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Auftrag aus dem Audi-Museum

Werkstatt-Team von Peter Spillner restauriert seltenen Oldtimer Horch 670 Auftrag aus dem Audi-Museum

So einen Auftrag erhält man nicht alle Tage. Bereits zum zweiten Mal beauftragte das Ingolstädter Audi-Museum die Glienicker Firma Fahrzeugrestaurierung Rosenow damit, einen Wagen des Typs Horch 670 zu restaurieren. Davon gibt es weltweit nur noch fünf Exemplare. Drei davon stehen in Deutschland,. Ein Modell steht in einer Sammlung in San Francisco.

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Firmenchef Peter Spillner neben dem „nackten“ Horch 670, der drei Jahre lang in seiner Glienicker Werkstatt restauriert wird.

Quelle: Frank Pechhold

Glienicke.
Radlos, ohne Lenkrad, Motor, Karosserie und Sitzpolster steht der Horch 670 in der Werkstatt. Weltweit gibt es nur noch fünf von 58 gebauten Wagen dieses Typs. Einer davon wurde bereits vor 15 Jahren in der Glienicker Firma Fahrzeugsanierung Rosenow für das Museum der Audi AG in Ingolstadt restauriert. Nun erhielt das achtköpfige Team den typengleichen Folgeauftrag.

Darauf ist Firmeninhaber Peter Spillner stolz, ohne große Worte darüber zu verlieren. Schließlich ist kein Auftrag wie der andere. Museen und gut betuchte Privatleute aus Deutschland, England und Frankreich vertrauen der 1987 von dem ehemaligen Motorrennsport-Weltmeister Peter Rosenow in Rangsdorf gegründeten Spezialwerkstatt ihre in den 1920er, 30er und 40er Jahren gebauten Oldtimer an. Partnerwerkstätten sind die Königs-Wusterhausener Autosattlerei von Lars Belger und die Motzener Lackiererei von Detlef Draebert. „Gemeinsam liefern wir Oberklasse-Qualität ab“, sagt Peter Spillner.

Das Schmuckstück aus dem Audi-Museum

Das Schmuckstück aus dem Audi-Museum

Quelle: Audi

Das hat sich unter Liebhabern und Fachleuten herumgesprochen. „Auch mit der Audi AG arbeiten wir ständig zusammen. Von dort bekommen wir eigentlich immer Arbeit“, sagt der Chef. Wie in diesem Fall für das firmeneigene Museum. „Wir besitzen den Horch 670 seit vielen Jahren und haben uns nun dazu entschlossen, auch diesen Wagen in der Firma Rosenow von Grund auf überholen zu lassen“, sagt Museumsmitarbeiter Rolf Hornung. Schließlich sei das Glienicker Team für Perfektion bis ins kleinste Detail bekannt.

Bei Peter Spillner ist alles Chefsache. Bevor ein Wagen restauriert wird, recherchiert er akribisch, schaut sich baugleiche Autos an, wälzt Bücher und besorgt alte Fotos. „Meist existieren wenigstens noch ein Ersatzteilkatalog und eine Bedienungsanleitung. Aber für den 12-Zylinder-Horch haben sie so etwas gar nicht angefertigt, weil die Stückzahl nur so gering war.“ Glücklicherweise kann Spillner diesmal von seinen Erfahrungen bei der Restaurierung des ersten Horch 670 zehren.

„Für so einen Wagen hätte man sich einen ganzen Gutshof kaufen können“, weiß er. Stolze 23 500 Reichsmark kostete die 1932 gebaute, 120 PS-starke und bis zu 140 Stundenkilometer schnelle Luxus-Karosse. Hersteller war die Auto Union AG mit Sitz in Zschopau. Diese Firma war ein Zusammenschluss der sächsischen Automobilhersteller DKW, Horch, Audi und Wanderer.

Damals war der Horch 670 mit V12-Motor das Nonplusultra in Sachen Motor, Kraftübertragung und Ausstattungskomfort. Zugleich aber auch eines der elegantesten Automobile. Das Fachblatt „Motor und Sport“ urteilte 1932 im Heft 50: „Es gibt viele gute Automobile auf dieser Erde, sie haben alle ihre Meriten und ihre schätzenswerten Eigenschaften. Aber: der Horch 12 hat mehr davon als andere Wagen. Genie und Fleiß haben hier in holder Eintracht einen der besten Wagen unserer Zeit geschaffen.“

Drei Jahre lang schrauben, schweißen und hämmern Peter Spillners Mitarbeiter an dem Horch 670. Erst dann nimmt der runderneuerte Oldtimer seinen Platz im Audi-Museum ein. „Es ist unglaublich aufwendig, so ein Fahrzeug herzurichten. Das denkt man nicht, wenn man das fertige Auto sieht”, weiß Spillner.

Im Schnitt stehen vier bis fünf historische Gefährte in seiner Werkstatt. Manches Jahr wird nur ein Auto an seinen Besitzer übergeben. „Das kann niemand nachvollziehen, der nicht weiß, wie viel Herzblut und handwerkliches Können in so einem Wagen steckt.“

Von Frank Pechhold

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