Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Anschluss mit Akku-Zügen

S-Bahn für Velten Anschluss mit Akku-Zügen

Seit Jahren wird die Stadt Velten vertröstet, was den Anschluss an das S-Bahn-Netz angeht. Eine batteriebetriebene S-Bahn könnte in Zukunft Abhilfe schaffen, weil sie das Problem der Stromversorgung auf dem nur fünf Kilometer langen Lückenschluss lösen würde. Doch bislang ist die batteriebetriebene Bahn nur eine Vision, Fördergelder müssten her.

Voriger Artikel
Petition für Bahnanbindung nach Brieselang
Nächster Artikel
Regionalbahn Potsdam-Berlin fährt wieder

Bislang hält noch keine S-Bahn an Veltener Bahnhof. Das soll sich möglichst schnell ändern.

Quelle:  Kugler/Archiv

Velten. Bislang zuckeln batteriebetriebene Züge vor allem auf den Gleisen von Spielzeug-Eisenbahnen. Der Stadt Velten könnte diese Art des Antriebs in den kommenden Jahren den lang ersehnten S-Bahn-Anschluss bringen. Seit Jahren wird die Stadtverwaltung vom Land immer wieder vertröstet, wenn es um den Anschluss ans Streckennetz geht. Ein großes Problem an dem nur rund fünf Kilometer langen Lückenschluss sei die Stromversorgung auf der Strecke, erklärt Matthias Engel, Fachdiensleiter Stadtentwicklung und Tiefbau im Veltener Bauamt. „Eine S-Bahn mit Batterie könnte unsere Chancen auf den Anschluss deshalb erhöhen“, erklärt Engel.

Die Idee mit der Batteriebahn hatte ein mittelständischer Veltener Unternehmer an Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) herangetragen. Bislang ist die batteriebetriebene S-Bahn allerdings nur eine Vision. Es brauche dafür zunächst eine Studie, ob das Projekt sich für Velten umsetzen lasse, sagt Engel. Zudem müsste man Erfahrungswerte sammeln, ob sich batteriebetriebene Züge schon anderswo auf der Welt bewährt haben. „Bislang ist mir noch nicht bekannt, dass so etwas überhaupt schon irgendwo fährt“, so Matthias Engel. Das Thema S-Bahn-Anschluss sei für Velten aber sehr wichtig und treffe den Nerv der Zeit, daher werde man an der Idee dranbleiben. „Man könnte das Projekt im Rahmen eines Förderprogramms anmelden“, so Engel. Wann es so weit sein könnte, da will sich der Verwaltungsmitarbeiter noch nicht festlegen.

Zumindest erwähnt wird die batteriebetriebene S-Bahn aber im Rahmen des Stadt-Umland-Wettbewerbs (SUW), bei dem sich Velten zusammen mit Hennigsdorf und Oberkrämer beim Land um EU-Fördergelder für ein Bündel wichtiger Projekte bewirbt. Bis 2020 sollen über dieses Förderinstrument im Land Brandenburg 213 Millionen Euro aus EU-Töpfen zur Verfügung gestellt werden, die drei Kommunen wollen sich rund 24,6 Millionen Euro sichern. Die futuristische S-Bahn wird dabei zwar noch nicht als förderfähiges Projekt benannt, jedoch sei sie laut Antrag „von großer strategischer Bedeutung und daher im Wettbewerbsbeitrag als Teil der Gesamtstrategie anzuführen.“

Fördermittel locken

Die wichtigsten Projekte , mit denen sich die Kommunen beim Stadt-Umland-Wettbewerb (SUW) bewerben, sind ein Gründerinnenzentrum sowie der Ausbau des Jugendförder- und Freizeitzentrums in Hennigsdorf, die Revitalisierung des Bernsteinsees sowie der barrierefreie Umbau des Jugendklubs in Velten und der Ausbau des Kitastandorts Marwitz.

Über die Sieger des Stadt-Umland-Wettbewerbs entscheidet eine Jury, Anfang 2016 könnten Fördermittel beantragt werden.

Während die batteriebetriebene S-Bahn noch eine Vision ist, werden die Planungen für den Umbau des Veltener Bahnhofs konkreter. Der marode Bahnsteig samt Fahrstühlen und der mausgrauen Personenüberführung – im Volksmund „Galgen“ genannt – soll wahrscheinlich ab 2017 umgebaut werden, rund 4,5 Millionen Euro muss die Bahn dafür investieren. „Wir sind da in stetigen Verhandlungen“, so Matthias Engel.

Von Marco Paetzel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Auto & Mobiles