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Wachdienste profitieren von Flüchtlingskrise

Branche sucht Mitarbeiter Wachdienste profitieren von Flüchtlingskrise

Die Flüchtlingskrise setzt Kommunen unter Druck, beflügelt aber die Sicherheitsbranche. Wachdienste erleben einen regelrechten Boom. Doch das stellt die Branche vor Schwierigkeiten. Denn die Mitarbeiter müssen entsprechend qualifiziert sein. Der Job in den Unterkünften ist nicht ganz einfach. Und manchmal gefährlich.

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Wachdienste suchen Personal für Flüchtlingsheime

Quelle: dpa

Potsdam. Die anhaltende Flüchtlingskrise hat der Sicherheitsbranche einen regelrechten Boom beschert. Auch in Brandenburg werden händeringend Mitarbeiter gesucht, die für den Dienst in Asylunterkünften geeignet sind. Der Umsatz der Branche stieg im ersten Halbjahr um 8,9 Prozent, die Mitarbeiterzahlen kletterten um fünf Prozent nach oben.

Beim Anbieter Securitas, der in Brandenburg und Berlin mehrere Unterkünfte betreut, stapeln sich die Aufträge. „Wenn man Freitagnachmittag einen Auftrag bekommt, ab Montagfrüh eine Gemeinschaftsunterkunft zu betreuen, dann ist das schon eine Herausforderung“, sagt Bernd Weiler, Sprecher des Unternehmens.

Quartiere sind winterfest

Für alle Flüchtlinge in den Brandenburger Erstaufnahmeeinrichtungen stehen jetzt winterfeste Quartiere bereit. Mit dem Abbau der letzten nicht beheizbaren Zelte an einem Außenstandort in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) wurde am Samstag begonnen, wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte.

Die Auftragslage ist gut – doch für die Branche ist das nicht immer ein Segen. „Für uns ist es ein Pro­blem, wenn Sicherheitsdienstleistungen in Flüchtlingsheimen zum billigsten Preis, also Mindestlohn, ausgeschrieben werden“, erklärt Weiler. Schließlich handele es sich um besondere Einrichtungen, bei denen es nicht nur darum gehe, dass ein Wachmann seine Runden dreht. „Solche Einrichtungen müssen sensibel und mit Erfahrung betreut werden, unsere Leute treffen dort oft auf traumatisierte Personen unterschiedlicher Kulturen und Sprachen“, so Weiler. „Wir haben ein Schulungskonzept für diese Aufgaben entwickelt, bei denen kulturelle Kompetenzen und Deeskalation trainiert werden.“

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Sein Unternehmen lehne deshalb Ausschreibungen ab, bei denen nur der Preis und nicht die Qualität zähle. Doch bei den Ausschreibungen der Heimbetreiber, die im Auftrag der Kommunen arbeiten, zählen solche Überlegungen offenbar wenig. „Der niedrigste Preis gewinnt“, sagt auch Silke Wollmann, Sprecherin des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft: „Wenn man die Mitarbeiter für die Aufgabe qualifizieren will, muss man es aus eigener Tasche zahlen.“

Übergriffe auf Wachdienst nehmen zu

Der Branchenverband warnt deswegen vor Sicherheitsrisiken. Außerdem komme es immer häufiger zu Übergriffen auf Wachmänner. Die Zahl der „Konfrontationsunfälle“ habe in den ersten sieben Monaten des Jahres im Vergleich zum gesamten Vorjahr um 70 Prozent zugenommen, heißt es. Die zuständige Unfallkasse bestätigte diese Zahl, relativiert jedoch, dass dies aufgrund der gestiegenen Zahl der Unterkünfte kein Indiz für mehr Gewalt sei.

Unterdessen hat SPD-Chef Sigmar Gabriel der Union in der Flüchtlingskrise „Hilflosigkeit“ vorgeworfen. In Sachsen kam es erneut zu Ausschreitungen von Asylgegnern vor Flüchtlingsheimen. In Brandenburg sorgten Neonazis mit einer unangekündigten Versammlung in Cottbus für Ärger.

Von Torsten Gellner

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