Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
179 Verkehrstote auf Brandenburgs Straßen

Traurige Bilanz 179 Verkehrstote auf Brandenburgs Straßen

Brandenburg bleibt aller Voraussicht nach bundesweit trauriger Spitzenreiter in der Statistik der Verkehrstoten. Die Experten rätseln über die Hintergründe.

Voriger Artikel
Ab 2017 rollt „Regiobus Potsdam-Mittelmark“
Nächster Artikel
Air Berlin denkt über Börsen-Rückzug nach

Verkehrsministerin Kathrin Schneider und Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD).

Quelle: dpa

Potsdam. Auf Brandenburgs Straßen ist die Zahl der Verkehrstoten wieder deutlich gestiegen. 2015 kamen 179 Menschen bei Unfällen ums Leben. Das ist der höchste Wert seit vier Jahren und bedeutet einen Anstieg um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als mit 139 so wenige Tote wie noch nie nach der Wiedervereinigung gezählt worden waren. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) sprach von einer „besorgniserregenden“ Steigerung und kündigte schärfere Kontrollen durch die Polizei an.

„Die Unfälle folgen keinem erkennbaren Muster“, sagte Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD). Dreiviertel der Todesopfer stamme aus Brandenburg. Auch die Verursacher tödlicher Unfälle sind laut Schneider großteils aus der Region. Mit 73 Verkehrstoten pro eine Million Einwohner liegt Brandenburg im Vergleich der Bundesländer nun voraussichtlich wieder an der Spitze.

2015 stieg auch die Zahl der Verkehrsunfälle, nämlich um 1,8 Prozent auf 80.723. Die Zahl der Verletzten blieb mit 10.771 nahezu konstant (minus 0,1 Prozent). Hauptunfallursache sind weiter überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol am Steuer, zu geringer Abstand und Verstöße gegen die Vorfahrtsregel.

Mehr als jeder zweite tödliche Unfall lässt sich auf zu hohes Tempo zurückführen. „Unsere Zielstellung ist es, das Entdeckungsrisiko für Raser zu erhöhen“, sagte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. 2015 ertappte die Polizei 1,4 Millionen Raser, das sind 125.000 mehr als im Vorjahr. 2016 sollen an den Autobahnen 11 (bei Lanke) und 13 (bei Ortrand) neue stationäre Blitzerkabinen in Betrieb genommen werden, weitere drei Standorte entlang der A 10 sind laut Mörke in Prüfung. Bislang sind vier in Betrieb.

Dagegen steht der Wach- und Wechseldienst wegen des verstärkten Einsatzes im Zuge der Flüchtlingskrise kaum noch für die Verkehrsüberwachung zur Verfügung. Mörke räumte an, dass im Durchschnitt statt der angestrebten 124 lediglich 105 Funkstreifenwagen pro Tag im Land unterwegs seien.

Die Opposition machte die Polizeireform für eine geringere Kontrolldichte auf den Straßen verantwortlich. So seien weniger Alkoholsünder ertappt worden, während die Zahl der Alkoholtoten von zehn auf 17 anstieg, argumentierte der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Björn Lakenmacher. Die Landesverkehrswacht forderte die Landesregierung auf, den Kontrolldruck bei Tempoüberschreitungen, Alkohol- und Drogenvergehen zu erhöhen.

Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Verkehrstoten bis 2024 auf 100 zu senken.

Von Bastian Pauly

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Auto & Mobiles