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Warum Azubis massenhaft hinschmeißen

Bertelsmann-Studie zu Ausbildung Warum Azubis massenhaft hinschmeißen

Firmen in Brandenburg haben Schwierigkeiten, ihre Lehrstellen zu besetzen – und deshalb schmerzt sie eins besonders: Bis zu 40 Prozent der Lehrlingsverträge im Handwerk werden vorzeitig aufgelöst – das sagt eine Bertelsmann-Studie. Warum aber schmeißen die Azubis hin?

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Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Lehrlinge in Brandenburg haben Probleme, einen passenden Betrieb zu finden – und umgekehrt. Von hundert Handwerks-Azubis brechen 40 das Ausbildungsverhältnis mit ihrem Lehrbetrieb vorzeitig ab. Märkische Lehrlinge schmeißen deutlich häufiger hin als Auszubildende in anderen Bundesländern. Das geht aus dem „Ländermonitor berufliche Bildung“ der Bertelsmannstiftung hervor, der am Montag erschienen ist.

– MAZ-Kommentar: Unser Wirtschaftswunder ist bedroht

„Vertragslösungen sind nicht mit Ausbildungsabbrüchen gleichzusetzen“, sagt Lars Thies von der Bertelsmannstiftung, die sich den Ausbildungssektor der Jahre 2005 bis 2013 angesehen hat. „Viele Lehrlinge sagen sich: Mit diesem Meister habe ich keine Lust mehr. Sie setzen ihre Ausbildung in einem anderen Betrieb fort.“ Als besonders gefragt gelten indes Ausbildungs-Verträge im öffentlichen Dienst. Nur acht Prozent der Lehrlinge in Behörden geben vor Erlangen des Berufsabschlusses auf.

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Brandenburg erlebt einen der deutlichsten Azubi-Rückgänge

Die Fachkräfte-Lücken in Brandenburg nehmen laut der Studie deutlich zu. Angesichts des demografischen Wandels müsse mit Engpässen „von erheblichem Ausmaß gerechnet werden“. Von 2005 bis 2013 habe sich die Zahl der Azubi-Anfänger von 15.900 auf 8500 nahezu halbiert. Brandenburg erlebe damit einen der deutlichsten Rückgänge bundesweit, heißt es in der Studie.

Auch ohne Schulabschluss gute Chancen auf eine Lehre


Der Beobachtungszeitraum des Ländermonitors endet mit dem Jahr 2013, weil für 2014 nach Auskunft der Macher noch keine kompletten Datensätze aus allen Bundesländern vorlagen.

Jugendlichen ohne Schulabschluss bietet Brandenburg wegen des großen Angebots an Lehrstellen bei geringen Bewerberzahlen recht gute Chancen.

Die Zahl der Lehrlinge aus Berlin , die in Westbrandenburg einen Ausbildungsplatz haben, ist laut IHK von 145 im Jahr 2011 auf 310 Ende Oktober 2015 gestiegen.

Außerdem seien märkische Bewerber oft weniger qualifiziert. So hat Brandenburg weniger Abiturienten als andere Bundesländer, dafür aber mehr junge Menschen, die höchstens einen Hauptschulabschluss besitzen. Alles trübe also in der Mark? Nein, denn in der Bertelsmannstudie fehlen zwei entscheidende Jahre. Der Abwärtstrend bei der Zahl der Schulabgänger – also auch der Lehrlinge – ist mittlerweile gestoppt. „Die Talsohle bei der Ausbildung wurde 2014 durchschritten“, sagt Detlef Gottschling, Sprecher der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam. Aktuell seien 2658 Ausbildungsverträge im Kammerbezirk (Westbrandenburg) abgeschlossen worden. Das sind, so Gottschling, 24 mehr als im Vorjahr.

„Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist aktuell besser, als es der Ländermonitor der Bertelsmann-Stiftung beschreibt“, sagt auch Alexander Schirp, Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB). Zuletzt sei die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze spürbar gestiegen. Die Unternehmen wüssten, dass sie sich auf die demografischen Veränderungen einstellen müssen.

Von Ulrich Wangemann

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