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Ab 2017 rollt „Regiobus Potsdam-Mittelmark“

Neuer Name für neues Unternehmen Ab 2017 rollt „Regiobus Potsdam-Mittelmark“

Die Verkehrsgesellschaft VGB mit Sitz in Bad Belzig und die Beelitzer BVSG gehen zum Januar 2017 im neuen, gemeinsamen Unternehmen „Regiobus Potsdam-Mittelmark“ auf die Strecke. Damit wird die zum Januar 2015 erfolgte Aufspaltung der früheren Havelbus-Verkehrsgesellschaft (HVG) abgeschlossen.

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Gemeinsam am Steuer für die neue Verkehrsgesellschaft „Regiobus Potsdam-Mittelmark“: Hans-Jörg Hennig (li.) und René Poleske.

Quelle: Thomas Wachs

Bad Belzig. Die ersten neuen Kennzeichen machen jetzt deutlich, wohin die Reise geht. Hinter dem Kürzel PM für Potsdam-Mittelmark steht bei ersten Bussen ein „RB“. Die Initialen stehen für „Regiobus Potsdam-Mittelmark“. Diesen neuen Namen verkündete Landrat Wolfgang Blasig (SPD) am Montag auf Nachfrage der MAZ.

Als Zusammenschluss der Verkehrsgesellschaft Belzig (VGB) mit Sitz in Bad Belzig und der Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft (BVSG) soll diese neue Gesellschaft nunmehr ab Januar 2017 im Landkreis Potsdam-Mittelmark auf Strecke gehen. Verfolgt wird das Ziel dieser Fusion seit der 2014 erfolgten Aufteilung der Havelbus-Verkehrsgesellschaft (HVG). Deren mittelmärkischer Teil ging zum 1. Januar 2015 auf die BVSG als damalige Konzerntochter über.

Größtes Busunternehmen Brandenburgs

Nun steht die Ausgestaltung der Fusion zum „dann größten Busunternehmen Brandenburgs“ an, so Blasig. Es könnte nach Einschätzung der auch künftig zunächst noch parallel tätigen Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig (VGB) und René Poleske (BVSG) rund 160 Busse und bis zu 360 Mitarbeiter haben, kündigten beide Chefs am Montag vor Journalisten an. Gemeinsam sollen dann pro Jahr insgesamt rund 9,5 Million Fahrplankilometer absolviert werden, so Poleske.

Derzeit laufe die Angleichung beider Gesellschaften auch technisch. Ein gemeinsames, computergestütztes Leitsystem, identische Ticket-Drucker und für 2017 ein gemeinsamer Fahrplan seien bereits ebenso in Arbeit, wie das gemeinsame Erscheinungsbild „mit dem Besten aus beiden Partnern“, so Blasig.

Der erfolgreiche „Plus-Bus“ soll künftig auch andernorts rollen

Der erfolgreiche „Plus-Bus“ soll künftig auch andernorts rollen.

Quelle: Mischa Karth

Wie der Landrat sagte, werde an allen Standorten festgehalten und kein Mitarbeiter im Zuge der Fusion gekündigt. „Eher geht es darum, die Stellen altersbedingt ausscheidender Kollegen, adäquat neu zu besetzen“, kündigte Wolfgang Blasig als Auftraggeber für den öffentlichen Personennahverkehr mit Bussen an.

Herausforderung sehen er und die Geschäftsführer in der engeren Anbindung des Großraums Werder an die Stadt Potsdam. Dazu seien allerdings „mehr Beteiligung der Landeshauptstadt und ein Gesamtkonzept mit der Verkehrsgesellschaft in Potsdam (ViP) nötig. Derzeit gebe es nach Einschätzung Blasigs von dort „aber nur viel politischen Aktionismus mit wechselnden Zielen“. Insgesamt werden sich die neuen Herausforderungen über den Norden hinaus jedoch auch in den übrigen Landkreis hinaus auswirken, kündigte VGB-Chef Hennig an. Details nannten beide Geschäftsführer am Montag allerdings noch nicht.

Mehr als drei Millionen Kilometer absolviert

Allgemein soll eine verlässliche Anbindung zwischen Schiene und Straße mehr Fahrgäste zum Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen. Dazu werde das erfolgreiche Konzept des „Plus-Busses“ mit fester Taktung auf weiteren Linien ausgebaut. Genaue Zahlen auch zu Wirtschaftlichkeit seines Unternehmens will Hans-Jörg Hennig erst bei der Auswertung für 2015 vorlegen. Die Bilanz werde derzeit noch erarbeitet. Doch gehe die Verkehrsgesellschaft Belzig mit einem „sehr guten wirtschaftlichen Ergebnis“ in die Fusion. Das sagte der Geschäftsführer – ohne konkrete Zahlen zu nennen – am Hauptsitz in Bad Belzig. Zweigstellen gibt es in Brandenburg/Havel sowie in Ziesar.

Doch schon jetzt ist klar, dass die VGB mit ihren rund 100 Beschäftigten erstmals die Schwelle von drei Millionen Fahrkilometern überschritten hat. Waren es 2005 noch knapp 2,45 Millionen und im Jahr 2014 fast 2,75 Millionen, fuhren die 49 VGB-Busse in 2015 fast 3,025 Millionen Kilometer durch den Landkreis und nach Potsdam hinein. „Und sie transportierten dabei auch mehr Fahrgäste“, so Hennig.

Vier Betriebshöfe bleiben am Netz

Die Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft bringt rund sechs Millionen Jahreskilometer in die Fusion ein. Die BVSG hat 274 Mitarbeiter – davon 195 im Fahrdienst. Auf der Strecke sind 105 eigene Busse und 40 von externen Auftragnehmern, sagte René Poleske der MAZ. Betriebshöfe gibt es auch weiterhin in Potsdam, Beelitz, Stahnsdorf und Werder.

INTERVIEW

Thomas Simpig, Betriebsratschef der Verkehrsgesellschaft Belzig (VGB)

Thomas Simpig, Betriebsratschef der Verkehrsgesellschaft Belzig (VGB).

Quelle: Thomas Wachs

Thomas Simpig ist Vorsitzender des Betriebsrates bei der Verkehrsgesellschaft Belzig (VGB).


MAZ:
Wie sehen Sie als Vertreter der Beschäftigten die Fusionspläne der Verkehrsgesellschaft Belzig mit der größeren Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft (BVSG)

Thomas Simpig: Für uns alle ist das ein riesige Aufgabe. Dieser Herausforderung wollen wir uns gemeinsam stellen.

Wie eng sind denn die bisherigen Kontakte beider Betriebsräte bereits?

Simpig: Derzeit stehen die Vorsitzenden der Betriebsräte regelmäßig in Kontakte. Dieser soll jetzt zunehmend auf die breite Mitarbeiterschaft erweitert werden, damit jeder angemessen eingebunden werden kann.

Die Fusion soll ohne Personalabbau verlaufen. Trauen Sie und ihren Kollegen diesen Aussagen aus den Chefetagen?

Simpig: Niemand der Kollegen wird durch Kündigungen auf der Strecke bleiben. Wir als Betriebsräte haben keinen Grund, an diesen Aussagen zu zweifeln.


Von Thomas Wachs

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