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Renault ruft Dacia-Modelle zurück

Kraftfahrt-Bundesamt überwacht Auto-Rückruf Renault ruft Dacia-Modelle zurück

Bei bestimmten Dacia-Modellen können gefährliche Lenkungsfehler auftreten. Darüber hatte die MAZ vor einigen Wochen berichtet. Inzwischen gibt es eine Rückrufaktion für die fraglichen Modelle. Ein Autofahrer aus Krahne hat damit bereits seine schlechten Erfahrungen gemacht.

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Die Lenkung kann das Problem bei bestimmten Dacia-Neuwagen.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Vor einigen Wochen berichtete die MAZ über einen Dacia-Käufer, der erheblichen Ärger mit seinem Neuwagen hatte. Inzwischen räumt die Renault-Pressestelle ein, dass es gefährlich werden kann, bestimmte Lodgy- und andere zu fahren. Denn die Spurstange des Lenkgetriebes könnte „plötzlich brechen“, die Autos wären womöglich nicht mehr zu lenken. Es läuft eine Rückrufaktion. Das Kraftfahrt-Bundesamt, das von einer „ernsten Gefährdung“ spricht, überwacht den Rückruf.

Andreas Neumann, Käufer eines Dacia Lodgy, war aus mehreren Gründen sauer. Am meisten ärgerte er sich darüber, dass sein Autohaus sich bei ihm meldete, damit er für „qualitätsverbessernde Maßnahmen“ in die Werkstatt komme. Dass das neue Auto der Familie womöglich nicht verkehrssicher ist, erfuhr der Unternehmer aus Krahne erst über Umwege.

Besitzer aus mehreren Gründen sauer

Am 25. Januar schrieb ihn das Autohaus erneut an in einer E-Mail und forderte die Überprüfung seines Neuwagens. Diesmal war nicht mehr von Qualitätsverbesserung die Rede, sondern davon, dass sich die Spurstangen lösen können und es „zu einem Verlust der Lenkbarkeit des Fahrzeugs kommen kann“.

Der im November 2015 ausgelieferte Dacias Lodgy stelle ein „nicht sicheres Produkt“ dar. Neumann sah sich nun mit der Ankündigung konfrontiert, dass ein Auto stillgelegt werden könnte. Denn sollte er sein Auto nicht bis zum 25. Februar zur Kontrolle zu einem Dacia-Partner gebracht haben, veranlasse das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Betriebsuntersagung.

Tatsächlich sieht die staatliche Behörde die Sicherheit gefährdet. „Da es sich in dem geschilderten Fall um eine „ernste Gefährdung“ im Sinne des Produktsicherheitsgesetzes handelt, überwacht das KBA diesen Vorgang“, teilt Diana Christin Thomsen von der KBA-Stabsstelle in Bezug auf die Rückrufaktion mit.

Behörde sieht Sicherheit gefährdet

Nach Darstellung des auch für die Dacias zuständige Autoherstellers Renault sind die Modellreihen Dacia Dokker, Logan, Sandero und Lodgy im Fertigungszeitraum 17. September bis 4. Dezember 2015 von dem technischen Problem betroffen.

Dieses Problem beschreibt Simone Müller von Renault so: „Plötzliches Brechen der Spurstange des Lenkgetriebes infolge Materialermüdung oder aufgrund einer starken Beanspruchung, was zu einem Verlust der Lenkbarkeit des Fahrzeugs führen kann. Der Vorfall wird verursacht von Chevron-Rissen, die während des Strangpressens beim Zulieferer aufgetreten sind.“ Die Folge: Es besteht die Gefahr, dass sich die Autos mitten in der Fahrt nicht mehr lenken lassen.

Nach Angaben von Renault läuft die Rückrufaktion. Das KBA sei an der Halterermittlung beteiligt. Die betroffenen Kunden würden schriftlich informiert, eine Dacia Werkstatt aufzusuchen. Dort wird dann die Serien-Nummer des Lenkgetriebes kontrolliert. Falls es erforderlich ist, tausche die Werkstatt die Spurstange aus.

Das KBA rechnet mit einem Ende der Rückrufaktion bis Mitte des Jahres. Andreas Neumann hat sein Auto natürlich prüfen lassen. Bei ihm ist alles in Ordnung.

Von Jürgen Lauterbach

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