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Beschlossen: Zeppelinstraße wird 2016 enger

Testphase in Potsdam Beschlossen: Zeppelinstraße wird 2016 enger

Lange wurde um die Verengung der Zeppelinstraße in Potsdam gestritten. Nun haben die Stadtverordneten Fakten geschaffen: am Mittwoch beschlossen sie den Umbau von vier auf drei Spuren. Zunächst für eine Testphase von drei bis sechs Monaten. Los geht es im nächsten Jahr. Die Umlandgemeinden sind nicht erfreut.

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Die Zeppelinstraße ist eine der Potsdamer Magistralen. Der Verkehr soll hier bald auf weniger Spuren rollen.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Die Einengung der Zeppelinstraße im kommenden Jahr ist beschlossene Sache. Gegen den erbitterten Widerstand der Linken-Fraktion und von Umlandgemeinden stimmte eine Mehrheit der Stadtverordneten am Mittwoch dafür, 2016 für mindestens drei Monate den Umbau der Zeppelinstraße von vier auf drei Fahrspuren zu testen.

Spätestens im Sommer geht es los

Zwischen Kastanienallee und Geschwister-Scholl-Straße steht dann je Fahrtrichtung nur noch eine Spur zur Verfügung. Die dritte soll wechselseitig zum Linksabbiegen benutzt werden können. Vom dem jetzt beschlossenen dreimonatigen Modellversuch erhofft man sich Aufschluss darüber, ob eine dauerhafte Einengung zur Senkung von Schadstoffemissionen führt. Die Testphase soll zwischen dem Frühjahr und dem Sommer beginnen und kann bis zu einem halben Jahr verlängert werden. Stadtauswärts wird zudem ein Fahrradstreifen markiert, zwischen Forststraße und Kastanienallee kommt eine Busspur. Begleitend sollen mehr Busse ins Umfeld eingesetzt und zusätzliche Park+Ride-Parkplätze an den Bahnhöfen geschaffen werden.

Änderungsantrag der Linken abgelehnt

Befürworter und Gegner der Fahrspurreduzierung zu Testzwecken trugen in einer gut einstündigen Aussprache noch einmal ihre Argumente vor. Die Linke, namentlich Verkehrsausschussvorsitzender Ralf Jäkel und Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg, stellte grundsätzlich die Wirksamkeit der Einengung im Bemühen um die Senkung von Autoabgasen in Frage. Einen Änderungsantrag der Fraktion, der unter anderem die Streichung einer Testphase und die stärkere Einbeziehung des Umlandes in die Planungen vorsah, wurde von der Mehrheit der Stadtverordneten abgelehnt.

Was sich ändert:

Ab Herbst: Bessere Ampelsteuerung auf Zeppelinstraße und mehr Fahrradstellplätze am Bahnhof Charlottenhof.

Verhandlungen mit Potsdam-Mittelmark über: Bus-Taktverdichtung, Einführung neuer Linien und Einrichtung einer Busspur bis Geltow.

Erweiterung der Park+Ride-Möglichkeiten an den Bahnhöfen Pirschheide, Golm und Rehbrücke.

Verengung der Zeppelinstraße in 3- bis 6-monatigem Modellversuch, Einführung von Rad- und Bus-Spuren.

Verhandlungen über den Einsatz von mehr Regionalzügen; eventuell Erweiterung der Tarifzone Berlin C über Werder/ Havel hinaus. mck

SPD, CDU/ ANW und Grüne, die den jetzt beschlossenen Antrag gemeinsam eingebracht hatten, verteidigten das Vorgehen. Bürgermeister Burkhard Exner (SPD) sagte, die Causa sei in den Fachausschüssen lange diskutiert worden. Nun sei die Zeit zu handeln.

Umland: Potsdam handelt nach Gutsherrenart

Mit dem Unmut des Umlandes war die Debatte eröffnet worden. CDU-Vizefraktionschef Peter Kreilinger aus Werder forderte, die Nachbargemeinden an Entscheidungen zu beteiligen. Ein Brief von Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig an OB Jann Jakobs (beide SPD) hatte im Vorfeld für Aufregung gesorgt. Darin schrieb Blasig Ende September, der Landkreis stünde der (nun beschlossenen) probeweisen Einengung der Zeppelinstraße nicht im Wege – wenn Potsdam die Betriebskostenzuschüsse für ins Stadtgebiete einfahrende Busse aus dem Umland erhöhe.

Dieser Haltung widersprachen Politiker aus Werder sofort mit Nachdruck. CDU-Vorsitzender Hermann Bobka nannte den Inhalt von Blasigs Schreiben „eine persönliche Auffassung des Landrates ohne Abstimmung mit dem Kreistag und wider die Interessen der betroffenen Städte und Gemeinden.“ In einem einstimmigen Beschluss stellten Werders Stadtverordnete am 1. Oktober klar, dass sie „eine – auch probeweise – Einengung der Zeppelinstraße in Potsdam“ ablehnen. Deutliche Worte schrieben sie der Landeshauptstadt ins Stammbuch: „Es ist eine vollkommen unangemessene, das Vertrauen der Menschen in einen funktionierenden Verkehrsinfrastrukturverbund rüde missbrauchende Vorgehensweise, wenn die praktisch einzige Zufahrt aus Richtung Brandenburg/ Groß Kreutz/ Werder/ Geltow nach Potsdam in Gutsherrenart in Teilen gesperrt bzw. halbiert wird“, hieß es in der Entschließung.

Von Marcel Kirf

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