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Bei der Rettung in der Not stört die Schranke

Werder fordert Entscheidung vom Ministerium Bei der Rettung in der Not stört die Schranke

Seit Jahren drängt die Stadt Werder auf einen Tunnel am Bahnübergang auf der Eisenbahnstraße. Kontrollen haben jetzt ergeben, dass die Rettungswache in der Stadt durch die geschlossene Schranke in 360 Fällen innerhalb eines Jahres die zeitlichen Fristen der An- und Abfahrt nicht einhalten konnte. Das kann im Notfall Leben kosten.

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Der Bahnübergang in Werder blockiert seit Jahren Rettungswege und führt regelmäßig zu Staus.

Quelle: Foto: Möldner

Werder. Die Stadt erwartet in den nächsten Tagen den 25 000. Einwohner und kann sich in dieser Saison über mehr Touristen als je zuvor freuen. „Gerade deshalb muss endlich auch der Verkehrsfluss durch Werder auf der Landesstraße 77 gewährleistet sein“, sagt Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) auf der Jahrespressekonferenz am Dienstag in Werder. Neben der unvollendeten Therme im neuen Stadtteil Havelauen ist der ausstehende Tunnel auf der Eisenbahnstraße das größte Sorgenkind der Stadt. „Rettungswege sind durch die geschlossene Ampel blockiert. Und der öffentliche Nahverkehr steckt in der Sackgasse, weil Zeitpläne nicht eingehalten werden können“, beklagt Saß. In 360 Fällen innerhalb eines Jahres konnte laut Saß die Rettungswache Werder ihre zeitlichen Fristen bei der An- und Abfahrt zum Einsatz nicht einhalten, weil das Rettungsauto vor einer geschlossenen Schranke stand. „Wir erwarten, dass vom Verkehrsministerium die Planung wie versprochen endlich fortgesetzt wird“, sagt der 1. Beigeordnete Christian Große (CDU). „2015 sollte das Planfeststellungsverfahren eröffnet werden, doch das Ministerium hüllt sich in Schweigen, auch die anteilige Finanzierung vom Land ist offen, der Bund und die Bahn haben die Finanzierung schon zugesagt.“

Verkehrsministerium verbessert Aussichten für Stadt nicht

Die Stadt macht jetzt richtig Druck, denn sie muss mit weiteren zwei Jahren Planung rechnen, bevor der Tunnel überhaupt gebaut werden kann. Die Antwort des Verkehrsministeriums des Landes am Dienstag auf Nachfrage der MAZ macht die Aussichten für die Stadt nicht besser. „Der Plan zum Tunnelbau mit Zeichnungen und Erläuterungen zum Vorhaben und seinen Auswirkungen wird gerade erarbeitet und soll im nächsten Jahr an die Stadt für die Bürgerbeteiligung übergeben werden“, sagt Ministeriumssprecher Steffen Streu der MAZ. Einen genaueren Zeitpunkt wollte er nicht nennen. „Eine anteilige Finanzierung des Landes Brandenburg am Bau für annähernd 20 Millionen Euro ist beabsichtigt, mehr kann jetzt nicht zugesagt werden.“ Eine Entlastung für den Verkehr und das Rettungswesen zur 700-Jahr-Feier der Stadt 2017 scheint also unmöglich.

Weitere Baustelle in Werder

Nicht besser sieht es nach der Trennung der Stadt von der Kristall Bäder AG für die unvollendete Blütentherme aus. Sie kann laut Saß nach Monaten des Stillstands nicht vor 2018 fertig werden. In den nächsten Wochen will die Stadt darüber entscheiden, wie sie das Bad vollenden will und wie es künftig betrieben wird. „Gerade unter diesen schwierigen Umständen, noch immer ohne Therme, freuen wir uns über die erfolgreiche Saison 2015 mit mehr Touristen als bisher“, sagt Saß.

Übrigens: Zur Pressekonferenz stellte der Heimatverein das neue Buch mit heimatgeschichtlichen Beiträgen vor. Es wird seit 1982 jährlich im Auftrag des Heimatvereins herausgegeben. „Weil die Schriften mit Historischem und Aktuellem aus Werder ein beliebtes Geschenk sind, haben wir es rechtzeitig vor dem Fest vollendet“, sagt Vereinsvorsitzender Klaus Froh. Die Bücher sind im Fachhandel ab sofort in Werder zu haben. Die Herausgabe wird seit Jahren von der Stadt Werder finanziell unterstützt. Auf der letzten Seite der Schrift lernt der Leser das Logo der Stadt zur 700-Jahr-Feier 2017 kennen. Gestaltet hat es Anne-Katrin Fuchs aus Werder, nachdem sie den Wettbewerb der Stadt für sich entschieden hat.

Von Regine Greiner

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