungswille beachtet. „Entscheidend ist nicht nur das Können, sondern auch das Wollen“, sagt Engels.

Den Schülervertretern reicht das nicht. Die entsprechende Vorschrift werde, so der Landesschülerrat, häufig nicht eingehalten: „In vielen Fällen benoten die Fachlehrer einfach nach Listen, die erfüllt werden sollen.“ Sie haben im Schulbeirat des Landes einen Antrag eingereicht, der eine allgemeingültige Lösung bringen soll. Mittelfristig will der Schülerrat auch ungerecht empfundene Bewertungen in anderen Fächern angehen. „In Mathematik und Deutsch ist es ja auch so, dass unterschiedliche Begabungen vorliegen“, sagt Schülervertreter Paul Wiesenberg, „aber da haben wir noch keinen richtigen Weg gefunden, dem entgegenzutreten.“

Ein weiterer Ansatz kommt aus den Reihen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). „Es sind nicht nur die Bewertungen, über die wir sprechen müssen“, gibt GEW-Landesvorsitzender Günther Fuchs zu bedenken, „die Aufgaben müssen auch angemessen sein.“ Er betont die Wichtigkeit von Zensuren, diese sollten Motivation und Feedback für Schüler sein. „Noten sind immer eine Kombination aus tatsächlich erbrachter Leistung und Leistungsbereitschaft“, so Fuchs.

Im März findet zur Benotung in den Nebenfächern ein Gespräch zwischen den Schülern, Experten und Elternvertretern im Bildungsministerium statt. Dessen Sprecher Florian Engels dämpft jedoch die Erwartungen. „Es ist schlicht nicht möglich, für jedes Fach und jeden Schüler eine individuelle Benotung einzuführen.“ Er betont aber, dass es neben der Vorschrift für die kreativen Nebenfächer wie Musik, Kunst und Sport auch in Hauptfächern wie Mathematik und Deutsch einen Nachteilsausgleich gibt. „Bei nachgewiesenen individuellen Problemen wie Legasthenie oder Dyskalkulie wird besondere Rücksicht genommen“, erklärt Engels. Seine Botschaft an die Schüler: „Niemand sollte sich dem Druck aussetzen, alles zu können. Es ist völlig normal, ein paar Schwächen zu haben.“

Von Saskia Popp

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