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Ausfahrt erstmals nicht in einem Konvoi

Bikergottesdienst in Rathenow Ausfahrt erstmals nicht in einem Konvoi

Rund 250 Maschinen kamen zusammen, als am Sonnabend in Rathenow wieder der traditionelle Bikergottesdienst zum Saisonausklang stattfand. Erstmals gab es eine Änderung: Weil die Polizei keine Kräfte zur Begleitung bereitstellen konnte, wurde die gemeinsame Ausfahrt nur für Gruppen mit maximal 15 Motorrädern erlaubt.

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Nur in Gruppen von bis zu 15 Maschinen ist die Ausfahrt diesmal gestattet worden.

Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow. Ein goldener Herbsttag lockte am Sonnabend zirka 80 Motorradfahrer zur gemeinsamen Ausfahrt mit anschließendem Gottesdienst zum Saisonausklang nach Rathenow. Rund 250 Maschinen und ihre Fahrer sowie einige wenige Fahrerinnen, versammelten sich ab 13 Uhr auf dem Gelände des Motorradhändlers Andreas Rothe an der Kleinen Waldemarstraße. Neben modernen Maschinen waren war wieder einige Oldtimer zu sehen. So eine Awo mit Seitenwagen aus den 50er-Jahren. Unter den neun Mopeds des Simson-Clubs „2-Takt-Ost Havelland“ aus Rathenow mit seinen zwei Mitgliedern aus Magdeburg waren zwei Schwalben und eine „S 51 Enduro“-Sportmaschine. Fahrer aus Brandenburg/H., Potsdam-Mittelmark und dem Jerichower Land kamen nach Rathenow. In diesem Jahr waren viele Fahrer aus dem Kreis Stendal dabei. Auch aus Potsdam, Berlin, der Ostprignitz und den Landkreisen Dahme-Spree und Teltow-Fläming kamen Fahrer. Diana Kühne aus Rathenow nahm wieder ihre kleine Hundedame Abby (4) mit zur Ausfahrt.

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Rund 250 Maschinen kamen zusammen, als in Rathenow wieder der traditionelle Bikergottesdienst zum Saisonausklang stattfand. Weil die Polizei keine Kräfte zur Begleitung bereitstellen konnte, wurde die gemeinsame Ausfahrt dieses Mal nur für Gruppen mit maximal 15 Motorrädern erlaubt.

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Erst am Vortag kam die Genehmigung der Straßenverkehrsbehörde

„Erst gestern Mittag haben wir von der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises per Fax die Genehmigung für die Ausfahrt bekommen, obwohl wir den Antrag wie auch in den Jahren zuvor Mitte September eingereicht haben“, erzählt Mitorganisator Andreas Rothe. „In diesem Jahr müssen wir erstmals auf die Polizeieskorte verzichten: Kein Personal, hieß es. So lautete die Auflage des Landkreises, dass wir nicht wie sonst im Konvoi, sondern in kleinen Gruppen zu je 15 Fahrern ausfahren können.“

Die Fahrer und auch die Zuschauer an den Straßenkreuzungen waren über beide Sachverhalte sehr sauer. „Zu unserer Ausfahrt von Neuruppin nach Waren/Müritz in diesem Jahr bekamen wir von der Straßenverkehrsbehörde auch die Genehmigung zur Konvoifahrt mit eigenverantwortlicher Absicherung“, sagt Rüdiger Becker vom Rathenower Bikerstammtisch. „Warum ging dies hier nicht so?“ So organisierte Andreas Rothe den Start zur Ausfahrt von jeweils 15 Motorrädern mit einem Gruppenverantwortlichen voran im Minutentakt mit einer Startflagge.

In der Predigt nahm Pfarrer Buchholz Bezug auf den Reformationstag

„Alles wird durch die Polizei abgesichert, aber hier ging es nicht. Das ist unverständlich“, meint auch Motorradfan und Pfarrer Andreas Buchholz, der beim 14. Bikergottesdienst die Predigt hielt. „Reformation war die Sehnsucht nach Veränderung der Verhältnisse“, stellt der Pfarrer das Reformationsfest am 31. Oktober in den Mittelpunkt seiner Predigt. „Der Grundsatz ‚Du bist verantwortlich für den Leben - du bist frei’, der sich in der Aufklärung durchsetzte, gilt auch speziell für Motorradfahrer.“ In diesem Jahr starben 22 Motorradfahrer auf Brandenburger Straßen, sieben in Berlin. Aber keiner ließ sein Leben in der hiesigen Region. In seiner Predigt schließt Pfarrer Buchholz den Bogen bis hin zur aktuellen Flüchtlingsthematik. „Schaffen wir das wirklich?“, fragt er. „Zweifeln ist nicht schlimm, nur wenn man im Zweifeln stecken bleibt.“

Auf die große Urlaubsfahrt mit dem Motorrad mussten er und seine Ehefrau Magdalena Buchholz in diesem Jahr, mit dem herrlichen Sommerwetter, aus gesundheitlichen Gründen verzichten. „Aber eine Bootstour war für meinen Rücken genau das Richtige“, so Andreas Buchholz. „Mit einem 50 Jahre alten Faltboot ging es sieben Tage über Havel und Elbe nach Hamburg, bis Buxtehude. Das war auch eine schöne Tour.“ Aber Pfarrer Buchholz erinnert an die schöne gemeinsame Ausfahrt mit Rathenower Freunden zur Buga von Rathenow nach Havelberg Mitte Juni.

„All I have to do is dream“, hieß einer der Musiktitel, die Caterina Rönnert, begleitet durch ihren Bruder Florian und Thomas Kübler am Piano, sang. Nach 2014 gestalteten sie auch in diesem Jahr den Bikergottesdienst. Nach dem Anzünden von Kerzen zum Gedenken an verstorbene Freunde und Familienangehörige lud Andreas Rothe die Teilnehmer zu „Benzingesprächen“ auf das Gelände an der Kleinen Waldemarstraße ein.

Von Uwe Hoffmann

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