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Bad Belzig: Stop-Schild in Lübnitzer Straße

Freie Schule fordert mehr Sicherheit Bad Belzig: Stop-Schild in Lübnitzer Straße

Der Weg von der Bushaltestelle zur Freien Schule Fläming in Bad Belzig kann für die Kinder ganz schön gefährlich werden. Ein Unfall im November scheint Beleg für die Sorge der Eltern zu sein. Doch Behörden und Busgesellschaft relativieren. Dass es ein klein wenig mehr Sicherheit in der Lübnitzer Straße geben wird, scheint daher auch eher Zufall zu sein.

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Die Haltestelle an der Gliener Straße, in deren unmittelbarer Nähe im November ein Schulkind verletzt worden ist.

Quelle: René Gaffron

Bad Belzig. Die für die L 85 zuständige Straßenmeistereim will in der Lübnitzer Straße – vor der Kreuzung mit der Steinstraße – demnächst ein Stop-Schild postieren. Das hat die städtische Bauverwaltung auf MAZ-Nachfrage berichtet. Was offenbar die Reaktion auf mehrere Zusammenstöße von Autos voriges Jahr an der Stelle gedacht ist, führt bestenfalls insgesamt zur Tempo-Reduzierung zumindest bei stadteinwärts rollenden Kraftfahrern. Das könnte die Sicherheit der Kinder erhöhen, die jeden Morgen an der Tischlerei von Ralf Münder aus dem Bus aussteigen und von dort zu Fuß die Freie Schule Fläming in der Ernst-Thälmann-Straße ansteuern. Dort und noch viel mehr in der Gliener Straße, wo deren aus Richtung Wiesenburg kommende Erst- bis Sechstklässler in der Regel aus aussteigen, sehen die Eltern nämlich den Nachwuchs in Gefahr.

Unfall fordert zum Handeln heraus

Spätestens nach einem Unfall, der sich am 5. November, 7.40 Uhr, ereignet hat, sehen sich die besorgten Mütter und Väter in ihrer Auffassung bestätigt. Eine Elfjährige ging dort über die Straße und ist vom Außenspiegel eines nahenden Fords erfasst und verletzt worden. Sie musste zunächst ins Krankenhaus gebracht werden. Gegen den 62-jährigen Fahrer wird indes wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt, zumal er mit 0,23 Promille Alkohol im Blut am Steuer gesessen hatte.

Dass die Autos die Senke am Grünen Grund häufig mit mehr als den zulässigen 50 Kilometern je Stunde passieren, können Anwohner und Kontrolleure der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark, die dort schon des öfteren ihr Messgerät postiert haben, bestätigen. Als besonders brisant wird die Stelle in der Kur- und Kreisstadt dennoch weder im Polizeirevier Bad Belzig noch von der Verkehrsgesellschaft Belzig eingeschätzt.

Autos rauschen rücksichtslos vorbei

Dafür zeigt Christian Glück wiederum wenig Verständnis. Die von ihm und Mitstreitern vorgeschlagene Verlegung der Haltestelle in die Steinstraße oder Puschkinstraße (Tanzschule Mierisch) sei abgelehnt worden, beklagt der Hagelberger. Sein Selbsttest: „Auf dem ehemaligen Zebrastreifen in der Steinstraße wäre ich beinahe umgefahren worden“, berichtet der Vater einer Erstklässlerin. „Sieben von zehn Autos rauschen rücksichtslos vorbei.“ Der Fußgängerüberweg ist von der in Werder/Havel ansässigen kreislichen Verkehrsbehörde weggeordnet worden, wie das Rathaus erklärt. Die Betroffenen indes sind nun jeden Morgen mit den Sprößlingen unterwegs, um sie zu begleiten. „Das ist nur möglich, weil wir überwiegend freiberuflich arbeiten“, so Christian Glück. „Mit Schulwegsicherheit im eigentlichen Sinn hat das nichts zu tun.“

Tempo wird gedrosselt

Etwa ein Drittel aller Jungen und Mädchen, die in Bad Belzig zur Schule gehen, kommen nach Angaben der Verwaltung mit dem Bus. Überwiegend werden sie aber nicht vor der Schultür abgesetzt.

Im Rahmen ihrer Möglichkeiten versucht die Kommune demnach zur Verkehrssicherheit beizutragen. Neben baulichen Verbesserungen (unter anderem der Gehwege) hat die Kommune acht Geschwindigkeitsanzeigen an verkehrswichtigen Stellen installieren lassen. Dabei wird registriert, dass die Fahrzeuge innerhalb der Zone ihr Tempo um durchschnittlich 9,4 Kilometer reduzieren.

Prävention, Schülerlotsen und Begleitpersonal könnten weiter zur Sicherheit beitragen.

Ihrerseits kann die Bildungseinrichtung immerhin darauf verweisen, dass die ohnehin übliche Verkehrserziehung im Dezember noch einmal intensiviert worden ist. So haben die Erst- bis Drittklässler mit Polizistin Freya Lindauer-Schulze sowie Peter Krüger und Kay Florian Lucke von der Verkehrsgesellschaft eine Busschule in Theorie und Praxis absolviert.

Klare Forderung von Eltern

Die Forderungen der Eltern-Initiative sind indes klar: Herstellung sicherer Schulwege mit Markierung von Zebra-Streifen sowie Montage von Bedarfsampeln; Nutzung von sicheren Haltestellen sowie Verkehrsberuhigung in der Gliener Straße. Zunächst einmal kann lediglich die Aufstellung nichtamtlicher Schilder angeboten werden, sagt Manfred Kahl. Zu dem Zweck soll laut Aussage des Mitarbeiters des Tiefbauamtes demnächst ein Ortstermin mit den Vertretern der Freien Schule stattfinden. Dort wird womöglich auch noch einmal die alternative Wegführung für die Jungen und Mädchen vom Busbahnhof aus thematisiert. Sie ist zwar etwas länger, im Fall der Überquerung der Puschkinstraße erst unmittelbar vor der Förderschule „Am Grünen Grund“ aber vielleicht weniger gefährlich, wie es heißt.

Von René Gaffron

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