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Solarfabrik schließt Anfang 2016

Sozialplangespräche bei Bosch Solarfabrik schließt Anfang 2016

Einen Tag nach der angekündigten Betriebsschließung der Bosch Solar CISTech in Brandenburg haben am Mittwoch die Gespräche zwischen der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat der Brandenburger Bosch-Tochter begonnen. Es geht um die Zukunft von rund 180 Beschäftigten. Die Stimmung ist nach der überraschenden Hiobsbotschaft vom Dienstag gedrückt.

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Künftig wird es im Brandenburger Solarmodulwerk so leer sein wie auf diesem Bild.

Quelle: Firmenfoto

Brandenburg an der Havel. Einen Tag nach der angekündigten Betriebsschließung der Bosch Solar CISTech in Brandenburg haben am Mittwoch die Gespräche zwischen der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat der Brandenburger Bosch-Tochter begonnen. Es geht um die Zukunft von rund 180 Beschäftigten, von denen etwa 170 fest angestellt sind.

Am Dienstag waren die Geschäftsführer Matthias Lanwehr und Volker Probst vor die Belegschaft getreten und hatten die schlechte Nachricht aus Stuttgart verkündet. Die Bosch-Gruppe wird den Standort aufgeben und den Betrieb des Solarmodulwerks in Brandenburg schließen. Wie die MAZ inzwischen erfuhr, soll dies innerhalb der ersten drei Monate des nächsten Jahres geschehen.

Ein Drittel Frauen

Damit stellt Bosch die Entwicklung von Solar-Dünnschichtmodulen ein, an der derzeit rund 180 Mitarbeiter in der Bosch Solar CISTech GmbH arbeiten. Die Belegschaft besteht etwa zur Hälfte aus Ingenieuren, die meisten anderen sind gewerbliche Mitarbeiter, die überwiegend in der Region verwurzelt sind. Von den Beschäftigten sind gut ein Drittel Frauen.

Der Stuttgarter Konzern kündigte über die örtlichen Geschäftsführer an, sozialverträgliche Lösungen für die Mitarbeiter zu suchen und dazu umgehend Gespräche mit Arbeitnehmervertretern aufzunehmen.

Der Betriebsrat in Brandenburg existiert seit 2012 und sieht sich gut aufgestellt und in der Belegschaft anerkannt. Auch der Betriebsrat habe erst am Dienstag erfahren, dass der Standort Brandenburg geschlossen werden soll, berichten Bodo Paetzel und Frank Hergert, der Vorsitzende und sein Stellvertreter.

Mutmaßungen über Beteiligung einer Transfergesellschaft

Um die richtigen Beschlüsse zu fassen, haben die Arbeitnehmervertreter bereits rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Beistand eingeholt und werden dies ab sofort noch verstärkt tun. Mehr lasse sich derzeit noch nicht sagen, teilen das Unternehmen und auch der Betriebsrat mit. Informationen, denen zufolge eine Transfergesellschaft in die Abwicklung einbezogen werden soll, bestätigte keine Seite.

Die Hiobsbotschaft aus Stuttgart kam überraschend, aber für alle Beteiligten nicht völlig unvorbereitet. Dennoch ist die Stimmung im Betrieb verständlicherweise gedrückt. „Man hat eben immer noch gehofft“, sagt ein Mitarbeiter der MAZ.

Die jüngsten Informationen der Geschäftsleitung vor dem endgültigen Aus hatten besagt, dass Bosch in Gesprächen mit möglichen Investoren und Kooperationspartnern sei, niemand aber wisse, wie es ausgeht. Also bestand Hoffnung Noch vor etwa zwei Wochen sollen sich Interessenten im Hohenstückener Werk umgesehen haben. Die Hoffnung bekam weitere Nahrung.

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Keinen Investor gefunden

Was die Belegschaft am Dienstag als Begründung erfuhr, deckt sich mit den offiziellen Unternehmensinformationen: Denen zufolge hat Bosch hat umfassend verschiedene Optionen geprüft, jedoch keinen Investor und keine wirtschaftlich tragfähige Lösung gefunden.

Nach Angaben von Unternehmenssprecher Christian Hoenicke läuft die Arbeit vorerst weiter und lassen sich die Maschinen nicht von heute auf morgen abschalten. Insofern werde noch einen Zeit bis zur endgültigen Schließung vergehen. Einen fixen Termin will Stuttgart nicht nennen. Das hänge vom Verlauf der Gespräche in Brandenburg ab, heißt es.

Die 2006 bis 2007 für Johanna Solar Technology errichteten Gebäude im Industriegebiet Hohenstücken gehören seit dem Verkauf ende 2009 der Bosch Solar CISTech GmbH. Das gleiche gilt für die Grundstücke und für die Maschinen in der Solarfarbik. Konkrete Verlaufspläne gibt es laut Hoenicke noch nicht. Ein Teil der Maschinen könnte auch in branchenfremden Betrieben Verwendung finden. Andere wiederum sind sehr speziell auf die Chiptechnologie ausgerichtet.

Solar-Ausstieg begann im März 2013

Schon im März 2013 ist Bosch aus dem Geschäftsfeld kristalline Photovoltaik ausgestiegen und hat die Fertigung von Ingots, Wafern, Zellen und Modulen Anfang 2014 eingestellt. Damals wurde die Bosch Solar CISTech GmbH in Brandenburg unverändert als Entwicklungsaktivität für die Dünnschichttechnologie weitergeführt. Die Bosch-Gruppe vertagte die Entscheidung über die weitere Ausrichtung.

Nicht wettbewerbsfähig, so begründete der Konzern vor zweieinhalb Jahren das Ende des Geschäftsbereiches mit seinen damals 3000 Beschäftigten. Der Preisverfall von bis zu 40 Prozent sei nicht kompensieren gewesen, sagte Stefan Hartung, seinerzeit Aufsichtsratsvorsitzender der Bosch Solar Energy AG.

Die Verluste des Geschäftsbereiches Solar Energy hatten sich im Jahr zuvor auf rund eine Milliarde Euro belaufen.

Im April 2014 wurde ein Interessenausgleich und Sozialplan für den geschlossenen Standort Arnstadt vereinbart.

Rund 250 der Mitarbeiter in Thüringen konnten wechseln in den Automobilelektronik-Standort, den Bosch im Herbst 2014 startete. Andere Mitarbeiter wechselten für bis zu zwölf Monate in die vereinbarte Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft, die ihnen neue berufliche Chancen eröffnen sollte.

Von Jürgen Lauterbach

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