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5 Gründe, warum die B96 ausgebaut werden sollte

Forderung der IHK Potsdam und Neubrandenburg 5 Gründe, warum die B96 ausgebaut werden sollte

Sie ist eine der wichtigsten Bundesstraßen Brandenburgs. Doch seit vielen Jahren stockt der Ausbau der 96, besonders zwischen Oranienburg und Neubrandenburg. Das soll sich nach dem Willen der IHK Potsdam und der IHK Neubrandenburg ändern. Dafür haben sie mindestens fünf gute Gründe.

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Die B 96 kurz vor Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern).
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Neubrandenburg/Potsdam.  Das große Ärgernis der regionalen Wirtschaft ist 105 Kilometer lang und viel befahren. Es führt von Oranienburg in Brandenburg bis Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern und ist voll mit „Nadelöhren“: enge Ortsdurchfahrten, viele Bahnübergänge, nur zwei Spuren, ständige Straßensperren wegen hoher Unfallzahlen. Die Folge: Der Verkehrsfluss auf der wichtigen Nord-Süd-Trasse, der Bundesstraße 96, ist seit Jahren massiv eingeschränkt.

Für die Kammern ist die B96 eine Lebensader für die Wirtschaft

Die für diesen Bereich zuständigen Industrie- und Handelskammern, in Potsdam und Neubrandenburg, haben sich zusammengetan und wollen in einer konzertierten Aktion nicht mehr nur zuschauen, wie die Bundes- und Landespolitik Abhilfe immer nur ankündigt. Der derzeitige Ausbauzustand und die vielen Ortsdurchfahrten seien den aktuellen Anforderungen nicht mehr gewachsen, erklärten die Kammerchefs Beate Fernengel (Potsdam) und Wolfgang Blank (Neubrandenburg). Sie fordern den raschen Aus- und Neubau der B 96, der „Lebensader für Wirtschaft und Tourismus der Region“, wie es der Neubrandenburger Hauptgeschäftsführer Torsten Haasch am Montag nach einem Treffen in Neubrandenburg sagte.

Gründe für den Ausbau

Die Industrie- und Handelskammern haben fünf Argumente für den Ausbau der Bundesstraße 96:

 – Schnelle Anbindung an Berlin stärkt Konkurrenzfähigkeit der Hauptstadt.

Kurze Verbindung zu den Ostseehäfen sowie nach Nord- und Osteuropa.

 – Beschleunigung der Transport- und Lieferwege für Unternehmen.

 – Neuansiedlungen von Firmen.

 – Verbesserung der Erreichbarkeit touristischer Ziele und Förderung des Fremdenverkehrs in beiden Ländern.

Zwar sei Ausbau der B 96 zwischen Berlin und der A 20 seit Jahren in verschiedenen Bundesverkehrswegepläne vorgesehen, doch passiert ist bisher wenig. Lediglich die Ortsumgehungen Oranienburg und Neustrelitz seien in den 1990er Jahren realisiert worden. Doch nun stagniere der Ausbau seit Jahren, sagte Manfred Wäsche von der IHK Potsdam.

Umfahrungen sind nicht sinnvoll, weil sie viel zu lang sind

Auf Brandenburger Territorium sind Ortsumfahrungen in Löwenberg/Teschendorf/Nassenheide, Gransee und Fürstenberg zumindest schon geplant. Aber nur in Löwenberg/Teschendorf ist das 100 Millionen Euro teure Vorhaben auf knapp 18 Kilometern bereits im Planfeststellungsverfahren. Ab 2019 soll gebaut werden. In Fürstenberg gibt es noch keine konkrete Planung. Es wird frühestens mit einem Baubeginn 2023 gerechnet.

 Umfahrungen der Nadelöhre auf der B 96, wie über die Autobahnen 20 und 11, seien nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammern für viele Autofahrer keine Alternative, weil die Strecke fast 90 Kilometer länger ist. Es liegen auch Zahlen über das Verkehrsaufkommen vor. Auf der B  96 fahren sollen täglich bis zu 12.000 Fahrzeuge unterwegs sein. Die Spanne reicht von täglich knapp 6000 Fahrzeugen bei Fürstenberg über 11 300 bei Neustrelitz bis 17.000 in Teschendorf.

Autofahrer brauchen weiter Geduld

Die IHKs in Potsdam und Neubrandenburg hoffen, dass die großen Vorhaben beim Bund mit höchster Priorität eingestuft werden. Es gebe bereits positive Aussagen zur Finanzierung der Bauvorhaben entlang der B 96, hieß es. Ein Beirat in beiden Ländern soll für den geplanten Ausbau der wichtigen Verkehrsader zwischen Berlin und der Ostsee werben. In Brandenburg ist dieser fest installiert. In Mecklenburg-Vorpommern soll am 29. Februar ein „B 96-Beirat“ gebildet werden.

Die Autofahrer brauchen also weiter Geduld. In Fürstenberg wird es schon rund um Pfingsten wieder Einschränkungen geben. Wegen Bauarbeiten an einer Brücke müssen Fahrer für gut vier Wochen einen Umweg von 40 Kilometern über Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) in Kauf nehmen.

Von Igor Göldner

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