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Woidke will Bahn-Werker unterstützen

Instandhaltungswerk in Eberswalde Woidke will Bahn-Werker unterstützen

Das Instandhaltungswerk der Bahn in Eberswalde (Barnim) steht vor dem endgültigen Aus. Am Mittwoch haben Mitarbeiter des Werks gegen eine mögliche Schließung demonstriert. Ministerpräsident Dietmar Woidke hat ihnen dabei die Unterstützung des Landes zugesichert. Wie es mit dem Werk weitergeht, könnte sich bald entscheiden.

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Ministerpräsident Woidke bei der Protestkundgebung gegen die drohende Werksschließung.

Quelle: dpa-ZentralbildFoto: dpa

Eberswalde. Viele Bahnmitarbeiter haben ihrem Ärger über die offiziell immer noch ausstehende Entscheidung der Deutschen Bahn (DB) zur Zukunft des Instandhaltungswerks Eberswalde (Barnim) Luft gemacht. Rund 200 Menschen zogen am Mittwoch nach Betriebsratsangaben vor das Werkstor. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) war ebenfalls gekommen. Er sicherte ihnen die Unterstützung des Landes zu. Einem Bericht der „Märkischen Oderzeitung“ zufolge steht das endgültige Aus des Werks schon fest. Ein Bahnsprecher verwies hingegen erneut darauf, dass die Investorengespräche noch laufen würden.

Woidke sagte nach seinem Besuch in Eberswalde: „Das Land wird alles in seiner Macht stehende tun, um das Werk zu retten.“ Er fügte hinzu: „Der Industriestandort Eberswalde muss erhalten bleiben.“

Dobrindt soll Streit um Gelder für die Bahn beenden

Die Grünen fordern Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) auf, den Streit zwischen den Bundesländern um die Verteilung der Regionalisierungsmittel für die regionalen Bahnverkehre zu beenden.

Verkehrsexperte Stephan Kühn sowie Abgeordnete aus den fünf ostdeutschen Ländern und Berlin verlangen von Dobrindt, „sollte absehbar keine Einigung unter den Bundesländern zustande kommen“, müsse der Minister „kurzfristig einen Entwurf für die horizontale Verteilung der Regionalisierungsmittel“ vorlegen.

Nach den bisherigen Szenarien für die Verteilung der Gelder des Bundes würden „einseitig vor allem die ostdeutschen Bundesländer benachteiligt“. Sie müssten absehbar Nahverkehrsleistungen abbestellen. „Nach dem überdurchschnittlich starken Rückzug des Fernverkehrs in Ostdeutschland darf nicht auch im Nahverkehr die Abwärtsspirale eingeleitet werden“, warnen die Grünen.

Die Bundesregierung hatte sich nach langem Ringen mit den Ländern darauf verständigt, die Regionalisierungsmittel von 7,3 auf 8 Milliarden Euro pro Jahr aufzustocken und ab 2017 jährlich um 1,8 Prozent zu erhöhen. Länder wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen beanspruchen aber unter Hinweis auf die große Nutzung ihrer Regionalzüge einen höheren Anteil für sich.

Das Thema steht am Donnerstag auf der Tagesordnung des Treffens der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin.

Eigentlich sollte Ende Oktober schon feststehen, wie es weiter geht

Vor mehr als einem Jahr hatte der Bahnkonzern die geplante Schließung des Bahnwerks bekannt gemacht und zugesichert, den Beschäftigten andere Stellen im Konzern anbieten zu wollen. Demnach sollten bis Ende 2016 die Lichter an dem traditionsreichen Standort ausgehen. Rund 360 Menschen arbeiten dort. Als Grund für die Schließungspläne wurde ein Rückgang der Instandhaltungsleistungen an Güterwaggons genannt.

Später gab es dann Investorengespräche. Eigentlich sollte Ende Oktober schon feststehen, wie es weiter geht. Bei dem potenziellen Investor sollte es sich nach Medienberichten um die Deutsche Eisenbahn Service AG handeln. Dieses Unternehmen ist etwa mit der Wartung und Instandhaltung von Schienenfahrzeugen und Waggons befasst. Zudem vermietet es Schienenfahrzeuge und Waggons an Dritte.

Gespräch mit Bahn-Chef Grube am 11. Dezember

Die Grünen-Fraktion im Landtag warf dem Bahnkonzern Versagen vor. Wenn er das Werk nicht mehr betreiben wolle, müsse er es verkaufen, hieß es in einem offenen Brief an die Mitarbeiter.

Die Beschäftigten setzen nun ihre Hoffnung auf den 11. Dezember, wie der Betriebsrat mitteilte. An dem Tag sei ein Gespräch mit Bahnchef Rüdiger Grube in Berlin geplant. Das Schlimmste sei für viele die Ungewissheit.

Nach der Wende sind viele Arbeitsplätze verloren gegangen

Die Hängepartie um das Bahnwerk drückt nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg auch auf die Stimmung in der Wirtschaft. „Die Angst vor Arbeitslosigkeit lähmt die Bahnwerker, aber auch Eberswalde als industrielles Mittelzentrum“, sagte Hauptgeschäftsführer Gundolf Schülke. „Während am Jahresende sonst die gute Geschäftslage das Wirtschaftsleben beflügelt, herrscht in Eberswalde angespanntes Warten.“ Die Stimmung drohe zu kippen.

Der traditionsreiche Metallstandort nördlich von Berlin ist in der Vergangenheit wirtschaftlich stark zur Ader gelassen worden: Tausende Arbeitsplätze brachen nach der Wende in den großen Betrieben weg. Statt großer Unternehmen wie Kranbau und Rohrleitungsbau – alle führten den Namen der Stadt in der Firmenbezeichnung – siedelten sich kleine Firmen an. Darunter sind Autozulieferer oder Kunststoffverarbeiter. Seit der Wende schrumpfte die Zahl der Einwohner von 52.000 auf etwa 40.000.

Von Anna Ringle

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