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Abgeordnete wollen Havelspange nicht

Umstrittene Verkehrsplanung Abgeordnete wollen Havelspange nicht

In dramatischen Appellen haben die Befürworter eines dritten Havelübergangs für eine neue Verbindung zwischen den Bundesstraßen 2, 1 und 273 geworben. Bis zu 30 Prozent Verkehrseinsparung könnte das in Potsdam bringen, sagen sie. Eine deutliche Zunahme des Verkehrs fürchten aber die meisten Stadtverordneten und lehnten das Projekt ab.

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Carmen Klockow (Bürgerbündnis, Mi.), Ralf Jäkel und Jana Schulze (Linke), sowie Klaus Rietz /CDU/ANW) und Peter Schultheiß (Potsdamer Demokraten) präsentierten Unterschriftenlisten.

Quelle: Schüler

Innenstadt. Sie haben es nochmal versucht, am Ende aber war der Widerstand zu stark. Die Initiative Pro Havelspange/Westtangente ist am Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung von einer Zwei-Drittel-Mehrheit in die Schranken gewiesen worden. Der dritte Havelübergang ist Geschichte. Beredt hatten Klaus Rietz vom Aktionsbündnis Nord/West in der CDU/ANW-Fraktion und der Linken-Abgeordnete Ralf Jäkel für mutmaßliche Vorteile eines dritten Havelübergangs auf dem Bahndamm im Templiner See geworben.

Von bis zu 30 Prozent Verkehrseinsparung in der Stadt war die Rede unter Berufung auf Entwicklungskonzept Verkehr von 2008, dessen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung aber als tiefgestapelt bezeichnet wurden. Der Einwohner- und damit Autozuwachs laufe viel schneller als geplant, sagte Rietz, dem müsse man mit dem Bau der neuen Straßenverbindung Rechnung tragen. Die stand bereits im Bundesverkehrswegeplan und sollte dort nach dem Willen der überparteilichen Abgeordneteninitiative auch bleiben, um komplett vom Bund bezahlt zu werden. Die Initiative sah auch einen Sinneswandel bei den Umlandgemeinden, die vor einigen Jahren noch fast komplett gegen die Netzverknüpfung waren, doch kommt jetzt ein Fünftel der Befürworter aus dem Umland. Die Initiative breitete in der Mittwochsitzung der Stadtverordneten eine Kette mit Unterschriften aus, auf denen 1170 Namen standen, doch waren es zur Aktionszeit bereits 2246. Das beeindruckte die meisten Stadtverordneten wenig.

So hätte die Netzverknüpfung laufen können

So hätte die Netzverknüpfung laufen können.

Quelle: MAZ

Die Bundesstraßenverknüpfung sei Wunschdenken und Unsinn, urteilte der Grünen-Fraktionschef Peter Schüler; der größte Teil des Verkehrs in Potsdam sein ein Binnenverkehr. Baudezernent Mathias Klipp (Grüne) warnte, folgenden Generationen eine verkehrsreichere und damit schlechtere Welt als heute zu hinterlassen. Die Andere-Fraktionschef Carsten Linke warf Klipp vor, mit der Debatte um eine Verengung der Zeppelinstraße zum Zwecke der Verkehrsdrosselung die Havelspange erst wieder auf den Tisch gebracht zu haben. Linke einte aber auch die Spangengegner mit dem Zitat des verstorbenen SPD-Politikers Hans-Jochen Vogel „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten.” (1972)

Von Rainer Schüler

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