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Bürgerinitiative gegen Mauer neben S-Bahn

Lichtenrader wollen klagen Bürgerinitiative gegen Mauer neben S-Bahn

Eine Bürgerinitiative aus Lichtenrade will gegen die oberirdische Trasse der Dresdner Bahn in Berlin klagen. Die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow könnte sich anschließen, denn eigentlich will sie wie die Lichtenrader, dass die Gleise in einem Tunnel verlegt werden.

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Neben der S-Bahn in Mahlow sollen zwei Fernbahngleise verlegt werden.

Quelle: Christian Zielke

Berlin/Mahlow. Eigentlich ist die Klage nur eine Formalie. Manfred Beck von der Bürgerinitiative Lichtenrade-Dresdner Bahn möchte sich mit seinem Rechtsanwalt und dem Vereinsvorstand beraten, bevor er den Rechtsweg einschlägt.

„Ich war selbst überrascht“, gibt Beck zu. Nach 17 Jahren hat das Eisenbahnbundesamt am vorigen Freitag die Planungen zum Ausbau der Dresdner Bahn auf Berliner Seite bestätigt. In denen spielt der seit Jahren von vielen Lichtenradern geforderte Tunnel keine Rolle mehr. Die beiden Gleise, die den Bahnhof Südkreuz mit dem künftigen Flughafen BER verbinden, sollen oberirdisch verlegt und von meterhohen Lärmschutzwänden abgeschirmt werden. „Wir sind wild entschlossen, dagegen zu klagen“, sagt Manfred Beck. Er und seine 400 Vereinsmitglieder sowie zahlreiche Anwohner aus Lichtenrade halten einen Tunnel nicht nur aus Lärmschutz sondern auch aus optischen Grünen für die bessere Lösung. „Wir wollen keine neue Mauer“, sagt er.

Die Berliner Mauer, die Lichtenrade bis vor 25 Jahren umgab war keine vier Meter hoch, die Lärmschutzwände der Bahn sollen sechs Meter hoch werden. „Die Bahn plant immer noch wie vor 20 Jahren“, ärgert sich der BI-Vorsitzende. Dabei hätten sich gerade im Bereich des Tunnelbaus in den vergangenen Jahren viel getan. Ein Tunnel sei nicht wesentlich teurer als ebenerdige Gleise, ist er überzeugt. Dass die Bahn sich so dagegen sperrt, liege an der Angst vor dem Präzedenzfall, vermutet Beck.

Sollten die Lichtenrader vor Gericht erfolgreich sein, hat dies auch Auswirkungen auf Blankenfelde-Mahlow. Im Februar hatte sich die Gemeinde in der Stellungnahme zu den Plänen für eine oberirdische Variante bekannt. Sollten die Lichtenrader einen Tunnel bekommen, will man dies auch in Blankenfelde-Mahlow fordern. „Die Situation bei uns ist nicht anders als in Lichtenrade“, sagt Mahlows Ortsvorsteherin Regina Bomke (CDU). Die Mahlower seien genauso nah an den Gleisen, auch die Zahl der Betroffenen sei ähnlich. Im Mahlower Ortsteil Waldblick haben nicht alle Angst vor der neuen Bahn. „Wir leben seit Jahren mit der S-Bahn. Mir macht der Flughafen wesentlich mehr Angst“, sagt die Besitzerin eines Wochenendgrundstücks. Sie hofft sogar, dass es durch die Lärmschutzwände leiser werden könnte als bisher.

Eine Entscheidung über den Ausbau auf Mahlower Gebiet steht noch nicht fest. Dennoch könnte die Bahn in Berlin theoretisch mit dem Bau beginnen. Laut Planfestellungsbeschluss kann dieser sofort vollzogen werden.

Von Christian Zielke

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