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Bad Belzig: Mit dem Fahrstuhl in den Bus

Barrierefreie Busse Bad Belzig: Mit dem Fahrstuhl in den Bus

Der Busfahrer drückt auf die Fernbedienung und ein kleiner Fahrstuhl ensteht – was nach Science Fiction klingt, ist in Bad Belzig Realität. Insgesamt vier Busse der Verkehrsbetriebe sind mit einer neuen Hublift-Technologie ausgestattet. Durch sie können Rollstuhlfahrer die hohen Stufen im Bus problemlos überwinden.

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Die neuen, barrierefreien Busse der VGB wurden jetzt vorgestellt.

Quelle: Saskia Popp

Bad Belzig. Vier Fahrzeuge der Bad Belziger Verkehrsbetriebe (VGB) fahren von nun an mit einer neuartigen Hubliftvorrichtung durch den Hohen Fläming. Die Mini-Fahrstühle in den Bussen sorgen ab sofort dafür, dass auch mobilitätseingeschränkte Fahrgäste wie beispielsweise Rollstuhlfahrer die Treppen im Bus überwinden können.

Zwei der barrierefreien Busse hat die VGB neu gekauft, zwei andere Fahrzeuge wurden von der Berliner Firma Evobus für je 15 000 Euro umgerüstet. Die Kosten trägt zu 75 Prozent der Landkreis. „Seit dem 1. Oktober gibt es eine neue Richtlinie zur Förderung von barrierefreiem ÖPNV“, sagt Melanie Gärber vom Fachdienst Verkehrssicherheit Potsdam-Mittelmark. „Das Ziel ist, mittelfristig alle Verkehrsmittel barrierefrei zu gestalten. Die VGB sind dabei Vorreiter im Kreis“, so Gärber.

Für Udo Zeller sind die neuen Hublifte ein wichtiges Zeichen. Der Behindertenbeauftragte des Landkreises sitzt selbst im Rollstuhl, er sagt: „Es gibt jetzt keine Ausreden mehr, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu benachteiligen.“ Zeller hat selbst an der neuen Richtlinie des Kreises mitgearbeitet. Er mahnt an, dass es mit der Umrüstung der Fahrzeuge nicht getan sei. „Es nützt nichts, nur die Busse barrierefrei zu gestalten, auch die Haltestellen müssen angepasst werden“, so Udo Zeller.

Zu sehen ist die Hebevorrichtung erst auf den zweiten Blick. „Der ganze Lift ist wie eine Kassette in den Stufen zusammengefaltet“, erklärt VGB-Chef Hans-Jürgen Hennig. Bei Bedarf schließt der Fahrer eine Fernbedienung an, mit der er den Hublift zunächst ausklappt und dann auch bedient. Selbst schwere Elektrorollstühle können mit dem Fahrstuhl in die Busse gehievt werden. Um die 20 Sekunden dauert der gesamte Vorgang, eine Kante gegen das Wegrollen und Haltegriffe sorgen für die notwendige Sicherheit, zudem gibt es eine Notlöseeinrichtung, falls die Elektronik versagt.

„Wir wollen möglichst schnell unsere Flotte komplett barrierefrei einrichten“, sagt VGB-Geschäftsleiter Hans-Jürgen Hennig. „Jede neue Anschaffung wird daher entweder mit dieser Hublifttechnologie oder mit Niederflurtechnik ausgestattet sein.“ Darüber hinaus erleichtern auch Niederflurfahrzeuge gehbehinderten Fahrgästen den Einstieg. Der Nachteil: Diese Busse mit besonders tief liegenden Böden können nicht überall eingesetzt werden.

Von Saskia Popp

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