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ADAC: Autofahrer verunsichert wegen VW

Abgas-Affäre ADAC: Autofahrer verunsichert wegen VW

Muss ich für meinen Wagen jetzt höhere Steuern zahlen? Oder verliert er gar die Zulassung? Die VW-Affäre um manipulierte Abgas-Werte hat viele Autofahrer in der Region verunsichert, berichtet der ADAC Berlin-Brandenburg.

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Quelle: AFP

Königs Wusterhausen . Die Affäre um manipulierte Abgaswerte beim Fahrzeughersteller VW verunsichert auch viele Autofahrer in der Region. Während sich VW-Händler und Dekra-Prüfzentren gegenüber der MAZ – wenn überhaupt – äußerst zurückhaltend äußern, berichtet der ADAC Berlin-Brandenburg über viele besorgte Anfragen und großen Andrang bei den Sicherheits-Checks des Automobilclubs. Von Dienstag bis Donnerstag ist der ADAC mit einer mobilen Prüfstation auch auf dem Parklatz vor dem A10-Center in Wildau zu erreichen.

Dekra äußert sich nicht zur VW-Krise

„Eine Abgasuntersuchung können wir in diesem Rahmen aber nicht anbieten“, sagt Jörg Kirst, der Gruppenleiter Technik beim ADAC Berlin-Brandenburg. „Dafür haben wir vor Ort weder die Technik noch die Berechtigung.“ Mit einer einfachen Abgasuntersuchung lasse sich aber ohnehin nicht klären, ob die Abgaswerte des eigenen Wagens mit den Angaben des Herstellers übereinstimmen. Das ginge nur in Speziallabors, wo sich Bedingungen wie der Bodenbelag, die Geschwindigkeit oder der Gang, in dem gefahren wird, genau definieren lassen. In ganz Brandenburg könne das nur das Dekra-Prüfzentrum in Klettwitz bei Senftenberg leisten. Bei der Dekra möchte man sich mit Verweis auf die Neutralität des Vereins allerdings nicht zur VW-Krise äußern.

Jörg Kirst vom ADAC gibt sich freimütiger. Der Verein fordert schließlich schon länger, dass die Autohersteller die Abgaswerte von neuen Fahrzeugtypen unter realen und nicht unter Laborbedingungen testen müssen. „Technisch ist das möglich und wird bei Lkws schon seit 2013 gemacht“, sagt Jörg Kirst. „Aber die Auto-Hersteller sträuben sich aus verständlichen Gründen gegen reale Testbedingungen, weil die Mehrheit ihrer Fahrzeugtypen die gesetzlichen Normen nicht erfüllen würde.“ Kirst erwartet, dass sich die Testbedingungen in Zukunft verschärfen werden: „Insofern ist diese VW-Krise auch hilfreich.“

Irritationen unter den Brandenburgern

Unter den Autofahrern in Berlin und Brandenburg hätten die Berichte über Manipulations-Software in Millionen von VW- und Audi-Fahrzeugen große Irritation ausgelöst, berichtet Kirst: „Wir bekommen viele Anfragen, die Leute sind verunsichert. Sie fragen sich, ob sie für ihr Auto jetzt mehr Steuern zahlen müssen oder sie gar die Zulassung für ihre Fahrzeuge verlieren. Aber für den Verbraucher hat die Affäre erst mal keine Nachteile.“ Weil es zudem noch keine genauen Informationen zu den betroffenen Autos gebe, sei es nicht sinnvoll, den Hersteller anzurufen.

Die Verunsicherung der Autofahrer mache sich auch im großen Andrang bei den Sicherheitschecks des ADAC bemerkbar. Die bietet der Club stationär an, zum Beispiel am Standort in Luckenwalde, aber auch mit einer mobilen Prüfstation, die von Dienstag an in Wildau Station macht. „Der Anlass ist vielleicht nicht schön, aber wir freuen uns natürlich, wenn jetzt umso mehr Leute ihre Bremsen überprüfen lassen“, sagt Jörg Kirst. Beim Sicherheits-Check überprüft der ADAC kostenfrei die Stoßdämpfer, die Bremsen und die Lichtanlage.

Info: Die mobile Prüfstation ist von Dienstag bis Donnerstag jeweils von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr auf dem Parkplatz des A-10-Centers in Wildau zu finden. Ein stationärer Check ist möglich beim ADAC in Luckenwalde, Treuenbrietzener Tor 1A, Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr. Voranmeldung unter  0 33 71/ 62 23 46.

Von Martin Küper

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